Posts Tagged Schule

Strache, Sie Clown

Posted by on Mittwoch, 20 Januar, 2010

jugendgegenstracheHeute ist der neue Falter (Ausgabe 03/2010) herausgekommen. Auf dem Titelbild (siehe links) ein großer Clown. Mit der Überschrift: “Strache, Sie Clown!” Denn nichts anderes ist Er. Egal ob als StraCHE oder Bürger- meisterkandidat (mit Umfragewerten bei 28 %). Bei Anträgen im Parlament (Danke VdB!), HC Strache Podcasts oder besonders schön zu sehen war es erst kürzlich “beim Kaiser“. Der Mann ist ein Clown! Und deswegen tun wir was. Read the rest of this entry »

Auf zum Österreichischen Schülerparlament!

Posted by on Mittwoch, 13 Januar, 2010

demokratie“Die österreichische Bundesschülervertretung vertritt die Anliegen von 1,2 Millionen Schülerinnen und Schülern nach außen. Um neue Ideen zu finden und gemeinsam zu diskutieren findet vom 22.-24. Jänner das Österreichische Schülerparlament statt.”  Was das ist? Na dazu muss man die ganzen Strukturen der Österreichischen Schülervertretung verstehen. Read the rest of this entry »

Medienmix vom Donnerstag, 17. Dezember 2009

Posted by on Donnerstag, 17 Dezember, 2009

medienmixlogo “Banking ökologisch und sozialschreibt über die twitternde GLS Bank, die den Kunden entscheiden lässt wo sein Geld hinfließt. Zur Auswahl stehen: Ökologische Baufinanzierung, erneuerbare Energien, Leben im Alter, Freie Schulen und Kindergärten, Gesundheit, ökologische Landwirtschaft, Behinderten-Einrichtungen, Wohnprojekte, Kultur oder die Biobranche. Read the rest of this entry »

Medienmix vom 16. Dezember 2009

Posted by on Mittwoch, 16 Dezember, 2009

medienmixlogoVor langer langer Zeit habe ich einmal geschrieben Medienmix ist Bloggersache. Dieser Meinung bin ich immer noch. Bisher habe ich das nur passiv gemacht – mich via RSS-Feed, Twitter oder Facebook füttern lassen (und ab und zu auch weiter gezwitschert oder verlinkt). So habe ich eine Menge spannedes Zeug kennen gelernt. Hier möchte ich (täglich?) auch die Artikel, die ich an dem Tag gelesen habe zusammenfassen und verlinken. Read the rest of this entry »

Ihr daoben, Wacht auf!

Posted by on Mittwoch, 9 Dezember, 2009

GeographieHeute ein weiterer Lichtblick. Ab und zu schaue ich in den ersten Klassen vorbei, weil ich es wichtig finde, dass die sich wohl fühlen. Da erzählt mir eine Zwölfjährige, dass sie nach Buenos Aires übersiedelt, weil ihre Mutter dort einen Job gefunden hat. Und bevor ich noch beginnen kann, Fragen zu stellen, schreit eine Mitschülerin auf: »Ist das in Albanien?« Und die Schnatterei beginnt. »Nein, das ist in Argentinien.« »Woher soll ich das denn wissen?« »Wo liegt Argentinien?« Die Spannung ist da. Read the rest of this entry »

Alles bewegt diese Jugend!

Posted by on Montag, 30 November, 2009

Jugend_bewegt_Politik

In einer Demokratie haben alle Menschen eine Stimme. Zumindest im übertragenen Sinne. Anscheinend gibt es aber wieder und wieder Kommunikationsschwierigkeiten und viele vergessen, dass jeder Teil unserer Gesellschaft etwas Wichtiges zu sagen hat.

Besonders die Jugend wird oft missverstanden. Unpolitisch, faul, visionslos, konsumorientiert, wertelos, unmoralisch, drogenabhängig und immer in Party laune Read the rest of this entry »

Nachbetrachtung: Ja, grün is’ es!

Posted by on Sonntag, 22 November, 2009

gruen_is_es

Ich komme zurück vom Zukunftskongress und bin überwältigt. Ich bin erfüllt mit Zuversicht, Hoffnung und Tatendrang. Und nein, ich bin nicht alleine! Diese rund 12 Stunden intensive Auseinandersetzung mit den Grünen, den Ideen und den vielen neuen Gesichtern vor Ort haben mir Kraft gegeben und endgültig JEDEN Zweifel zerstreut. Meine Energie ist hier gut angelegt. Heute ging es den Grünen, die aus ganz Österreich nach Wien strömten, darum die Zukunft zu diskutieren. Read the rest of this entry »

Bildung: So kann’s gehen oder vom gewissen Etwas.

