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Mein Lebenslauf

c- Ich denke, ein Lebenslauf sollte einen Eindruck von einem Menschen vermitteln und nicht (nur) mit Nummern und Zahlen um sich schmeißen. Darum habe ich für diesen Lebenslauf eine Alternative zum tabellarischen Curriculum Vitae gewählt, ich nenne sie den prägenden Lebenslauf. Hier möchte ich in kurzen Paragraphen die Erlebnisse und Entwicklungen schildern, die mich in meinem Leben besonders geprägt haben. An den Stellen, wo ich nicht mit ein paar Zeilen auskomme(n will) , werde ich einen eigenen Artikel schreiben und ihn verlinken.

Aber, bevor's losgeht, noch ganz kurz einige Infos über mich: Mein Name ist Armin Soyka, ich wurde am 18.09.1990 in der Semmelweisklinik, 1180 Wien geboren und lebe seit dem in Gersthof. Ich habe zwei Geschwister (Marlies, 1992 und Wolfram, 1995). Meine Mutter (Gudrun) ist Ärtzin, hat aber 2005 nach dem Tod meines Vaters (Holger) dessen Firma (oekodatenbank oesterreich) übernommen. Von 1996 bis 2000 besuchte ich die Volksschule Scheibenbergstraße. Unterbrochen von dem Schuljahr 05/06, welches ich in der BG9 Wasagasse zubrachte, bin ich seit 2000 Schüler des BG18 Klostergasse. Das Wintersemester 2008 verbrachte ich als Austauschschüler in Tucson, Arizona. Seit dem Schuljahr 08/09 bin ich in der Schülervertretung meiner Schule tätig. Ich singe, tanze, lese, sportel, diskutiere und musiziere gerne, bin gerne unter Menschen, kann aber auch ganz alleine die Natur genießen. Ich mag mich und ich liebe dieses Leben.

Erziehung und die Liebe meiner Eltern

Unsere Eltern sind für jeden von uns die ersten großen Vorbilder. In manchen Aspekten, weil sie perfekt gehandelt haben, in anderen, weil sie unvorteilhafte Verhaltensmuster vorgelebt haben. Auf jeden Fall aber prägen sie uns tief hinein in unsere persönlichsten Werthaltungen. Auch meine Eltern haben mich tief geprägt, mit Schwächen und Stärken.

Jetzt als reflektierender Fast-Erwachsener bemerke ich, wie speziell die Erziehung meiner Eltern in vielen Punkten war. Sie möchte ich in einem eigenen Text aufarbeiten. Besonders froh bin ich über die immerwährende liebevolle Unterstützung in fast all den Dingen, die ich mir in den Kopf gesetzt hatte und über die Forderung und Förderung eigener Ideen, konstruktiver Kritik und neuer Wege. Meine Eltern haben mich zur Selbstständigkeit erzogen und dabei niemals den (für sie selbst) leichteren Weg gewählt, mich kleinzuhalten, sondern mich aufgebaut, bestärkt, geliebt! Vor dieser Leistung ziehe ich meinen Hut und zeige in tiefster Dankbarkeit meinen Respekt!

Ausgrenzung Klasse

Ich war immer ein Außenseiter. Mittlerweile bin ich es freiwillig und gerne, aber das war nicht immer so. Besonders die ersten zwei Jahre meiner Gymnasialzeit waren sehr hart für mich. Ich hatte das Gefühl, von allen Seiten ausgeschlossen, gehänselt und was das Schlimmste war, nicht wertgeschätzt und respektiert zu werden. Warum ich erwählt wurde, weiß ich nicht, aber einer muss immer herhalten - Kinder können grausam sein, und das waren sie. Einige aktiv, andere waren sicher nicht einverstanden, hatten aber wohl Angst, selber zum Opfer zu werden. Nur einer, ein einziger, stand auf für mich, stellte sich vor mich und beschützte mich. Ich war dankbar und froh. Natürlich, angemessen wertschätzen konnte ich diese ungeheure Zivilcourage damals nicht, mittlerweile ist dieser Mensch für mich zu einem heroischen Vorbild geworden, meine Dankbarkeit hat sich in Bewunderung verwandelt. Diese beiden Erlebnise: gemobbt und geschützt zu werden, haben mich tief geprägt.

