Verhütung ist Frauensache, Orgasmus Männersache?

Geschrieben von Armin Soyka am Montag, 25 Januar, 2010 um 14:50

Verhütung ist Frauensache, Orgasmus Männersache“ – wegen diesem provo- kanten Slogan schaute ich hin und griff zu und mittlerweile bin ich froh darüber. Die Broschüre „Mein Körper, meine Lust“ weist auf eine Thematik hin, die totgeschwiegen und verfälscht darge- stellt wird. Weibliche Sexualität wird nie sachlich und offen Behandelt. Weder Schule, noch Hollywood, Pornos oder Bravo beantworten die Fragen. Und am Ende leiden die Meisten darunter.

In sieben Kapiteln widmet sich das A5-Heftchen den Themen sexuelle Selbstbestimmung und Geschlechtergerechtigkeit und zeigt auf vieles hin, was sonst im Verborgenen bleibt. Auch wenn ich einige Aussagen überzeichnet finde, habe ich außerordentlich viel von diesem Heft gelernt, weswegen ich es hier auch empfehlen möchte.

Im ersten Kapitel werden Rollenbilder behandelt und hinterfragt. Erziehung hat hier einen hohen Wert. Als praktisches Beispiel bekommt man eine Barbiepuppenwerbung zu lesen, die ein schönes – oder eigentlich erschreckendes – Bild unserer Gesellschaft zeichnet. Die Rolle von Frauen unter anderem im Fernsehen wird analysiert. Wusstest du, dass 90 Prozent der Hausarbeit in Österreich von Frauen erledigt wird?

Im zweiten Kapitel geht es um Schönheit und ihren Zusammenhang mit Magersucht. Die Ursache wird nachvollziehbar argumentiert. So ließt man beispielsweise:

Jede 15. Frau in Österreich leidet mindestens einmal in ihrem Leben an Essstörungen. Tendenz steigend (…) Aber was treibt so viele, vorwiegend junge Frauen zu derartigen Qualen? Meist liegt der Grund im Wunsch nach mehr Anerkennung. Die ganze Zeit werden Frauen mit irreal schönen, besser gesagt dünnen Frauen konfrontiert. Sei das in der Werbung oder in Wunschvorstellungen und Träumen. Dass Anerkennung und Selbstwertgefühl gerade über das eigene Aussehen definiert werden, betrifft vor allem Frauen und Mädchen. Den Rollenbildern entsprechend werden Mädchen meist dazu erzogen, sauber, brav, lieb und diszipliniert zu sein. Selbstbehauptung, Aggression auszuleben und eigene Bedürfnisse zu entwickeln wird mehr unterdrückt denn gefordert. Mit diesen antrainierten Eigenschaften ist es kein Wunder, dass Frauen mehr dazu tendieren, sehr stark von der Anerkennung anderer abhängig zu sein. Bleibt diese aus, sind Minderwertigkeitsgefühle die logische Konsequenz.

Auch Diäten werden angesprochen, Bulimie einmal „anders“ erklärt. Symptome werden aufgelistet, Hilfestellungen gegeben.

Das folgende Kapitel ist mit „Sex, Lust & Frauenliebe“ betitelt und war das für mich spannendste. Sexualität ist ein entscheidender Teil der menschlichen Existent. Aber es ist ein Teil, den wir konsequent verdrängen. Sex „hat man halt“. Aber da spricht man nicht drüber. Und da lernt man auch nichts drüber. Hier wird endlich Klartext gesprochen und vieles in einen Kontext gestellt.

Frauen und Sex ist ein Thema, das in vielen Kombinationen vor kommt, allerdings meist eine sehr einseitige Definition mit sich bringt. In Filmen, Werbungen, Photos, Pornos usw. nehmen Frauen wie automatisch den passiven, zweitrangigen und unterwürfigen Part ein. Sie müssen schön sein, rein sein, und doch ein bisschen lasziv, aber bloß nicht zu viel.

Auch was die Selbstbefriedigung angeht, zeigt das Heft Ungleichmäßigkeiten auf, die ich leider auch aus meiner Erfahrung so bestätigen müss.