Posted by on Montag, 2 November, 2009

Bildung ist die Grundlage unseres Wohlstandes, Kreativität die Währung des 21. Jahrhunderts und PädagogInnen der einzige Weg beides zu erreichen. Guter Unterricht steht und fällt mit dem Lehrpersonal. ProfessorInnen, KleinkindpädagogInnen und LehrerInnen müssen natürlich über fachliches Wissen verfügen, aber in Wirklichkeit geht es um das gewisse Etwas. Begeisterung, Freude an der Arbeit, Verständnis für Jugendliche oder die Überzeugung etwas Wichtiges zur gesellschaftlichen Entwicklung beizutragen sind nur einige Aspekte dieses gewissen Etwas. Dieses gewisse Etwas haben viele ProfessorInnen. Einige leider auch nicht. Natürlich spielt auch immer persönliche Sympathie dazwischen, aber man kann schon sagen, es gibt solche und solche. Wie man dieses gewisse Etwas fördern kann, möchte ich hier jetzt nicht besprechen, auch wenn ich dazu einige Ideen habe (Ausbildung, Freiheiten, Autonomie, Anstellung,…). Hier möchte ich ein Beispiel bringen für dieses gewisse Etwas:

Letzten Monat behandelten wir im Deutschunterricht die Thematik des Generationenkonflikts. Zuerst lasen wir einen Profilartikel zu dem Thema, dann einen Kommentar von Andreas Khol und eine Anwort von Profiljournalist Gernot Bauer. Wir diskutierten zwei Stunden lang über den Generationenkonfikt, den Generationenvertrag und Themen wie Verantwortung, Zukunft und Macht, besprachen den Artikel durch und bekamen dann eine Hausaufgabe zu dem Thema. Die genaue Aufgabenstellung unten.

Blecha und Khol

Das Nachrichtenmagazin profil widmete in der Ausgabe 35/2009 vom 24.08.2009 die Titelge­schichte dem Thema Generationenvertrag.

Zusammenfassung des Artikels / Zitate:

Die graue Gefahr

„Soziales. Alt, aber gierig: Eine maßlose Kaste von Frühpensionisten und Langzeitrentnern bricht am Höhepunkt der Wirtschaftskrise den Generatio­nenvertrag und stiehlt der Jugend die Zukunft. Die Politik kapituliert vor der Macht der Alten.“

Die Pensionistenvertreter von SPÖ (Karl Blecha) und ÖVP (Andreas Khol) fordern eine Pensionserhöhung für 2010 von 2%. Sie berufen sich auf den monatlich ermittelten Preis­index für Pensionistenhaushalte (PIPH), der anders berechnet wird als der normale Preisindex und mit 2% Inflation für Pensionisten rechnet, während der normale Index nur 1,5% Preissteigerung vorsieht. Eine 2%ige Pensionserhöhung würde 200 Mio € jährlich kosten.

Noch vor dem Ausbruch der Wirtschaftskrise warn­te der ehemalige deutsche Bundespräsident Roman Herzog (75) vor einer „Rentnerdemokratie, in der die Älteren die Jüngeren ausplündern würden“. Im profil heißt es: „Im Jahr 2009 mit rasant anziehen­den Arbeitslosenquoten erhält Herzogs prognosti­zierte Gerontokratie kleptokratische Züge, wenn die Alten ihre fantasierten wohlerworbenen Rechte ver­teidigen, welche die Jungen kaum mehr finanzieren können. Rund 13 Milliarden Euro muss der Bund allein 2009 für Pensionszahlungen (…) berappen, mehr, als er für Schulen und Universitäten ausgibt. Der angesichts leerer Staatskassen absehbare Ver­tei­­lungskampf wird so zum unlauteren Wettbewerb und der viel umjubelte Generationenvertrag – Junge erhalten Alte – sittenwidrig. Und die Politik? Hat vor der Macht der Alten längst kapituliert.“

