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Mercer-Studie zur Lebensqualitat 2009

Verfasst von Armin Soyka am Sonntag, 2 August, 2009

Ich habe mich in den letzten zwei Tagen mit der Mercer-Studie zur Lebensqualität 2009 auseinandergesetzt und bin leider nicht sehr weit gekommen. Wien hat sich zwar um 0,6 Prozentpunkte verbessert und sich damit vor den Spitzenreiter der letzten sieben Jahre, Zürich, auf den ersten Platz geschummelt, im internationalen Vergleich landen wir bei der Infrastruktur aber nur auf dem enttäuschenden 18. Platz.  Bernhard Odehnal, Mitteleuropa-Korrespondent des Schweizer Tages-Anzeigers, hat im Falter-Leserbrief “Ist das gescheite Verkehrspolitik” (Nr. 30/09) darauf hingewiesen und Rudolf Schicker, Stadtrat für Stadtentwicklung und Verkehr, aufgefordert sich die Gründe bewusst zu machen und die Probleme gerade bei der Fahrradpolitik anzupacken. Auf der anderen Seite meint Renate Brauner, Vizebürgermeisterin und Stadträtin für Finanzen im Standard: “Die Studie sei stark von der Meinung von Managern geprägt, und diese könnten sich darüber beschweren, dass es zu wenig internationale Flüge von und nach Wien gebe – was freilich außerhalb des Einflussbereiches der Stadt liege.”

Ich konnte leider in den zahlreichen sehr interessanten Zeitungsartikeln nicht nachprüfen, was hier tatsächlich stimmt bzw. wie die Einstufungen vorgenommen wurden. Auch auf den diversen Mercerseiten wurde ich nicht fündig. Deswegen habe ich jetzt ein Mail an diverse Mercerabteilungen geschickt, in dem ich – mehr oder weniger – um ein Gratisexemplar bitte, um genau diese Unklarheit zu klären:  Wo hinkt Wien der internationalen Spitze nach, was für Chancen hätten wir, Defizite zu sehen und ihnen Taten folgen zu lassen. Das Mail hängt an, mal schauen ob was zurück kommt. Interessant ist die Publikation sicher, viel lernen könnten wir – und vor allem Wiens Politiker, garantiert. Bleibt die Frage, wer sich wirklich damit auseinandersetzt und lernen will. Ich freu mich auf Kommentare.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Mit Freude habe ich Ihre diesjährige Mercer-Studie zur Lebensqualität aufgenommen und mich zuerst in den Medien (vor allem ORF, Standard und Züricher Tagesanzeiger) und dann auch auf Ihrer Website (hier, hier und hier) informiert. Als Wiener freue ich mich natürlich besonders darüber in der Stadt mit der weltweit höchsten Lebensqualität zu leben. Das nehme ich auch (im Vergleich zu den Städten in denen ich bisher gelebt bzw. die ich besucht habe) so wahr. Als sehr politikinteressierter junger Mensch, würde es mich aber ausgesprochen interessieren zu verstehen, warum Wien zwar “over-all” Nummer eins, gerade aber bei der Infrastruktur lediglich den 18. Platz erobern konnte. Mag. Renate Brauner (Vizebürgermeisterin, Stadträtin für Finanzen) meint dazu im Standard: “Die Studie sei stark von der Meinung von Managern geprägt, und diese könnten sich darüber beschweren, dass es zu wenig internationale Flüge von und nach Wien gebe – was freilich außerhalb des Einflussbereiches der Stadt liege.” Stimmt das? Nach welchen Kriterien werden wieviele Punkte vergeben? Wie setzen sich diese Auswertungen genau zusammen?  Ich würde das alles gerne nachlesen. Ihre Publikation scheint mir (dem “Sampel Report“  zufolge) hoch interessant und lesenswert. Als Schüler kann ich den Report für 390 Dollar aber unmöglich kaufen. Wollen Sie auch jungen interessierten Menschen wie mir, ohne dicke Brieftasche oder eigenes Unternehmen, ihre (wertvolle) Arbeit zugänglich machen? Ich denke es wäre eine Möglichkeit für Sie Öffentlichkeitsarbeit mal anders zu gestalten. Ich bin ein Replikator, trage meine Ideen, Meinungen und Vorstellungen in meinen Freundeskreis und meinen Blog (http://arminsoyka.at/) weiter und stehe erst am Anfang meines Lebens. “Mundpropaganda” ist wertvoll! Ich würde mich freuen, wenn Sie einen Lösungsvorschlag für mich hätten, ich bin sehr interessiert an dieser Arbeit.

Mit besten Grüßen,
freut sich auf Ihre Antwort,
Armin Soyka

Nebenbei bemerkt möchte ich hier auch die Aussage, dass Wiener Politik keinen Einfluss auf die Flugfrequenzen hätten, stark anzweifeln. Es mag sein, dass der Skylink mit Bundesgeldern gebaut und Schwechat außerhalb Wiens liegt, aber die überwiegende Mehrzahl der Passagiere die zum und vom “Vienna International Airport” fliegen verbringen Zeit in Wien. Steigt die Nachfrage nach Flügen nach/von Wien, weil Wien viele/viel mehr Menschen anzieht, steigt auch das Angebot, das ist bei dem mehr oder weniger freien Markt so. Nicht Opfer sondern Aufgabe!

Hier die Zeitungsartikel, die ich über die Mercer-Studie gefunden, gelesen und genossen habe:  http://wieninternational.at/, http://wien.orf.at/, “Warum Wien Zürich überholte” im Züricher Tages-Anzeiger und der oben schon verlinkte Standardartikel.

Hier die Informationen die Mercer auf ihren diversen Seiten veröffentlicht hat: hier auf Englisch ein umfassender Überblick, hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse in einem acht-minütigen Video in englischer Sprache,  hier die deutsche Presseaussendung von Mercer Schweiz.