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BV-18 Sitzung (22. September 2011)

Posted by on Donnerstag, 13 Oktober, 2011

Zwei Wochen ist es schon wieder her, aber auch nach der Sommerpause gab es wieder eine Bezirksvertretungssitzung. Meine Vierte bisher und mit Sicherheit auch die spannendste. Ich habe mich öfters zu Wort gemeldet und bin – man glaubt es kaum  aufmüpfiger geworden. Vielleicht habe ich auch die eine oder andere Wortmeldung zuviel abgegeben oder habe nicht die klügsten Worte gewählt. Einmal wurde ich auch postwendend von unserem Klubobmann Marcel Kneuer zurechtgewiesen – natürlich sind wir nicht einverstanden damit wenn ein Antrag auf Radfahren gegen die Einbahn aufgrund von Sicherheitsbedenken der FPÖ in die Verkehrskommission abgeschoben werden soll.  Aber auch das ist ok so. Wie soll man lernen politische Attacken mit Maß und Ziel zu fahren und politisch geschickt zu argumentieren, wenn man nicht auch mal in den Gatsch greift. Und welches politische Gremium bietet sich dafür mehr an als ein Bezirksparlament.

Spannend war es für mich vor allem weil es um auch um zwei Anträge ging, die mir sehr am Herzen liegen. Einerseits das von mir beantragte Radfahren gegen die Einbahn in der Wallrißstraße zwischen der Schöffelgasse und der Alseggerstraße als auch die von meiner lieben Kollegin Jojo Pasiecznik Lösung für RadfahrerInnen im neu durchgebrochenen Teil der Wallrißstraße zwischen Messerschmidtgasse und Witthauergasse.

Mein zweiter Antrag wurde von Bezirksvorsteher Homole leider nicht zur Sitzung zugelassen. Ich wollte beantragen, dass die Schumanngasse und der Steg bei Schumanngasse (das ist die kleine Brücke über  die S45 zwischen den zwei Tankstellen) für den Radverkehr geöffnet wird. Hier wären keine großen Umbauten möglich, lediglich eine Absenkung des Gehsteigs zur Gersthoferstraße hin und eine Zusatztafel unter dem Einfahrverbotenschild mit ausgenommen RadfahrerInnen.  Allerdings liegen entweder der gesamte Steg bei Schumanngasse auf Hernalser Bezirksseite oder zumindest ein großer Teil davon.

Ich habe mich diesbezüglich bereits den zuständigen grünen Bezirksrat im 17 gewandt und vermutlich wird der grüne Klub im 17. den selben Antrag nocheinmal einbringen mit Hinweis auf notwendige Koordination mit Währing.

Eins zeigt sich für mich immer klarer – wer auf Bezirksebene was umsetzen möchte braucht einen langen Atem. Aber es macht auch Spaß. Und  a bisserl was bewegt sich eh.

Positiv beschlossene Anträge aus der BV-Sitzung vom 22.9.2011 (Quelle)

1636/1/11

BzR Kerschbaum (FPÖ)

Die MA 46 wird ersucht, die Radfahranlage Semperstraße/Schulgasse in Ihrer Gesamtheit zu überprüfen und dabei besonderes Augenmerk auf folgende Punkte zu richten:

  • • Die Überprüfung und Korrektur der Position des VZ „Radweg“ an der stadteinwärts linken Seite der Kreuzung zumal der stadteinwärts führende Radstreifen rechterhand situiert ist.
  • • Die nun durch Vorziehungen verengte Fahrbahn Richtung Schopenhauerstraße scheint in der Praxis den notwendigen seitlichen Sicherheitsabständen im erlaubten Begegnungsverkehr nicht zu genügen.
  • • Die Möglichkeit der zusätzlichen Anbringung des Vorrangzeichens „Halt“ an der Einmündung in die Währinger Straße.

1637/1/11

BzR Mag. Kneuer (GRÜNE)

Die Magistratsabteilung 42 wird ersucht im Gebiet des Cottageviertels sowie in Gersthof die Baumschutzbügel in jenen Straßen, in denen Autos zwischen Bäumen geparkt werden, zu überprüfen und gegebenenfalls auszubessern. Dabei soll darauf geachtet werden, dass alle Bäume durch Baumschutzbügel so geschützt werden, dass sie nicht durch unachtsame AutofahrerInnen beschädigt werden können und ausreichend Platz rund um die Bäume für ein gedeihliches Wachstum gegeben ist.