Hintergrund seien demografische Entwicklungen, die man seit langem kenne (und ignoriere?). Immer weniger Junge müssten immer mehr Alte erhalten. Die Bevölkerung werde immer älter.  Früher sei argumentiert worden, dass man der Trümmer­gene­ration (jenen, die Österreich nach 1945 wieder­aufge­baut haben) Pensionen nicht streitig machen dürfe („wohlerworbene Rechte“). Jene, die heute in Pension gehen, seien aber nach dem Krieg geboren und seien zur Zeit des Wirtschaftswunders groß geworden. „Der lange Lebensabend der Gol­den Girls und Boys wäre an sich begrüßenswert – wenn die Arbeitszeit mit der steigenden Lebenser­wartung Schritt halten würde.“ Doch in Wahrheit sinkt das Pensionsantrittsalter trotz der Pensions­reformen der letzten Jahre. Auch heuer wird es we­iter sinken, Österreich könnte sich mit Frankreich „den Titel des Frühpensionsweltmeisters“ sichern. profil zitiert den Generaldirektor der Pensionsver­sicherungsanstalt Winfried Pinggera: „Wenn nicht länger gearbeitet wird, verändert sich die Pension zu einer Mindestsicherung mit Minipension. Und dann werden sich die Jungen zu Recht fragen, wozu sie Versicherungsbeiträge bezahlen.“ Das gesetz­liche Pensionsalter liegt bei 65 (Männer) und 60 (Frauen) Jahren. Derzeit trete aber nicht einmal die Hälfte der Neorentner eine Regelpension an. Es gebe viele „Schlupflöcher“ und andere Regelungen, die einen anderen Effekt erzielen als ursprünglich beabsichtigt oder von der Politik angekündigt. („Hacklerregelung“, „Invaliditäts­pen­sion“). Das Pensionsgesetz sei ein Gesetz mit unzähligen Novellen. Basis ist das Umlageverfahren nach dem Versiche­rungs­prinzip (Generationenver­trag), d.h. dass jeder Erwerbstätige neben Steuern und Sozial- und Arbeitslosenver­siche­rungsbeiträgen auch Pensionsversiche­rungs­beiträge zahlt. Da die so lukrierten Gelder nicht reichen, muss der Bund jährlich Zu­schüsse aus Steuereinnahmen leisten, um die Pensionen auszahlen zu können. Sozial­forscher Bernd Marin erklärt: „Der Sinn eines Wohlfahrtsstaates kann ja nicht sein, dass ihn eine Generation mit ins Grab nimmt. Wenn wir so weitermachen, ist das Pen­sions­system wie ein Pyramidenspiel, bei dem für die jeweils nächste Generation immer weniger über­bleibt. Menschen, die nach 1970 geboren sind, könn­ten im Vergleich zur Nachkriegsgeneration nicht einmal die Hälfte des Gegenwertes ihrer Bei­träge herausbekommen.“ Einige Gruppen seien vom derzeitigen System besonders begünstigt, so zum Beispiel Beamte und Bauern. Die Pensio­nistenvertreter der SPÖ und ÖVP hätten partei­intern großes Gewicht, was vor allem daran liege, dass die Pensionisten einen überdurchschnittlich großen Anteil der Wähler dieser beiden Parteien stell­ten. „Bei den Nationalratswahlen 2008 waren rund ein Drittel der 6,3 Millionen Wahlberechtigten über 60 Jahre alt.“

HAUSÜBUNG bis …

Diskutiere einige der in den beiden Artikeln aus dem profil vorgebrachten Thesen und Argumente zum Thema Generationenkonflikt. Gehe dabei auf folgende Fragen ein!

  • Wie sehr betrifft und interessiert dich das Thema?
  • Hältst du die Diskussion in dieser Form für angebracht?
  • Wie definierst du die beiderseitige Verantwortung von Jungen und Alten? Geht es dabei hauptsächlich / nur / im Grunde nicht … um Geld?
  • Wie siehst du die Entwicklung unserer Gesellschaft und deine Rolle in ihr in diesem Zusammenhang?
  • Siehst du optimistisch, gleichgültig oder pessimistisch in die Zukunft?

Tipps:

  • Überlege dir, auf welche Aspekte du schwerpunktmäßig eingehen willst. Du kannst nicht alles umfassend behandeln.
  • Überlege dir einen interessanten Einstieg in das Thema!
  • Mach deinen persönlichen Bezug mit Beispielen aus deinem Leben, deinem Umfeld und deinen Erfahrungen deutlich!
  • Achte auf eine überzeugende Argumentation und untermauere mit Beispielen und Belegen deine Thesen und Argumente!
  • Vergiss bei wörtlichen Zitaten die Anführungszeichen nicht, verwende bei indirekten Zitaten den Konjunktiv!
  • Achte auf einen sinnvollen Aufbau (zuerst Ideen sammeln und ordnen) und eine erkennbare Gliederung (Absätze)!
  • Versuche nicht vom zentralen Thema (Generationenvertrag und -konflikt) abzukommen!
  • Am Ende soll ein abrundender Schluss stehen und kein Einzelaspekt.
  • Vergiss nicht, deinem Text einen guten Titel zu geben!
  • Überarbeite deinen Text gewissenhaft auch in sprachlicher Hinsicht (am besten mit einem gewissen zeitlichen Abstand zur Entstehung)!