Ein kleines Mädchen, das gerade dabei ist zu entdecken, wie schön es sich anfühlt, sich zu berühren, wird sofort zurecht gewiesen, dass sie das nicht machen darf. Von dem Moment an wird dieses Mädchen, das Gefühl etwas Verbotenes zu machen nur noch schwer loswerden. Somit ist es nicht verwunderlich, dass nur 68 Prozent der Mädchen masturbieren gegenüber 97 Prozent der Burschen. Masturbation wird verschwiegen, wenn überhaupt nur heimlich gemacht und auf keinen Fall zugegeben – jedenfalls bei Frauen. Ein Geprahle in der Schulklasse von Seiten der Burschen wie oft und wo sie wichsen ist keine Seltenheit, Mädchen versinken eher im Boden als über Selbstbefriedigung zu sprechen. Durch das Tabu, sich mit anderen Mädchen auszutauschen ist es schwer Lust und Orgasmen zu steigern und neue Methoden und Ideen auszuprobieren. Sexuelle Frustration in Beziehungen ist kein verwunderlicher Ausgang.

Frauen haben es viel schwerer einen positiven und lustvollen Zugang zu Sexualität zu finden. Gesellschaftliche Vorstellungen, Erwartungen und Tabus erschweren Genuss und Selbstsicherheit extrem. Bezeichnend ist auch, was Mädchen bei der Frage nach den Gründen „es“ zum ersten Mal zu tun. Im Gegensatz zu Burschen, die Mehrheitlich mit Lust begründen, haben Mädchen Angst ihren Freund zu verlieren, wollen nicht altmodisch wirken, erst dann folgt Neugierde. Spaß oder Lust sind nicht unter den Top drei zu finden. Das finde ich erschreckend, es zeigt aber, dass wir endlich mehr und offen über das Thema reden müssen. Auch räumen sie mit der Idee auf, „sie sei zu eng“.

Etwa 30 Prozent der Frauen leiden an immer wieder kehrender Frigidität und sexueller Ohnmacht, 10 Prozent sind ihr Leben lang damit geplagt. Vaginismus, also ein Scheidenkrampf, der den Penis am Eindringen hindert ist ein oft vorkommendes Symptom. Nehmen viele Frauen an, sie wären zu eng, ist es kein biologisches Problem, sondern rein psychisch zu begründen. Denn zu eng kann keine Scheide sein – passt doch schließlich ein Kinderkopf auch durch. Meist ist es eine unbewusste Barriere um sich gegen etwas zu wehren, was frau nicht will. Dagegen hilft kein operatives Ausweiten, sondern nur mehr Zeit und eine längere „Aufwärmphase“, ein offener Umgang mit der eigenen Sexualität und klare Kommunikation über die eigenen Wünsche und Nicht-Wünsche.

In dem Kapitel „Verhütung & Aids“ kommen sie auch auf die politische Situation zu sprechen und bringen’s in einem Absatz auf den Punkt.

Eine Politik, die veraltete Werte und konservative Vorstellungen von Beziehungen vermittelt, wehrt sich gegen den Geist der Gesellschaft – vor allem gegen den der jungen Menschen. Denn Sex macht Spaß. Und auf diese Bedürfnisse ist einzugehen. Mit Maßnahmen, die dazu ermutigen Kondome zu verwenden, die Sex nicht verschweigen, sondern thematisiert. Eine Politik, die auf die Gefahren hinweist und gleichzeitig ein Angebot stellt, diesen Gefahren aus dem Weg zu gehen.

Jedem gängigen Verhütungsmittel ist ein Paragraph gewidmet bevor sie sich dem Thema Abtreibung zuwenden. Nachdem man über die rechtliche Situation informiert wurde, wird noch eine gehörige Runde kritisiert – und das leider zurecht.

„Wer heute noch schwanger wird, ist selber schuld!“ Dieses Vorurteil, dass leider immer noch propagiert wird, greift viel zu kurz. Schwanger wird eine Frau nicht von alleine – Männer werden hier völlig aus ihrer Verantwortung entlassen. Außerdem ist es zu leicht, davon auszugehen, dass der Sexualunterricht in der Schule ausreichend ist. Immer noch gibt es ein großes Wissensdefizit bei jungen Menschen im Bereich der Sexualität. In Österreich werden kaum Maßnahmen zur Prävention ungewollter Schwangerschaften durchgeführt.

Leider haben sie Recht, wenn sie mit “Unsere Gesellschaft kann es Frauen kaum schwerer machen, sich in ihrer Sexualität zu schützen.” schließen.