1638/1/11

BzR Mag Stein (SPÖ)

Die Währinger Bezirksvertretung wolle beschließen, an die amtsführenden Stadträte der Geschäftsgruppe Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung und der Geschäftsgruppe Bildung, Jugend, Information und Sport sowie an die amtsführende Stadträtin der Geschäftsgruppe Gesundheit und Soziales möge das Ersuchen herangetragen werden, nach Möglichkeit darauf hinzuwirken, dass auf dem Gelände der Semmelweisklinik

  1. 1. in ausreichendem Ausmaß nach dem Wiener Wohnbauförderungs- und Wohnhaussanierungsgesetz

(WWFSG 1989) geförderte Wohnungen errichtet werden und in ausreichendem Maß Wohnungen nach dem Konzept „Mehr-Generationen-Wohnen“ geschaffen werden, wenn aufgrund der zuletzt in der Sitzung vom 5. Mai 2011 seitens der Währinger Bezirksvertretung angestrebten Projektentwicklung auf dem in

Rede stehenden Areal Wohnraum geschaffen werden soll,

2. das bisher als Berufsschul-Gebäude verwendete Objekt auch weiterhin als Schulgebäude

genutzt wird und

3. der sich in einem anderen Gebäude des Areals befindliche Turnsaal ebenfalls zweckentsprechend

genutzt wird.

1639/1/11

BzRin Grubmüller (ÖVP)

Die amtsführende Stadträtin für Finanzen, Wirtschaftspolitik und Wiener Stadtwerke, Vizebürgermeisterin Maga. Renate Brauner, möge dem Bezirk die Kriterien mitteilen, unter welchen der in der Antwort vom      14. Juni 2011 (BVP18-1946-2011/0001) 96 % Deckungsgrad des Nachtverkehrsnetzes zu Stande kommt.

1640/1/11

BzRin DI Greimel Rom (GRÜNE)

Die Magistratsabteilung 46 (Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten) wird ersucht, in der Alsegger Straße und in der Schöffelgasse im Abschnitt zwischen Herbeckstraße und Czartoryskigasse, blockweise Einbahnen vorzuschlagen, um den Durchzugsverkehr zu vermindern. Der Vorschlag soll in den zuständigen Gremien der Bezirksvertretung und mit der Bevölkerung zur Diskussion kommen.

1641/1/11

BzR DI Dr. Hohenwarter (GRÜNE)

Die Bezirksvertretung möge beschließen die amtsführende Stadträtin der Geschäftsgruppe Umwelt, Frau Maga. Ulli Sima zu ersuchen, Maßnahmen zur besseren Information von BürgerInnen und der Einbindung von deren Interessen bei Baumfällungen zu überlegen und diese auch umzusetzen.

1642/1/11

BzRin Njie (GRÜNE)

Die Bezirksvertretung möge beschließen: Die MA 46 wird ersucht zu prüfen, ob die Ampel bei Gymnasiumstraße/Sternwartestraße für den Zeitraum der nächtlichen Ruhestunden blinkend betrieben werden kann.

1643/1/11

BzRin Grubmüller (ÖVP)

Die amtsführende Stadträtin für Finanzen, Wirtschaftspolitik und Wiener Stadtwerke, Vizebürgermeisterin Mag. Renate Brauner, wird ersucht neuerlich eine Untersuchung in Auftrag zu geben, die dem Bedarf von Tangentialverbindungen im Rahmen des Nachtverkehrs prüft.

1644/1/11

BzR Kögl (SPÖ)

Die Bezirksvertretung für den 18. Bezirk möge beschließen und an die amtsführende Stadträtin für Stadtentwicklung, Verkehr, Klimaschutz, Energieplanung und BürgerInnenbeteilung, Maga. Maria Vassilakou, weiterleiten, sie möge die erforderlichen Veranlassungen treffen, dass jener Teil des als Verbindungsweges zwischen Ignaz-Schreiner-Weg und KGV Pötzleinsdorfer Höhe genutzten Weges, der vom Ignaz-Schreiner-Weg bis zu dem befestigten Privatweg auf dem Grundstück Pötzleinsdorfer Straße 194-196 führt, in das öffentliche Gut übernommen und damit widmungsmäßig berücksichtigt wird.

1645/1/11

BzR Soyka (GRÜNE)

Die Bezirksvertretung möge beschließen: Die MA 46 (Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten) wird ersucht, sofern möglich, das Rad fahren gegen die Einbahn in den Bereichen Wallrißstraße zwischen Schöffelgasse und Alsegger Straße sowie in der Ferrogasse zwischen Alsegger Straße und Salierigasse zu erlauben.