Bei am Computer verfassten Arbeiten bitte um eine gut leserliche 14er-Schrift und mindestens eineinhalbfachen Zeilenabstand sowie Korrekturrand

Hat jemand das gewisse Etwas bemerkt?

Nachtrag. Ich bin soeben auf dieses Video gestoßen. Auch die hier gezeigte Schule verkörpert das gewisse Etwas!

Hat jemand das gewisse Etwas bemerkt?

Wochenende.

Posted by on Montag, 19 Oktober, 2009

Dieses Wochenende war hochproduktiv. Vom einen zum anderen und zwischendrin auch vieles erledigt. Hier eine “kurze” Zusammenfassung der Highlights: Die Tante, Herr Lehrer, Consulting Agent, Psychotante, ichkandidiere, arminsoyka, #grünerkonvent, Schülerin und Maslow.

Die Tante. Aus Kindergarten Zeiten werden sich die meisten noch erinnern. Da gab’s immer diese netten Tanten. Die waren total lieb, außer wenn sie was verboten haben. Am Freitag hatte ich die Chance mit so einer “Tante” zu reden. Mittlerweile gibt es übrigens keine Tanten mehr. Die heißen jetzt KleinkindpädagogInnen. Und ab und zu gibt es sogar männliche Exemplare, die heißen dann Kleinkindpädagogen. Die hatte so einiges zu berichten. Sie verdient in etwa 1200 Euro netto. Das ist nicht mehr als man beim Billa kassiert. Genaugenommen weniger. Die Anstrengung wird wohl in etwa gleich sein. Beim Billa arbeitet man erfahrungsgemäß wohl eher etwas über 40 Stunden, dafür hat man keinen durchschnittlichen Lärmpegel von 60 dB. Schaut man sich aber die Verantwortung an, die so eine Kleinkindpädagogin trägt, ist die Entlohnung eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. Die ersten drei Jahre sind die prägendsten für ein Kind und legen den Grundstein für seine weitere Entwicklung. Die folgenden drei sind in etwa nochmal so wichtig. Die meisten Kinder gehen im Alter von 3 – 6, einige schon früher, in den Kindergarten. Hier kann man sehr vieles falsch machen, aber auch vieles richtig. Für das Geld von 1200 Euro monatlich wird man (trotz jeder Begeisterung für Kinder und Erziehung) nur wenige junge Menschen für diesen anstrengenden Beruf begeistern. Dazu kommt die unzureichende Ausbildung. Ja, in der Kindergartenschule hat man Didaktik. Und auch Pädagogik. Man macht Praktika und überhaupt viel mehr als Volksschullehrer oder gar Gymnasiallehrer. Auf die Frage, ob man auf 13 Kinder vorbereitet ist, wenn man aus der Schule kommt, gibt es eine klare Antwort: Nein. Neben der schlechten, ja lächerlichen Entlohnung sind auch die Arbeitsbedingungen einfach schlecht. Zu viele Kinder auf zu wenige PädagogInnen und schlechte Ausbildung motiviert nur wenige sich diese Hacken anzutun. Ein Beispiel kann ich auch noch bringen: Die Interviewte hatte zu zweit mit einer Praktikantin 23 Kinder zu betreuen – davon 2 ohne jegliche Deutschkenntnisse (einmal Russisch, einmal Türkisch) und drei Kinder mit Wahrnehmungsstörungen (können nicht alleine Essen, spielen drei Spiele gleichzeitig…). Zur Ausbildung ließe sich noch so einiges sagen. Aber ich belasse es bei diesem Input: “In Schweden beispielsweise sehen sich Erzieher als Lehrer. Das Personal hat Abitur, die meisten auch ein Lehramtsstudium mit dem Schwerpunkt Kindergarten/Vorschule.” “Für Kindergärten in Finnland gilt beispielsweise folgendes: Die leitenden ErzieherInnen haben Abitur und ein Hochschulstudium.” “Kindergartenpädagogik in Ungarn ist seit Jahrzehnten ein Hochschulstudium.” Wir haben in Österreich flächendeckende 15 Pädagogische Hochschulen – warum lassen wir unsere KleinkindpädagogInnen nicht dort ausbilden (nachdem wir sichergestellt haben, dass die Lehrinhalte passen), zusammen mit Volks-, Haupt- und SonderschullehrerInnen? Sind uns unsere Kinder und unsere Zukunft das nicht wert?

