Beiträge mit dem Tag: Hoffnung

Wir sind für etwas – gemeinsam.

Verfasst von Armin Soyka am Freitag, 20 November, 2009

gruen

Ich durfte in der Onlineausgabe des Standards am Montag ein Interview geben. Dort im Forum wird viel diskutiert. Mittlerweile gibt’s 270 Kommentare. Eine Zeit lang habe ich nur mitgelesen, dann habe ich beschlossen mitzudiskutieren. Am stärksten kritisiert wurde diese Passage:  “Können Sie sich vorstellen, ihre Themen bei einer anderen Partei umzusetzen?” war die Frage, ich habe geantwortet Weiterlesen »

Nick Vujicic: Ja, ich bin glücklich!

Verfasst von Armin Soyka am Mittwoch, 14 Oktober, 2009

“Ich heiße Nick Vujicic. Ich liebe es zu reisen, fischen, golfen und zu schwimmen. Ich liebe es zu leben. Ja, ICH bin glücklich

So beginnt eines der vielen Videos über Nick Vujicic, einem der wohl lebensfrohesten Menschen der Welt. Dann zoomt die Kamera weg. Nick hat keine Arme und keine Beine.

Auf seinem Weg von „Man with no limbs“ (Mann ohne Gliedmaßen) zu „Man with no limits“ (Mann ohne Grenzen) hatte auch er so einige Niederlagen zu überwinden – nicht zuletzt den Tod 3 seiner Familienangehörigen 2005.

Dennoch ist er überzeugt: „I wouldn’t change it“ Ohne seine Behinderung wäre es ihm nicht möglich vor Tausenden von Menschen zu reden und ihnen zu zeigen, dass selbst diese Hürde meisterbar ist.

Die Ärzte sagten, er würde niemals stehen können – geschweige denn gehen. Doch Nick machte sich nichts daraus, er beschloss sein Leben selbst zu leben und das Beste daraus zu machen. „You don’t have to believe others opinions!

Nick kann nicht nur vor großem Publikum reden und zigtausend Menschen Hoffnung geben, sondern auch ein eigenes Leben führen. Humorvoll erzählt er von seinem „Everyday life“ – schwimmen, golfen und neue Leute zu treffen stellen für ihn kein Hindernis dar. Nick kann surfen, er kann telefonieren und vor allem: Er kann etwas aus seinem Leben machen. “This is only the beginning, I mean, I’m only 23

Seinen Reden zuzuhören ist ein Erlebnis, das wohl kaum in Worten fassenbar gemacht werden  kann. Nick verurteilt sich nicht dafür in dem einen oder anderen Augenblick an sich gezweifelt zu haben, sein Leben verflucht oder sich gewünscht zu haben jemand anderes zu sein. Er bejammert nicht sein eigenes Leben, verurteilt nicht, wer ihn einst verspottete. Er versucht zu erklären, dass man etwas aus sich machen kann, dass jedes Leben lebenswert ist. Das einzige das einen behindert ist die eigene Vorstellungskraft.Don’t ask yourself and see what you don’t have- see what you do have! “ Nick versucht klarzumachen, dass man sich nicht an den Sachen festlegen soll, die einem fehlen – sieh dein Potential und mach etwas daraus ist seine wichtigste Botschaft.

Weiterführende Links: Nicks Webseite “Life without limbs”, Wikipediaeintrag auf Englisch, einige Youtubeplaylists

Der Artikel wurde von Kathi geschrieben, der ich ganz herzlich danken möchte!

Inspiration for the day

Verfasst von Armin Soyka am Samstag, 26 September, 2009

It’s still dark outside. It’s 25 past 6 and it’s cold and I’m deeply moved and inspired for the day to accomplish big things. I got up at 10 past 5 because I wanted to use my day. Make something out of it. I was fighting to get up. It wasn’t easy but it worked. I dressed, and five minutes later I was out on the streets. Running. I like to go out for a run when it’s dark and cold. You always observe new things and meet new people – and still you are by yourself. Time for you to do what you want to do. No obstacles. It was a good decision.