Der Tod meines Vaters

Am 27. August 2005 verunglückte mein Vater (im Alter von 45 Jahren) beim Wildwasserpaddeln im Höllental (Niederösterreich) tödlich. Jeder kann sich vorstellen, dass das ein großer Schock war. Für mich, meine Familie, seine Freunde, seine Mitarbeiter, für überhaupt sehr viele Menschen. Ein schmerzhafter Verlust, aber auch ein Neuanfang. Die Zeit war nicht leicht für mich und auch heute bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich wirklich damit abgeschlossen habe. Wir alle wachsen mit den Aufgaben, die uns das Leben stellt. Die Aufgabe, als 15-Jähriger den Tod des eigenen Vaters wegzustecken, verlangte mir viel ab. Ich habe viel Neues gelernt, besonders wie wichtig Freunde sind, und dass es immer eine Lösung gibt, man muss sie nur suchen. Über dieses Ereignis möchte ich später einen eigenen Artikel schreiben, die Situation genauer erklären und es dir so ermöglichen, besser zu verstehen, warum ich rückblickend dankbar dafür bin, dass es so gekommen ist.

Erfahrung Gemeinschaft

Nicht nur (einzelne) echte Freunde sind wertvoll und wichtig, sondern auch Freundeskreise. Sie haben nicht nur eine stabilisierende sondern auch eine inspirierende und zuversichtspendende Wirkung. Das durfte ich zuerst im Turnverein Gersthof (bis 2005), später (ab 2005) bei den Minis Gersthof und im Jugendchor Conspiracy of Music und seit 2008 auch bei "meiner" Schüleraustauschorganisation AFS erfahren. Auch meine Schule (BG18 Klostergasse) möchte ich in diesem Zusammenhang nennen. Jedes dieser "Netzwerke" sieht anders aus. Für mich haben all diese Freundeskreise in meinem Leben zumindest in einem gewissen Zeitraum meines Lebens eine ganz besondere und entscheidende Rolle gespielt. Sie und ihre Mitglieder haben mich in besonderem Ausmaß geprägt und zu dem werden lassen, der ich bin.

Schulterverletzung

Am Skikurs in der fünften Klasse zog ich mir (Ostern 2006) eine schwerwiegende Schulterverletzung zu - doppelter Bänderriss und das bei einem 15-Jährigen. Der Arzt meinte (nach der vierstündiger Operation), sowas hätte er noch nie bei einem unter 50-Jährigen gesehen und mein Arm sei praktisch abgerissen gewesen. Mittlerweile habe ich meine Beweglichkeit wieder, aber vieles ist geblieben - Erinnerungen und Erfahrungen. Enttäuschung, Dankbarkeit, Hilflosigkeit, Verzweiflung, Stärke und Misstrauen waren nur einige der Gefühle, mit denen ich in den 6 Monaten, die die (Nach-)Behandlung dauerte, umgehen lernen musste.

Selbsterfahrung Fußball

Kaum war die Schulter halbwegs verheilt (September 2006) begann eine Phase meines Lebens, in der mich nichts mehr interessierte, als mich auszutoben und mich selbst zu erfahren. Es war die Zeit, in der ich von Tag zu Tag stärker wurde und nicht wusste, wohin mit meiner Energie. Also begann ich Fußball zu spielen. Etwas, das ich kaum getan hatte bisher. Vier, fünf, sechs Stunden im Park waren keine Seltenheit, sondern eher die Regel. Was ich in den zwei folgenden Jahren gelernt habe, ist, dass ich mit eisernem Wille fast alles erreichen kann. Am Anfang wurde ich ausgelacht und verspottet. Ich konnte nicht Schießen, nicht Dribbeln, nicht Passen, hatte keine Übersicht und schon gar kein Ballgefühl. Ich maße mir nicht an zu behaupten, ich sei in den letzten drei Jahren zum Profikicker geworden, aber was ich gelernt habe, ist auf meine Stärken zu schauen: kämpfen, beißen, zwicken - damit habe ich Erfolg.