Herr Lehrer. Die heißen auch immer noch so. Und auch so einen habe ich am Freitagabend getroffen und ausgefragt. Er geht auf die Kirchliche Pädagogische Hochschule der Diözese St. Pölten in Krems und lässt sich dort zum Volksschullehrer ausbilden. Impuls, den er hatte: Von etwa (wenn ich mich recht erinnere) 200 Studierenden sind in etwa 4 – 10 männlich. Scheint als ob wir es noch immer nicht schaffen für mehr (50 Prozent?) attraktive Angebote zu machen.  Auf die Frage, warum Männer anscheinend nicht zu begeistern sind, antwortete er: “Männern geht es mehr ums Geld. Die wollen die Karriereleiter hinaufsteigen und Ruhm und Ehre.” Was steht dahinter? Unsere gesellschaftlichen Werte! Was vermitteln wir? Was ist uns wichtig? Und wem geben wir Anerkennung? Den karriere-, macht- und geldgeilen Papas, die nie zuhause sind? (Und was wollen die Söhne dann werden?) Oder wollen wir Sozialberufe anerkennend loben und den Dienst am, für und mit dem Menschen in das Zentrum stellen. Das sind Fragen, die die Politik zu klären hat. Tut sie aber nicht! Eins ist klar: Auch Jungen im Volksschulalter brauchen (männliche) Vorbilder. Die Frage ist, welche geben wir ihnen?

Consulting Agent. Die Krise ist vorbei (bevor sie richtig begonnen hat). Optimistische Stimmen regen sich. Spannende Gegenstimmen (eigentlich Singular) durfte ich den Aussagen eines Firmenberaters, mit dem ich am selben Abend sprechen durfte, entnehmen. Er macht regelmäßig 300.000 Euro Projekte und fliegt durch ganz Europa. Als Gegenleistung spricht er mit Firmenvorständen und schwört sie auf harte Zeiten ein. “Vergesst was die so genannten Experten sagen, vergesst was die Politik sagt. Was passiert, wenn ihr nächstes Jahr 30 Prozent Umsatzeinbußen habt?” Die Frage hat er in den letzten Monaten mehrfach gestellt. Und herunterfallende Kiefer und schiefgelegte Köpfe gesehen. Damit rechnet keiner. Die Krise ist – seiner Meinung nach – aber noch lange nicht vorbei. Sie hat noch nicht mal richtig begonnen. Da ist Sparen angesagt (!?!) (nachdem die Milliarden für Bankenrettungssysteme aufgewendet wurden).

Psychotante. Auch mit einer solchen durfte ich mich unterhalten. Mit ihr habe ich über Maslows Bedürfnispyramide gesprochen. Interessiert hat mich das, weil ich diese Woche wieder mit der Argumentation zu kämpfen hatte, dass es einfach Menschen gäbe, die einfach faul seien und keine Lust hätten zu arbeiten / etwas zu tun / etwas anderes zu tun als vor dem Fernseher herum zu gammeln.  Herr Malsows Theorie, habe ich weiter unten ausgeführt, außerdem ist die Ausführung von glücksarchiv.de sehr verständlich, auch Wikipedia ist gewohnt interessant. Die Frage, die ich in meinem Gespräch klären durfte: Gilt die Theorie immer noch?  Die Antwort fiel sehr eindeutig aus. Ja, sie ist nach wie vor eine der grundlegendsten Theorien in der Psychologie. Sie wurde in den letzten Jahren von verschiedenen Richtungen (Wirtschaftspsychologie, Entwicklunspsychologie) aufgefasst und erweitert (genauere Unterteilungen usw.), nicht aber grundlegend verändert. Warum es Menschen gibt, die trotzdem “nichts aus sich machen”? Zwei mögliche Antworten: 1.) Erlernte Hilflosigkeit (bitte lesen, hoch spannend und einfach erklärt!), 2.) Sie machen eh etwas aus sich, nur nicht in meiner/deiner Wertungsskala. Ersteres ist eine Aufforderung an Politik wie Gesellschaft Rahmenbedingungen (in Schule, Beruf wie Freizeit) zu schaffen, die das Erlernen von Hilflosigkeit erschweren. Hier gibt es sehr viel zu tun. Schule zum Beispiel lehrt vieles Wichtige nicht, dafür Hilf- und Machtlosigkeit. Generell hat unsere Gesellschaft hier viel zu tun. Stichwort Depressionen.