When I go on a run, I sometimes feel like taking my iPod, sometimes not. Today I did feel like taking it. When I take it I usually watch ted-podcasts.

TED is a small nonprofit devoted to Ideas Worth Spreading. It started out (in 1984) as a conference bringing together people from three worlds: Technology, Entertainment, Design.

Our mission: Spreading ideas.
We believe passionately in the power of ideas to change attitudes, lives and ultimately, the world. So we’re building here a clearinghouse that offers free knowledge and inspiration from the world’s most inspired thinkers, and also a community of curious souls to engage with ideas and each other.

To learn more about TED just go to it’s website http://ted.com.

So today I went out for a run and I listend to another amazing ted talk. There are so many, but this one was so impressive, I got to share it!

It was held by a guy named Bill Strickland – probably non of you will know him. And he told his story. Who he is, where he came from and where he is going. He decided to build a school. A school in the poorest part of Pittsburg. His concept:  “If you get kids flowers, if you give ‘em food, and get them sunshine and enthusiasm you can bring them right back to life!” He says it’s all about appreciation. It’s about caring about others and believing in them so they can learn to believe in themselves. It’s an important message. But it wasn’t the only one. He said so many amazingly inspiring things that I urge each one of you: Listen to this guy. Take 30 Minutes of your lifetime to listen to a man who made a difference, who is willing to show everyone who wants to see how to make a difference yourself. It is one of these messages we need. It is so impressive to see how one man can make this kind of a difference.

To convince you, I copied some quotes from the speech:

  • “There is nothing wrong with the (poor) kids – On average I get 80% of them to college, when 4 years ago they couldn’t read.”
  • “If you treat kids like a human being, they are very likely to behave like one”
  • Showing a beautiful artwork: “Children, who the entire world has given up on – thats what they did!
  • “…and there are no differences between white and black mothers! Mothers will come where their child is celebrated!”
  • “You have the way people think of themselves before you can change how they behave…”
  • “The only thing that is wrong with poor kids, is that they don’t have any money – but that’s something we can change!”
  • “I believe that the world is a place that’s worth living in. You have to tell them: I believe in you! I belive in your hopes and your dreams, I believe in your intelligence and in your enthusiams.”
  • “We won’t make it as a country unless we can turn this (education, poverty) thing around!”
  • “In Pennsylvania it costs about 60 thousand dollars to keep people in jail, but it’s only 40,000 dollars to send them to medical school! It’s actually 20,000 dollars cheaper to send people to university, than keep them in prison!”
  • “We can build these centers all over the country, in every city and village, for less money than we spend on prison!”
  • And he closes his speech with a revolutionary idea: “The solution to the depression is to make a friend in every town – then you’ll never be alone. I hope that I met some tonight!”

This is one of the best ted-talks I have ever seen and it inspired me to spread this idea. If you like it copy the video’s URL, send it to your friends, twitter it, facebook it, talk about it and think about what he said, and how you can make a difference in your world!

The direct link to the video is http://ted.com/index.php/talks/bill_strickland_makes_change_with_a_slide_show.html

On his webseite (bill-strickland.org) he asks “Can one entrepreneur save the world?” and the title of his book answers it: “Make the impossible possible”

By the way, by now it is 10 past 7, the sun is shining and even some birds are singing! What a wonderful world!

Lasst uns miteinander 3/3

Verfasst von Armin Soyka am Montag, 31 August, 2009

Beim Friedensgruß schließlich hatte ich einen unangenehm desillusionierten Dialog mit dem Jakob:

Ich: “Der Friede sei mit dir”

Pause

Er: “Eigentlich müsse man ja sagen, der Friede des Todes sei jetzt noch nicht mit dir.”

Ich: “Aber es gibt doch auch Friede im Leben, oder?”