Mit diesem Blogpost möchte ich dich ermutigen dich mit weiblicher Sexualität auseinander zu setzen, auch – oder gerade – wenn du männlich bist. Besorge dir dieses Heftchen und lese es aufmerksam. Stelle Fragen und such deine Antworten. Gerade im Internet kann man (fast) alles finden. Wenn ich dich neugierig machen konnte, freut mich das. Nutze diese positive Energie um etwas spannendes zu lernen. Es macht Spaß.

Abschließend möchte ich mit bei den aks-Frauen bedanken, die diese Broschüre dankenswerterweise geschrieben haben und dir ans Herz legen, sie zur Gänze zu lesen. Ich habe einige Exemplare  zuhause liegen, ich gebe sie gerne her. Du kannst sie dir aber auch von der AKS holen (Amtshausgasse 4, 1050 Wien), oder dir zuschicken lassen (einfach ein email an frauen@aks.at).

Weiterführende Links:

9 Kommentare zu dem Artikel “Verhütung ist Frauensache, Orgasmus Männersache?”

  1. Mhm. Mir erscheint die Broschüre etwas plakativ:

    „Weibliche Sexualität wird nie sachlich und offen behandelt. Weder Schule, noch Hollywood, Pornos oder Bravo beantworten die Fragen.“

    Und männliche Sexualität wird in der Schule, in Hollywood, in Pornos und in der Bravo sachlich behandelt, oder wie? Die Broschüre glaubt also, dass u.a. Hollywoodfilme und Pornos adäquat und sachlich alle zentralen Fragen beantworten, die ein heranwachsender Mann in Bezug auf seine eigene Sexualität so hat? Na dann gute Nacht.

    „In Filmen, Werbungen, Photos, Pornos usw. nehmen Frauen wie automatisch den passiven, zweitrangigen und unterwürfigen Part ein. Sie müssen schön sein, rein sein, und doch ein bisschen lasziv, aber bloß nicht zu viel.“

    Wie oben: Wer Filme und Pornos als Rolemodel nennt, kann dasselbe über die männliche Sexualität sagen: In Filmen, Werbungen, Photos, Pornos usw. nehmen Männern wie automatisch den aktiven, aggressiven Part ein. Sie müssen handeln, wild sein, und doch charmant, aber bloß nicht zu viel. ;)

    „Masturbation wird verschwiegen, wenn überhaupt nur heimlich gemacht und auf keinen Fall zugegeben – jedenfalls bei Frauen. Ein Geprahle in der Schulklasse von Seiten der Burschen wie oft und wo sie wichsen ist keine Seltenheit, Mädchen versinken eher im Boden als über Selbstbefriedigung zu sprechen.“

    Also ich hab in meinem Leben nur selten Gespräche untern Männern gehört, die sich um persönliche Erfahrungen bei Selbstbefriedigung gedreht haben. Aber wenn’s die Broschüre sagt, wird’s schon stimmen. ;)

    • Ja, männliche Sexualität wird auch nicht ordentlich behandelt – meiner Einschätzung nach, leiden Burschen aber deutlich weniger darunter als Männer. Sie belegen (achtung subjektiv) den aktiven, mächtigen (muss nicht in Aggresivität ausarten) Part und kommen meist ganz gut damit zurecht. Außerdem finde ich schon, dass über männliche Sexualität viel mehr gesprochen wird als über weibliche – eigene Bedürfnisse, Techniken usw.
      Auch über Masturbation sprechen Burschen (wieder subjektiv) mehr als Mädchen. “Mädchen versinken eher im Boden als über Selbstbefriedigung zu sprechen.“ <- stimmt meiner Erfahrung nach tatsächlich.

      • die intention der broschüre ist sicher zu begrüßen. was ich sagen möchte, ist, dass derartige aufklärungsversuche meist heikler sind als sie scheinen. zwei beispiele:

        (1) “männliche Sexualität wird auch nicht ordentlich behandelt”

        ich würde mich gerade bei einem thema wie sexualität nicht getrauen, zu beurteilen, was eine “ordentliche” Behandlung des Themas ist und was nicht.