ichkandidiere. Der Samstag brachte viele Stunden vor dem Computer mit sich. Ich habe endlich meine Kandidaturseite auf ichkandidiere.at fertiggestellt. Ich freue mich dort auf Fragen! (ganz leicht via facebook, openid oder gruene.at)

arminsoyka.at – Auch meine Webseite ist endlich fertig. Überschlagsmäßig sind 150 Stunden mindestens hineingeflossen. Das Ergebnis kann sich meiner Einschätzung nach sehen lassen. Diese Erkenntnis deckt sich mit erstem Feedback. Hiermit also eine weitere Aufforderung, zu kommentieren und kritisieren. Der Feedbackbutton funktioniert! Über beides habe ich auch schon gebloggt.

#gruenerkonvent. Am Sonntag war ich beim Grünen Konvent. Ich habe von dort 13 Livetweets abgesetzt und werde auch noch weiter darüber bloggen. Mein Eindruck war sehr sehr positiv. Auch wenn die Diskussionsrunden mit 20 Minuten leider zu kurz waren, waren viele interessante Leute da. Themen gab es genug. Hervorzuheben ist meiner Meinung nach die Wärme und Offenheit, die alle ausgestrahlt haben, mit denen ich zu tun hatte. Nichts von der über #gruenevw oft kommunizierten Kälte, Ablehnung oder Vorurteilen.

Schülerin. Ein hochspannendes Gespräch durfte ich gestern Abend mit einer Freundin führen. “Sag mal Armin, du bist doch gerade dabei in die Politik zu gehen. Hast du nicht Lust mir das zu erklären?” “Ja, was denn?” – “Na alles!”. So begann das Gespräch, das extrem interessant und eine gute Wiederholung meines Wissen über unsere Staatsfunktionen war. Wir haben uns von der Verfassung als Urregelwerk zu den fünf Staatsprinzipien (Demokratie, Republik, Bundesstattlichkeit, Gewaltentrennung und das letzt vergesse ich immer), zu den drei Ästen der Verwaltung (Exekutive, Legislative, Judikative), zu den Kontrollinstanzen und -möglichkeiten gearbeitet. Haben über Kompetenzverteilung zwischen Bund, Ländern und Gemeinden gesprochen und haben Probleme, wie das Verschwimmen der Grenzen zwischen Exekutive und Legislative (Klubzwang, EU) angerissen. Weiter sind wir nicht gekommen. Wahlrecht (aktives, passives, mehrheits, relatives,…), EU, Menschenrechte, Erlässe und vieles, vieles mehr haben wir nicht angerissen. Dazu fehlte die Zeit. Aber das war auch gar nicht, obwohl sehr spannend, das Wichtige. Wichtig war es einmal mehr zu sehen:

  1. Es gibt ein Problem: Viele junge (und auch ältere) Menschen wissen nicht, wie unser politisches System funktioniert.
  2. Anstatt, wie sie, nachzufragen, behaupten viele, es würde sie nicht interessieren.

Diese zwei Probleme müssen wir, wenn uns unsere Demokratie etwas wert ist, lösen. Und hier geht es in keinster Weise um Schuldzuweisungen! Es gibt ein Problem. Das Problem muss gelöst werden. Schnell! Junge Menschen müssen für Politik begeistert werden. Nicht (nur) weil die Demokratie auf der Partizipation aufbaut und wer sagt “Politik interessiert mich nicht”, damit unser System kaputt macht. Sondern weil es spannend ist! Weil es wichtig ist! Weil es lehrreich ist!  Also ein Lockruf an all jene, die meinen, sie seien nicht in der Lage etwas zu bewegen: das stimmt nicht. Veränderung passiert in dem Moment, in dem man etwas tut! “Because change happens if you live your visions dreams & desires!” Ein Aufruf an all jene, die meinen, das System sei zu komplex: Trau dich fragen. Informier dich. Halt dich am Laufenden. Nerv deine Lehrer. Deine Freunde. Deine Bekannten. Es gibt zahlreiche Quellen, sich ein Bild zu machen! Ein Zuruf denen, die das System heute machen: Wir brauchen mehr Politische Bildung in der Schule. Wir brauchen projektorientiertes Arbeiten. Wir brauchen Lehrer, die sich mit den Themen auskennen! Ein Aufruf an all jene, die das politische Bild prägen, an die PolitikerInnen und Partein: Geht auf Menschen zu. Bindet sie ein. Seid offen. Fordert Unterstützung ein. Diskutiert. Argumentiert. Und hört auf, Volksverarsche zu betreiben. Lasst eure politischen Spielchen sein. Macht partizipative, zukunftsorientierte Politik – egal welche Farbe! Und ein Ruf den Eltern entgegen: Bringt euren Kindern Fragen bei. Ja, das ist anstrengend. Aber wie, wie sollen sie es lernen, wenn sie es nicht früh üben?