Er: “Ja, aber in Afghanistan momentan leider weniger”

Stille

Ich: “Stimmt, auch in anderen Ländern” – Denkpause – “Aber ich bin überzeugt, dass jeder von uns einen Beitrag zum Frieden leisten kann”

Unterbrechung

Er: “Ja aber der absolute Weltfriede wird immer eine Illusion bleiben”

Ich: “Aber denkst du nicht, dass, indem du das sagst, verhinderst, dass er passiert?”

Pause

Er: “Ja natürlich kann man es versuchen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass es passiert ist sehr unwahrscheinlich, Menschen sind einfach zu streitsam und machtgierig”

Weise Worte und ein weiterer eindrucksvoller Beweis wie viel junge Menschen nachdenken und zu was für Schlüssen sie kommen. Jakob ist 12 Jahre alt, seine Überlegungen sind komplex, haben Hand und Fuß, sind aber sehr pessimistisch (hoffnungslos?). Hier braucht es einen Wandel! Schnell! Junge Menschen, mit solchen Kapazitäten brauchen Hoffnung, brauchen Visionen, brauchen Träume – geben wir, als “die Alten” (älteren) ihnen die Möglichkeit sie zu entwickeln!  Machen wir sie nicht fertig, bauen wir sie auf. Reden wir ihnen Utopien nicht aus sondern fördern sie. Utopie ist nichts anderes als ein “Nicht-Ort” (von dem griechischen utopos). Aber was nocht nicht ist, kann ja noch werden! Geben wir alle unser bestes, dann wird der Wandel kommen!
“Change happens when you live your visions, dreams and desires!”

Lasst uns miteinander 1/3

Verfasst von Armin Soyka am Montag, 31 August, 2009

Ich bin diese Woche als Gruppenleiter auf dem Mini(stranten)lager der Pfarre Gersthof. Und auch wenn ich für mich geklärt habe, wie ich zu der katholischen “Ideologie” stehe (das ist ein anderes Thema), passieren hier ganz wunderbare und lehrreiche Dinge. Heute war zum Beispiel die Sonntagsmesse. In den nächsten drei Blogposts möchte ich auf drei Ereignisse während dieser Messe eingehen, von denen ich denke, dass sie auch für alle, die nichts mit dem Christentum, Religion oder Glaube anfangen können, interessant, unter Umständen lehrreich sind, hoffenlich aber zum Nachdenken anregen.

Bei der Predigt ging es um Geschwisterlichkeit, ein Synonym für das Wort wäre wohl Miteinander oder auch Menschlichkeit (?). Ich schreibe sie ab, weil ich die Gedanken für “worth spreading” halte.

Gedanken zur Geschwisterlichkeit

Geschwister sind verschieden.
Sie kenne die angenehmen Eigenschaften des anderen und die unangenehmen.
Sie helfen einander, wenn sie einander anerkennen und nicht ablehnen.
Sie müssen mit ihrer Verschiedenheit umgehen lernen, damit sie als Geschwister zusammenhalten können.
Es ist wichtig, dass wir darüber reden lernen, was einer besser kann und was ihm schwer fällt.
Wir machen miteinander aus, was zwischen uns gilt, damit wir einander nicht durch Missverständnisse kränken.
Wir üben uns darin, den Ausgleich zwischen uns zu suchen, indem wir einander abwechselnd nachgeben, damit nicht einer den anderen unterdrückt.
Wer stärker ist in irgend einer Weise, der passt darauf auf, dass er den anderen auch gelten lässt und ihn nicht unterdrückt.

Wichtig ist nicht die Frage: Wer hat recht? sondern: Wie kommen wir zu einem Ausgleich trotzdem jeder anders ist?
Es ist nicht im Sinne Jesu, etwas in stolzer Einsamkeit zu tun, was einer in Geduld mit anderen zusammen tun könnte, damit diese etwas lernen.
Es gilt:

Vormachen, mitmachen lassen, nachmachen lassen! (Carijn)

Es ist zwar zuerst mühsam, sich ohne einen “Anschaffer” zu einigen.
Aber so eine Einigung ist wertvoller und stärker den notwendigen Frieden.
Eine erarbeitete Einigung ist einer autoritären Entscheidung überlegen, weil die “geschwisterliche” Zufriedenheit durch Unterwürfigkeit nicht zu erreichen ist!