        (2) die broschüre weist auf den missstand hin, dass mädchen weniger offen mit dem thema selbstbefriedigung umgehen. dabei zeigt sich die alte struktur: männer reden offen über onanieren, setzten also handlung X. frauen reden nicht offen drüber, setzen handlung Y. Y wird als defizit zu X definiert. aber liegt darin nicht gerade der sexismus der letzten dreihundert jahre, dass man die “männliche” handlungsweise als normal und wünschenswert setzt, und alles, was davon abweicht, als defizit auffasst?

        ich sag nur: es ist heikler als es auf den ersten blick scheint. ;)

  2. wichtige gedanken zu einem wichtigen thema ;)

    aus meiner erfahrung kann ich sagen, dass selbstbefriedigung unter frauen wirklich ein unglaublich tabuisiertes thema ist. sogar ich als frau kenn die persönlichen erfahrungen vieler männer, nicht aber die vieler freundinnen ;)

    ich kenn auch viele frauen, die beim “richtigen” sex nicht viel spüren – wenn nicht gar schmerzen verspüren – und das rein dem mann zuliebe praktizieren.

    was mich am allermeisten ärgert und leider öfters vorkomt als man glauben möchte, sind männliche trolle, die sich strikt weigern, kondome zu verwenden – als single mit diversen abenteuer-erfahrungen und sogar wenn sie ihre freundin betrügen (a la “viel spaß mit dem gebärmutterhalskrebs meines seitensprungs!”). wie leichtsinnig oder ignorant kann man sein?

    nicht vergessen darf man glaub ich auch, aufzuklären, welche auswirkungen verhütungsmitteln auf den weiblichen organismus haben können – diverse symptome sind häufiger als man glaubt. und wenns “nur” die regelmäßigen “typisch weiblichen” verstimmungen sind (bei denen es vielfach nicht bleibt).

    die rollenbilder von mann und frau seh ich grad bei einem thema wie der sexualität als extremst ausgeprägt und demnach als mehr als fragwürdig an.

    so, irgendwie ein paar wirre gedankenfetzen positioniert, jetzt wieder zurück zu meiner prüfungslektüre ;)

  3. Teresa

    Armin, ich liebe dich, dass du diesen Blog gepostet hast! Die Plakativität von Slogans wie „Verhütung ist Frauensache- Orgasmus ist Männersache“ (so schön auf den punkt gebracht) ist meiner Meinung nach nur angebracht.
    Pezik, ich denke ich kann dir zustimmen, dass viele Frauen Sex (wenn nicht mit Schmerzen), zumindest nicht als schön empfinden. Ich finde es aber so schlimm wenn sie dir dann erklären, Schmerzen wären ja „normal“… klar wurde uns das so beigebracht, aber im Grunde suggeriert es ja, die Natur hätte Sex so vorgesehen, dass es für Männer von Anfang an Spaß macht und Frauen müssen sich (wenn überhaupt) erst daran gewöhnen und haben Schmerzen. das gehört so.

    Masturbation ist meiner Meinung nach nötig und gesund, damit Frauen einen lockereren Umgang mit ihrem Körper und in Folge auch ein besseres Sexerlebnis haben. Traurig, dass wir so wenig darüber reden… ich hab genau eine Freundin mit der ich offen darüber rede. Die ist da aber ganz locker und spricht alle (ALLE) mädels einfach darauf an, und die antworten dann -halt meistens ein bissl verkrampft – aber doch.

    Ich glaube wir unterschätzen die Auswirkung von der PERMANENTEN präsenz nacker frauenkörper. Als ob es für halbwüchsige Mädchen nicht schon hart genug wäre mit ihren pubertierenden Körpern umzugehen, werden wir ununterbrochen mit frauenkörpern, die zu 95% nicht der realität entsprechen konfrontiert, die wir dann nachahmen sollen. Da ist das unzulänglichkeitsgefühl GARANTIERT. Nackte männerkörper sind einfach weit weniger präsent.

    Auch die auswirkungen (va hormoneller) Verhütungsmethoden, wie zb verminderung sexueller lust, wird weitestgehend verschwiegen… und zeigt damit einmal mehr wie der weibliche genuß von sexualität in den hintergrund gestellt wird.

    Filmempfehlung: THE VAGINA MONOLOGUES

  4. Mathias

    @Theresa:

    “Ich glaube wir unterschätzen die Auswirkung von der PERMANENTEN präsenz nacker frauenkörper. Als ob es für halbwüchsige Mädchen nicht schon hart genug wäre mit ihren pubertierenden Körpern umzugehen, werden wir ununterbrochen mit frauenkörpern, die zu 95% nicht der realität entsprechen konfrontiert, die wir dann nachahmen sollen. Da ist das unzulänglichkeitsgefühl GARANTIERT. Nackte männerkörper sind einfach weit weniger präsent.”