Maslow. Herr Maslow hat 1962, vor über 45 Jahren, eine Theorie aufgestellt. Er meinte, dass Menschen verschiedene Schichten von Bedürfnissen hätten. Die unterste und elementarste Stufe sind die Körperlichen Bedürfnisse wie Durst, Hunger, Sexualität, Schlaf, Bedürfnis nach Bewegung / Anregung / Erregung / Ruhe, Schutz vor Witterung. Maslow meinte, dass wenn jeweils eine Stufe der Bedürfnisse befriedigt sei, wende sich der Mensch der Nächsten zu. Die zweite Stufe sah Maslow in den Sicherheitsbedürfnissen. Menschen wollen Dinge wie Stabilität, Zuverlässigkeit, Regeln, Ordnung, Gesetze und Grenzen, Freiheit von Angst / Bedrohung / Chaos, Schutz der Existenz, des Arbeitsplatzes und Eigentums, Altersvorsorge, Gesundheit. Ist auch das sichergestellt legt ein gesunder Mensch sich Maslow zufolge aber nicht vor den Fernseher. Er möchte mehr. Er versucht Soziale Bedürfnisse zu befriedigen. Er möchte Zuneigung, Kommunikation, Kontakt, sucht nach Akzeptanz der eigenen Person, will Liebe, Geborgenheit und “dazu gehören”. Er hat eine Abneigung gegen Einsamkeit / Ablehnung / Fehlen von Freunden und versucht solche Zustände zu beenden. Aber auch dann – so Maslow – lehnt sich das berechenbare Wesen Mensch nicht zurück. Es will mehr. Denn es hat ein Bedürfnis nach Achtung. Stärke, Erfolg, Tüchtigkeit, Macht und Wissen, Anerkennung, Prestige, Status, Aufmerksamkeit, Bedeutung, Respekt, Selbstbestätigung, „differenziert sein von anderen” ist das nächste Ziel, das er anstrebt. Hat man diese vier Grundstufen an Bedürfnissen befriedigt, könnte man meinen, der Mensch hat alles erreicht, was es so zu erreichen gibt. Man ist reich, stark, individuell und eigenständig. Hat Essen, Sex und ein Dach über dem Kopf. Ist abgesichert für die Zukunft und hat ein (starkes) soziales Netz. Aber Maslow sagte nein, da gibt es noch etwas anderes. Dieses “mehr” nennt sich Selbstverwirklichung: Volle Ausschöpfung und Entfaltung des im Menschen angelegten Potentials und das Ausleben der Einzigartigkeit. Weltverständnis, Spontanität, Natürlichkeit, Zielorientiertheit, Wunsch nach Alleinsein, Autonomie, Aufgeschlossenheit, Gemeinschaftsgefühl, Kreativität, Individualität, Selbstentfaltung, Selbstwertgefühl, Gestaltung des eigenen Lebens und der Umwelt, Ausschöpfung des eigenen Potentials. Für mich klingt dieses Modell soweit nachvollziehbar, logisch und richtig. Maslow bringt die verschiedenen Bedürfnisse in eine hierarchische Anordnung (die Maslowsche “Bedürfnispyramide”). Die höheren Bedürfnisse innerhalb der Hierarchie werden erst dann wichtig bzw. verhaltenswirksam, wenn die darunterliegenden Bedürfnisse befriedigt sind. Die physiologischen und Sicherheitsbedürfnisse (auf den untersten beiden Stufen der Bedürfnis-Hierarchie) haben Priorität und höchste Motivationskraft, solange sie unbefriedigt bleiben. Die Bedürfnisse einer höheren Ebene können nicht motivieren, solange Bedürfnisse der unteren Schichten nicht angemessen befriedigt sind. Soweit zu Maslows Theorie. (Ich habe mich bei der Auformulierung der Ausführung von glücksarchiv.de bedient, die überhaupt eine sehr empfehlenswerte Seite ist, auch Wikipedia hat nicht wesentlich mehr zu dem Thema zu bieten.)