Ich glaube zu diesen Worten muss man nicht viel sagen.
Für mich stellen sie einen bedingungslosen Aufruf dazu dar besser auf mich und den Umgang mit meinen Mitmenschen zu achten.
Mich mehr darum zu bemühen den Menschen in meinem Umfeld zuzuhören und nach gemeinsamen Lösungen zu suchen!
Täten wir das alle, würde unsere Welt radikal anders aussehen, ich bin überzeugt.

Im zweiten Post zu der Messe wird es um Ehrlichkeit und seine Verbindung zum Miteinander gehen.

Ich bin diese Woche als Gruppenleiter auf dem Mini(stranten)lager der Pfarre Gersthof. Und auch wenn ich für mich geklärt habe, wie ich zu der katholischen “Ideologie” stehe (das ist ein anderes Thema), passieren hier ganz wunderbare und lehrreiche Dinge. Heute war zum Beispiel die Sonntagsmesse. In den nächsten drei Blogposts möchte ich auf drei Ereignisse während dieser Messe eingehen, von denen ich denke, dass sie auch für alle, die nichts mit dem Christentum, Religion oder Glaube anfangen können, interessant, unter Umständen lehrreich sind, hoffenlich aber zum Nachdenken anregen.
Bei der Predigt ging es um Geschwisterlichkeit, ein Synonym für das Wort wäre wohl Miteinander oder auch Menschlichkeit (?). Ich schreibe sie ab, weil ich die Gedanken für “worth spreading” halte.
Geschwister sind verschieden.
Sie kenne die angenehmen Eigenschaften des anderen und die unangenehmen.
Sie helfen einander, wenn sie einander anerkennen und nicht ablehnen.
Sie müssen mit ihrer Verschiedenheit umgehen lernen, damit sie als Geschwister zusammenhalten können.
Es ist wictig, dass wir darüber reden lernen, was einer besser kann und was ihm schwer fällt.
Wir machen miteinander aus, was zwischen uns gilt, damit wir einander nicht durch Missverständnisse kränken.
Wir üben uns darin, den Ausgleich zwischen uns zu suchen, indem wir einander abwechselnd nachgeben, damit nicht einer den anderen unterdrückt.
Wer stärker ist in irgend einer Weise, der passt darauf auf, dass er den anderen auch gelten lässt und ihn nicht unterdrückt.
Wichtig ist nicht die Frage: Wer hat recht? sondern: Wie kommen wir zu einem Ausgleich trotzdem jeder anders ist?
Es ist nicht im Sinne Jesu, etwas in stolzer Einsamkeit zu tun, was einer in Geduld mit anderen zusammen tun könnte, damit diese etwas lernen.
Es gilt: Vormachen, mitmachen lassen, nachmachen lassen! (Carijn)
Es ist zwar zuerst mühsam, sich ohne einen “Anschaffer” zu einigen. Abser so eine Einigung ist wertvoller und stärker den notwendigen Frieden.
Eine erarbeitete Einigung ist einer autoritären Entscheidung überlegen, weil die “geschwisterliche” Zufriedenheit durch Unterwürfigkeit nicht zu erreichen ist!
Ich glaube zu diesen Worten muss man nicht viel sagen. Für mich stellen sie einen bedingungslosen Aufruf dazu dar besser auf mich und den Umgang mit meinen Mitmenschen zu achten. Mich mehr darum zu bemühen den Menschen in meinem Umfeld zuzuhören und nach gemeinsamen Lösungen zu suchen! Täten wir das alle, würde unsere Welt radikal anders aussehen, ich bin überzeugt.
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Jeder von uns Gruppenleiter konnte sich auch Begriffe aussuchen, die für uns zur Geschwisterlichkeit passen, um dann während der Messe zu begründen, warum wir sie für wichtig halten. Einige der Worte waren: Ausdauer, Großzügigkeit, Verantwortung, Flexibilität, Lernen, Mut, Humor, Geduld, Kummunikation, Vertrauen, Verständnis, Freude, Handeln, Geborgenheit, Harmonie. Ich habe mir Ehrlichkeit ausgesucht. Meine Begründung war.
“Ehrlichkeit ist nicht immer leicht. Der Mama zu gestehen, dass die Schüssel zerbrochen ist, dem Lehrer zu sagen, dass die Hausübung nicht gemacht wurde oder zuzugeben, dass man das Geheimnis der Freundin weitererzählt hat, ist durchaus unangenehm. Geschwisterlichkeit kann aber nur auf Ehrlichkeit basieren. Nur wenn wir Fehler zugeben und eingestehen, wo etwas falsch gelaufen ist (der Mama, dem Lehrer, der Freunden und uns selbst gegenüber) kann in dem Miteinander ein Vertrauen entstehen, dass man Geschwisterlichkeit nennen kann. Geschwisterlichkeit heißt das Vertrauen haben, dass auf Ehrlichkeit Vergebung, nicht Verurteilung folgt.”
Ich würde mich über verschiedene Meinungen zu meinem Statement freuen!
——–