Fußball hat mich erfüllt, es hat mir einen Sinn gegeben in einer Zeit, die viele (pupertätsbedingte) Schwierigkeiten für mich bereit hielt. Ich habe an mich geglaubt, mich selber bis ans Limit gefordert und bin gewachsen. Voraussetzung dafür waren große Visionen. Ich war damals überzeugt, dass ich es in Bundesliga und Nationalteam schaffen könne - für diesen Traum habe ich gelebt. Ob ich diesen Traum hätte zu Ende träumen und mein Ziel wirklich erreichen können, weiß ich nicht. Deswegen glaubt man ja - weil man nicht weiß! Ich glaube immer noch - nur meine Visionen haben sich geändert.

USA Semester-Aufenthalt

Meine Zeit in den Vereinigten Staaten hat mich viele Dinge lernen lassen. Die Liebe zweier homosexueller Väter hat mich nachhaltig beeinflusst und vieles hinterfragen lassen. Lehrreich war die Erfahrung des Teamspirit in meinem Leichtathletikteam, wie auch die "patriotische" Schulgemeinschaft. Verändert hat diese Zeit auch meine Sicht auf die Themen Fremdheit, Kultur und Offenheit. AFS hat mich erfahren lassen, dass Gruppenidentitäten sich nicht an Grenzen der Sprache, Alter oder Herkunft orientieren müssen, sondern auch Interkulturalität und Grenzenlosigkeit Zugehörigkeitsgefühle entstehen lässt.

Arbeitsmonat beim Billa

Direkt nach meinem USA-Aufenthalt habe ich im Juli 2008 für einen Monat in der Billafiliale bei mir um die Ecke gearbeitet. Die Arbeit dort war zwar teilweise langweilig, teilweise anstrengend, hat mir aber großteils Spaß gemacht. Vor allem aber hat sie mir diese Sicherheit gegeben: Ich werde in meinem Leben niemals Hunger leiden, ich werde immer genug Geld haben, um mir alles zu kaufen, was ich brauche.

Von dem Nettolohn (1270 Euro) für eine 38,5 Stundenwoche, die mich zwar ermüdet, aber niemals ausgelaugt hat, werde ich immer gut leben können. Arbeit wie diese werde ich mit meinen Fähigkeiten (Optimismus, Arbeitswille,...) immer finden. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie wichtig diese Sicherheit für mich und meine Entwicklung war, von wievielen (existenziellen) Ängsten sie mich befreit hat.

Internet

Das Internet spielt in meinem Leben eine bedeutende Rolle. Immer schon. Verwendete ich es bisher aber hauptsächlich für Spiele und Hausaufgaben, rückte im Oktober 2008 mehr oder weniger plötzlich die politische Bildung in den Vordergrund. Zuerst las ich einige politische (hauptsächlich Grüne) Blogs (Walser, Chorherr, Pilz, Schreuder aber auch Loub). Ich bekam so Zugriff zu neuen Informationskanälen, die mir ohne Internet niemals zugänglich gewesen wären. Nach vier Monaten politischer Online-Bildung begann ich auch zu Offline-Events (Podiumsdiskussionen und Vorträgen) zu gehen. So lernte ich viele spannende neue Leute kennen, die meinen Weg maßgeblich mitgestaltet haben (unter anderem Andreas Lindinger, Marco Schreuder, Jürgen Kropax, Alexander Trinkl, Harald Hutterer). Ich bin überzeugt, dass ich ohne Internet niemals in diesem Ausmaß politisch engagiert wäre und mit Sicherheit nicht so schnell meinen Weg in (subjektiv) glückliche Bahnen lenken hätte können. Zu dem Punkt Internet möchte ich noch einen Artikel verfassen, weil ich ihn für sehr relevant, aktuell und grundsätzlich für meine Entwicklung der letzten 10 Monate halte.

Homosexualitätsprojekt

Im Juni 2009 habe ich an meiner Schule ein Projekt durchgeführt, das darauf abzielte, junge Menschen am Beispiel Homosexualität zum Nachdenken zu bringen. Die organisatorischen und auch verhandlungstechnischen Schwierigkeiten zu meistern war nicht leicht und hat mich vor immer neue Aufgaben gestellt. Als das Projekt nach 4 Monaten teils intensiver Vorbereitung erfolgreich über die Bühne ging, war ich um einige Zentimeter gewachsen und um viele Erfahrungen reicher. Eine Projektbeschreibung befindet sich auch unter Meine Projekte » Homosexualitätsprojekt.

 

Armin Soyka  ·  armin.soyka@gmx.at