Man kam mir zuvor!

Posted by on Dienstag, 6 Oktober, 2009

Eigentlich wollte ich über ein spannendes Gespräch zwischen einem Blau-, einem Schwarz- und einem Grünwähler schreiben. Eigentlich wollte ich zeigen, wie falsch die Prognosen sind, die man so hört – von wegen Rechtsruck, von wegen Ideenlosigkeit, von wegen politischem Desinteresse, von wegen Faulheit, von wegen all dem, von dem die (für meine Generation) Alten in Redaktionen und Parteizentralen schreiben, denken und schreien. Ich wollte hier berichten, wie falsch sie alle liegen, wie weit weg sie von der politischen Realität der jungen Menschen sind und wie Unrecht sie uns, uns unter 20 jährigen tun. Ich wollte präzise kritisieren und versuchen zu erklären, wie es zu dieser Missinterpretation kommt und ich wollte Wege aufzeigen, wie man klare, direkte und ehrliche Kommunikation zwischen Jung und Alt schaffen könnte. Und dann ausgerechnet als ich mich hinsetzte um zu schreiben, kam man mir zuvor. Es war eine Alte. Genaugenommen weiß ich nicht wie alt sie ist und das ist auch vollkommen egal. Der Inhalt zählt.

In einem Interview mit der Falterjournalistin Ingrid Brodnig stellt sie (Beate Großegger, Kommunikationswissenschaftlerin)  so einiges richtig. Hier nur ein paar Auszüge:

  • Sie (Jugendlichen) versuchen, in einer Gesellschaft, die sie nicht zu 100 Prozent gutheißen, mitzumachen. Wir beobachten, dass sich Jugendliche erstaunlich stark selbst disziplinieren.
  • Jugendliche leiden unter Leistungsdruck, sie fühlen sich oft überfordert. Sie lehnen sich aber nicht dagegen auf. Aussteigen ist heute kein Thema mehr, außer punktuell am Wochenende.
  • Jugendliche haben auch das Gefühl, dass sie von ihrem Umfeld nur dann geliebt werden, wenn sie die entsprechende Leistung bringen.
  • Die Politik dockt nicht an ihrer Lebenswelt an.
  • Es ist kurzsichtig, sämtliche jungen Blauwähler als rechte Deppen zu stigmatisieren. Für sie ist die FPÖ das kleinere Übel. Wir sehen, dass junge Blauwähler und Blauwählerinnen nicht die Weltanschauung, sondern die politische Performance wählen.
  • Wer will, dass Jugendliche nicht Blau wählen, muss ein besseres Angebot machen.
  • Viele Jugendliche, die heute die FPÖ wählen, sind weltanschaulich nicht rechts. Das ist das Gute an der Sache: Sie wären für etwas anderes zu gewinnen, wenn es ein entsprechendes Angebot gäbe.
  • In den letzten Jahrzehnten waren immer die Bildungs­eliten diejenigen, die sich (politisch) engagierten. Sie konnten sich diesen Luxus leisten, die anderen rackerten sich in ihrem Alltag ab.
  • Heute können sich auch die Bildungseliten das immer weniger leisten. [...] Denn die Bildungselite soll in Mindeststudienzeit mit Auslandspraktika und Fremdsprachen  studieren. Und dann schnell einen Job finden.

Hier kann das ganze Interview “Ein wenig Spaß statt Visionen” nachgelesen werden. Eines ist (für mich) klar. Die angesprochenen Punkte haben viel Wahres und sollten auf welchen Wegen auch immer schleunigst  den Weg in die Köpfe derer finden, die immer und immer wieder ihre Befriedigung daher holen “die Jugend” per se zu denunzieren, schlecht zu machen und von der Faulheit der Schüler zu sprechen. Meine Arbeitswoche beträgt 32 Schulstunden – ohne Hausaufgaben, Vokabel lernen, Referat vorbereiten, Unterricht nachbereiten, administrativen Tätigkeiten oder lernen für Tests. Alles in allem komme ich weit über die 40 Stunden! Und ich bin damit nicht alleine! Wir haben 1,4 Millionen Schüler in Österreich!