Beim Friedensgruß schließlich hatte ich einen wahnsinnig spannenden Dialog mit dem Jakob:
Ich: “Der Friede sei mit dir” – Pause
Er: Eigentlich müsse man ja sagen der Friede des Todes sei jetzt noch nicht mit dir.”
Ich: “Aber es gibt doch auch Friede im Leben, oder?”
Er: “Ja, aber in Afghanistan momentan leider weniger” – Stille
Ich: “Stimmt, auch in anderen Ländern” – Denkpause – “Aber ich bin überzeugt, dass jeder von uns einen Beitrag zum Frieden leisten kann” – Denkpause
Er: “Ja aber der absolute Weltfriede wird immer eine Illusion bleiben”
Ich: “Aber denkst du nicht, dass, indem du das sagst, verhinderst, dass er passiert?” – Pause
Er: “Ja natürlich kann man es versuchen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass es passiert ist sehr unwahrscheinlich, Menschen sind einfach zu streitsam und machtgierig”
Weise Worte und ein weiterer eindrucksvoller Beweis wie viel junge Menschen nachdenken. Jakob ist 12 Jahre alt, seine Überlegungen sind komplex, haben Hand und Fuß, sind aber sehr pessimistisch (hoffnungslos?). Hier braucht es einen Wandel! Schnell! Junge Menschen, mit solchen Kapazitäten brauchen Hoffnung, brauchen Visionen, brauchen Träume – geben wir, als “die Alten” (älteren) ihnen die Möglichkeit sie zu entwickeln. Machen wir sie nicht fertig, bauen wir sie auf. Reden wir ihnen Utopien nicht aus sondern fördern sie. Utopie ist nichts anderes als ein “Nicht-Ort” (von dem griechischen utopos). Aber was nocht nicht ist, kann ja noch werden! Geben wir alle unser bestes, dann wird der Wandel kommen! “Change happens when you live your visions, dreams and desires!”
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Ich bin diese Woche als Gruppenleiter auf dem Mini(stranten)lager der Pfarre Gersthof. Und auch wenn ich für mich geklärt habe, wie ich zu der katholischen “Ideologie” stehe (das ist ein anderes Thema), passieren hier ganz wunderbare und lehrreiche Dinge. Heute war zum Beispiel die Sonntagsmesse. In den nächsten drei Blogposts möchte ich auf drei Ereignisse während dieser Messe eingehen, von denen ich denke, dass sie auch für alle, die nichts mit dem Christentum, Religion oder Glaube anfangen können, interessant, unter Umständen lehrreich sind, hoffenlich aber zum Nachdenken anregen.
Bei der Predigt ging es um Geschwisterlichkeit, ein Synonym für das Wort wäre wohl Miteinander oder auch Menschlichkeit (?). Ich schreibe sie ab, weil ich die Gedanken für “worth spreading” halte.
Gedanken zur Geschwisterlichkeit
Geschwister sind verschieden.
Sie kenne die angenehmen Eigenschaften des anderen und die unangenehmen.
Sie helfen einander, wenn sie einander anerkennen und nicht ablehnen.
Sie müssen mit ihrer Verschiedenheit umgehen lernen, damit sie als Geschwister zusammenhalten können.
Es ist wichtig, dass wir darüber reden lernen, was einer besser kann und was ihm schwer fällt.
Wir machen miteinander aus, was zwischen uns gilt, damit wir einander nicht durch Missverständnisse kränken.
Wir üben uns darin, den Ausgleich zwischen uns zu suchen, indem wir einander abwechselnd nachgeben, damit nicht einer den anderen unterdrückt.
Wer stärker ist in irgend einer Weise, der passt darauf auf, dass er den anderen auch gelten lässt und ihn nicht unterdrückt.
Wichtig ist nicht die Frage: Wer hat recht? sondern: Wie kommen wir zu einem Ausgleich trotzdem jeder anders ist?
Es ist nicht im Sinne Jesu, etwas in stolzer Einsamkeit zu tun, was einer in Geduld mit anderen zusammen tun könnte, damit diese etwas lernen.
Es gilt: Vormachen, mitmachen lassen, nachmachen lassen! (Carijn)
Es ist zwar zuerst mühsam, sich ohne einen “Anschaffer” zu einigen.
Aber so eine Einigung ist wertvoller und stärker den notwendigen Frieden.
Eine erarbeitete Einigung ist einer autoritären Entscheidung überlegen, weil die “geschwisterliche” Zufriedenheit durch Unterwürfigkeit nicht zu erreichen ist!
Ich glaube zu diesen Worten muss man nicht viel sagen. Für mich stellen sie einen bedingungslosen Aufruf dazu dar besser auf mich und den Umgang mit meinen Mitmenschen zu achten. Mich mehr darum zu bemühen den Menschen in meinem Umfeld zuzuhören und nach gemeinsamen Lösungen zu suchen! Täten wir das alle, würde unsere Welt radikal anders aussehen, ich bin überzeugt.