    Och, bei Männern ist das wirklich nicht viel anders. Egal, ob man sich nun Hollywood-Filme ansieht, Werbung oder Pornos: Auch dem heranwachsenden Mann werden mehr als genug Stereotypen präsentiert, an denen er sich angeblich zu orientieren hat – zumindest entsteht schnell der Eindruck, wenn bestimmte Verhaltensmuster Männer zu Siegertypen machen, wohingegen andere sie als “Weicheier” dastehen lassen. Das bezieht sich selbstverständlich auch aufs Ausehen – Sixpack, leicht gebräunte Haut, kurze, dunkle Haare etc. werden im Gegensatz zum langhaarigen Schlaffi als Vorbild präsentiert.

    Um dagegen anzukommen sind aber weniger derartige Bilder zu vebieten (so, wie das deine Aussage irgendwie suggeriert, korrigiere mich, wenn ich da falsch liege), sondern vielmehr das Selbstbewusstsein junger Menschen aufzubauen. Gegen die Werbe- und Filmindustrie kommt man sowieso nicht an und eigentlich spiegelt diese ja auch die Wünsche und Bedürfnisse der Mehrheit wider. Damit man als Mensch jedoch nicht unter diesen ganzen Einflüssen zugrunde geht, muss das Credo lauten: Selbstbewusst durch die Welt gehen, sich nicht allzu sehr beeinflussen zu lassen, sich selbst zu akzeptieren, wie man ist. Ich schließe da wahrscheinlich zu sehr von mir auf andere, aber obwohl ich keineswegs den männlichen Schönheitsidealen entspreche – ich bin nicht hässlich, aber auch kein Traummann -, bin ich nicht permanent deprimiert und darauf bedacht, mich irgendwie anpassen zu müssen. Und ich kenne genug Frauen, die das ebenso schaffen und trotz körperlicher Merkmale, die den Stereotypen zuwiderlaufen, mit ihrem Körper aufgrund eines starken Selbstbewusstseins zufrieden sind.

    So, das war jetzt auch ein wenig wirr, aber was ich sagen wollte: Selbstbewusstsein stärken – das ist es, was im Unterricht getan werden sollte. Und natürlich in Hinblick auf die (persönliche) Sexualität aufklären, aber sich dabei weniger mit Rollenbildern als mit den Aspekten beschäftigen, die für das eigene Wohl wichtig sind: Verhütung, Hygiene, Schwangerschaft, Selbstbefriedigung etc.

  5. Teresa

    hm… obwohl ich das beim schreiben zwar nicht gedacht hab, korrigiere ich dich wohl nicht, dass meiner meinung nach die in den medien gezeigten rollenvorbilder korrigiert gehörten.
    na klar, du hast ohne zweifel recht, dass wir primär an unserem selbstbewusstsein zu arbeiten haben und auch generell an dem der heranwachsenden generationen.
    allerdings werden die bilder, die wir durch medien präsentiert bekommen uns IMMER beeinflussen… ob bewusst oder unbewusst (auch dich). vl lebe ich in einem umfeld, dass sich besonders stark durch schönheit definiert – aber es scheint mir eher ignorant zu meinen von den idealtypen der medien unbeeinflusst zu leben.
    @”diese bilder spiegeln die wünsche und bedürfnisse der mehrheit wider”: warum wohl? ;-)
    @weniger sich an vorbildern aufhängen: hab nicht gemeint, das sei wichtiger, als die aspekte die du aufgezählt hast. denke schlicht und einfach, dass ihre wirkung unterschätzt wird. dazu fällt mir jetzt spontan auch pornographie ein… ich suggeriere jetzt nicht es sei zielführend pornographie zu verbieten, glaube aber, dass es jungen männern komische vorstellungen von weiblicher sexualität gibt.

  6. by the way, ich weiß nicht, inwieweit das in österreich kommuniziert wurde: die glamour(?)-zeitschrift “brigitta” geht einen neuen weg. ich zitier mal:

    “Weil Schönheit viele Gesichter hat, startet BRIGITTE die Initiative “Ohne Models”: Ab sofort werden sämtliche Fotostrecken für BRIGITTE nicht mehr mit Models fotografiert, sondern mit Frauen wie Ihnen und uns. Was zählt, ist die Persönlichkeit. Wir laden Sie ein, mitzumachen!”

    Quelle: http://www.brigitte.de/mode/ohne-models/ohne-models-1037114/

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