Nochmal über Bekanntschaften in den Öffis

Verfasst von Armin Soyka am Donnerstag, 27 August, 2009

Heute bin ich in der S-Bahn von einer Mitte-50er-Dame angesprochen worden. Ich war auf der Heimreise von Hamburg über Hütteldorf nach Gersthof. Sie fragte mich, ob ich hier Urlaub mache. Um’s kurz zu machen: Wieder eine ganz spannende Persönlichkeit kennen gelernt. Mit 14 hat sie eine Lehre gemacht, obwohl sie nicht wollte, sie wurde einfach nicht gefragt, gabs halt nicht. Keine Matura, kein Studium. “Meine Eltern haben mich nicht immer unterstützt, aber meine Tochter, die hat immer alles bekommen, was ich ihr geben konnte.” hat sie gesagt, “Jetzt hat sie sogar studiert.” Das alleine ist zwar schön und außergewöhnlich (nur 1 Prozent der Kinder aus Nicht-Akademikerfamilien schließen ein Studium ab, hab ich mal wo gelesen (kennt wer eine Quelle, die das bestätigt?))… “aber mir hat das denken gefehlt” fügt die Frau an. Als ihre Tochter 12 war begann sie in der Abendschule die Matura zu machen, als die Tochter fertig war mit der Schule, begann sie selber zu studieren. “Neben der Arbeit, das ist ganz schön anstrengend”. “Medizin geht nicht,” meinte sie, “da muss man um 8 in der Früh zu den Pflichtvorlesungen antanzen. Jus auch nicht, aber Philosophie, die ganzen Geisteswissenschaften, die gehen. Natürlich, für die Prüfungen, da muss man sich frei nehmen, aber es geht schon. Wenn man etwas wirklich will, dann geht das auch.”

Sie zückte ihre Visitenkarte. “Zur kurzen Ansicht”. Jetzt, geschätzte 15 Jahre nach der späten Matura ist sie Mag. DDDr. XXX XXX. Philosophie hat sie studiert, Kant ist ihr Lieblinig, aber auch Kulturwissenschaften und Psychologie (?) und noch zwei andere Dinge, die ich vergessen habe. Und dann war es auch schon wieder vorbei.

“Ja, wenn man etwas wirklich will, dann geht das auch”. Das waren die letzten Worte, die sie sagte, bevor sie mich mit meiner Bewunderung, 1000 Fragen und einer gewachsenen Zuversicht in Ottakring verlies.

So wahr, so wichtig, merk es dir, glaub an dich, arbeite an dir und lebe deine Träume. Wenn du wirklich willst, dann geht das auch!

Es muss nicht so schwer sein

Verfasst von Armin Soyka am Donnerstag, 9 Juli, 2009

Dies ist der zweite Teil zu diesem Blogeintrag (Bloghistory/Potenzial und die nötige Wertschätzung)

Der zweite Teil des einprägsamen Abends fand von 1:33 bis 3:54 des nächsten Morgens statt. Ich kam ins Gespräch mit einer jungen Dame (Alter ist ja immer relativ, sie war 22). Ins Gespräch kamen wir, weil mir höflicherweise ein Bier angeboten wurde. Dass mich die Aussicht auf ein gratis Heineken nicht erregte und ich keine Anstalten machte das Angebot anzunehmen, schien sie nachdenklich zu stimmen. Nach ein paar Minuten fragte sie: „So you don’t drink?“ – „No.“ Stille. Wenig später: „So do you smoke?“ – „No.“ Stille. Irgendwann brach das Eis und wir begannen über Vor- und vor allem Nachteile von Sucht, Drogen und Alkohol zu diskutieren. Aber in Wirklichkeit lief das Gespräch in eine ganz andere Richtung. Über die Frage, woher kommt eigentlich das Bedürfnis nach Drogen und danach, sich selber vergessen zu wollen, kamen wir sehr schnell von Drogen weg, hin zu der Frage „Wer bin ich?“. Die Frage nach dem „Wo ist mein Platz in der Welt?“. Diese Frage, die jeden mal quält und die nur von den wenigsten wirklich nach einer lebenslangen, eingehenden Suche beantwortet wird.

Lange Rede kurzer Sinn. Warum mir der Abend in Erinnerung bleiben wird:

  • Ich habe ein weiteres Mal gesehen, wie sensibel, verletzlich und desorientiert ein junger Mensch durch die visionsleere Sphaere schweben kann und gesehen wie wichtig Visionen, Ideen, Wünsche, Träume, Hoffnungen und das Vertrauen auf und Wissen um die Erfüllung eben dieser ist.
  • Ich habe ein weiteres Mal gesehen, wie Gesellschafts- sowie harte Drogen als Lösung angesehen werden und auf den Schneepflugeffekt (= vor dir herschieben) vergessen wird.
  • Ich habe ein weiteres Mal gesehen, wie schwierig es machen Menschen fällt, trotz besserem Wissen aus diesem Teufelskreis des Selbstbetrugs auszubrechen und sich auf die Suche nach dem eigenen Platz zu machen, anstatt die Frage weiterhin zu verdrängen.
  • Ich habe ein weiteres Mal gesehen, wie groß die Angst mancher Menschen vor sich selbst, vor ihrer Selbsfindung ist. Ich habe ein weiteres Mal gesehen, wie meine Ideen zur Erleichterung dieses Schrittes zur Selbstfindung zwar als gut – sogar großartig – befunden wurden,
  • ich habe aber auch ein weiteres Mal gesehen, wie mir die Umsetzung dieser Ideen aber nicht zugetraut wird.
  • Ich habe ein weiteres Mal gesehen, wie dringend es Vorbilder braucht, die bereit sind die Hand zu reichen, wo eine Hand von Nöten ist und offen, verständnisvoll und einfühlsam vorzugehen und neue Wege gemeinsam zu beschreiten.

Aus diesen zwei Stunden nehme ich vieles mit. Aber vor allem: Ich möchte versuchen ein solches Vorbild zu sein. Ich möchte den Mut aufbringen, neue Wege zu beschreiten und den Menschen in meiner Umgebung, wo immer ich sie finden kann, meine Hand entgegenzustrecken und Halt zu geben und natürlich auch selbst Halt zu finden. Visionen zu haben und sie nicht nur zu träumen, sondern zu leben. Nicht blind Ideen nachlaufen, sondern klug auch mich selbst regelmäßig hinterfragen und prüfen, ob meine Wünsche noch wünschenswert sind. Ich möchte all jene, die mir nicht zutrauen, dass ich meine Ziele erreiche, beweisen, dass „change happens“ – Veränderung passiert.

When I die, I will have changed the world.
Because change happens if you live your visions, dreams & desires!
I have visions, I have dreams and I have desires – they will have come true!
What about yours?

Für die, die sich jetzt fragen, was diese Ideen sind, wie man es (jungen) Menschen leichter machen kann, sich selbst zu finden, hier kurz ein paar skizziert (vielleicht in einem späteren Blogpost eingehender):

  • Es braucht einen gesellschaftlichen Wandel dahingehend, dass Fehler endlich als das anerkannt werden, was sie sind: Unsere größten Lehrmeister, unsere Chancen zu sehen, was wir besser machen können. Fehler müssen gemacht werden, eine makellos fehlerfreie Gesellschaft, oder eine, die danach strebt, ist ein Fehler in sich (Stichwort 90-60-90, Stichwort Six-pack,…).
  • Es braucht einen Wandel zu einer Gesellschaft, die kritisches Denken und Handeln fordert und fördert, damit alte Krustzustände aufgebrochen und kritisiert werden (können).
  • Es braucht einen gesellschaftlichen Wandel dahingehend, dass man wieder träumen darf. Träumen tut man aber nur, wenn man auf sich selbst vertraut, deshalb:
  • Es braucht einen gesellschaftlichen Wandel dahingehend, dass man als junger Durchschnittsmensch stolz auf sich sein und ein gesundes Selbstvertrauen entwickeln kann. In unserer autoritären Top-to-Bottom Gesellschaft ist das leider nur schwer möglich. Wenn Jugendliche in 18 Jahren über 150.000 mal hören, dass sie etwas nicht können, dann ist es logisch, dass junge Menschen auch nicht auf sich selbst und ihren individuellen Weg vertrauen – sondern ihre tollen Fähigkeiten darauf verwenden, sich dem Diskurs, welches denn nun ihre Fähigkeiten sind, verwehren.
  • Es braucht einen gesellschaftlichen Wandel dahingehend, dass Verantwortung wieder Spaß macht, weil sie gesellschaftlich gutiert, anerkannt und gelobt wird und damit wieder (?) als wertvolles Ziel gesehen wird. Damit Gemeinwohl auch im Kopf des Einzelnen Platz findet. Denn Gemeinschaft ist was unser aller Leben bestimmt. Wir leben in einer Fremdversorgergesellschaft in der jeder für den anderen arbeitet und jeder damit auch eine große Verantwortung übernehmen muss.

Wenn es uns gelingt, diese Werte in unserer Gesellschaft zu installieren bzw. zu stärken bin ich überzeugt, dass vielen (jungen) Menschen eine Menge Leid erspart bleiben wird. Und das ist ein Ziel, für das ich finde, dass es sich zu arbeiten lohnt!