1646/1/11

BzR Mag. Much, MSc (SPÖ)

Die Bezirksvertretung für den 18. Bezirk möge beschließen und an die amtsführende Stadträtin für Stadtentwicklung, Verkehr, Klimaschutz, Energieplanung und BürgerInnenbeteilung weiterleiten, sie möge die Ausarbeitung eines Konzeptes veranlassen, das für eine effiziente Kommunikation und Information, damit zu verbesserter Bewusstseinsbildung und letztendlich zu geordneten Parkverhalten von ortsunkundigen KFZ-FahrerInnen führt. Damit sollen andere VerkehrsteilnehmerInnen – insbesondere in Schienenstraßen – nicht durch verkehrsbehindertes Parken unnötig eingeschränkt werden.

1647/1/11

BzRin Maga. Pekarek (GRÜNE)

Die MA 46 (Wiener Verkehrsorganisation) wird ersucht, im Bereich Gentzgasse/Cottagegasse zu prüfen, welche weiteren baulichen und technischen Maßnahmen erfolgen können, die die Sicherheit von SchülerInnen beim Überqueren der Gentzgasse erhöhen. Weiters soll der Bereich durch Schülerlotsen gesichert werden.

1649/1/11

BzRin Pasiecznik (GRÜNE)

Die Bezirksvertretung möge beschließen: Die MA 42 (Wiener Stadtgartenamt) wird ersucht, in den Bereichen Joseph-Kainz-Platz, Währinger Park und Pötzleinsdorfer Schlosspark Slackline Infrastruktur aufzustellen (Holzpylonen) um die Ausübung dieser populären Sportart zu ermöglichen und gleichzeitig den Baumschutz zu gewährleisten.

1650/1/11

BzRin Pasiecznik (GRÜNE)

Die Bezirksvertretung möge beschließen: Die MA 46 (Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten) wird ersucht, zu prüfen ob eine Möglichkeit der Umgestaltung des Fußweges in der Wallrißstraße zwischen Witthauergasse und Messerschmidtgasse besteht, sodass dieser von RadfahrerInnen und FußgängerInnen gemeinsam genutzt werden könnte.

1652/1/11

BzR Mag. Much, MSc (SPÖ)

Die Bezirksvertretung für den 18. Bezirk möge beschließen und an die amtsführende Stadträtin der Geschäftsgruppe für Umwelt weiterleiten, sie möge die weitere Aufstellung von Mistkübeln im Bereich der Schafbergwiese Josef-Redl-Gasse/Josef Bindtner-Gasse veranlassen.

1653/1/11

BzRin Grubmüller (ÖVP)

Die amtsführende Stadträtin für Integration, Frauenfragen, KonsumentInnenschutz und Personal, Sandra Frauenberger, möge dem Bezirk Währing den am 25. August 2011 in den Medien angekündigten Zeitplan über den flächendeckenden Ausbau von gratis W-LAN in Wien zukommen lassen.

1655/1/11

BzR Schrangl (FPÖ)

Die amtsführende Stadträtin der Geschäftsgruppe Umwelt, Frau Maga. Ulli Sima wird ersucht zu prüfen, in Absprache mit der Bezirksgruppe „Währinger Naturfreunde“, ob und wie die Öffnungszeiten der Paulinenwarte im Türkenschanzpark erweitert werden können, und dies gegebenenfalls veranlassen.

1656/1/11

BzR Wasser (ÖVP)

Frau Vizebürgermeisterin Maga. Maria Vassilakou wird ersucht umgehend mit den Verantwortlichen der ÖBB in Verhandlungen darüber zu treten, dass auch nach Inbetriebnahme des neuen Hauptbahnhofes sichergestellt wird, dass die Vorortelinie S 45 an die Westbahn bzw. an den neuen Hauptbahnhof angebunden wird/bleibt. Insbesondere sollte dabei geprüft werden, ob die S 45 bis Auhof bzw. Purkersdorf verlängert werden kann oder, ob die Vorortelinie in Hinkunft über die Penzinger-Schleife und den Wienfluss zum Hauptbahnhof geführt werden könne. Das Ziel aller Planungen sollte die Aufrechterhaltung einer direkten Umsteigerelation aus den Zügen der Westbahn in die S 45 sein.

1657/1/11

BzR Köckeis (FPÖ)

Der amtsführende Stadtrat der Geschäftsgruppe „Bildung, Jugend, Information und Sport“, Herr Christian Oxonitsch wird ersucht, zur Aufrechterhaltung der Mobilität und zur Förderung und Begleitung pädagogischer bzw. therapeutischer Maßnahmen von körperbehinderten Kindern im Sonderpädagogischen Zentrum (SPZ) Hans-Radl-Schule in Währing, den Betrieb des Schulbusses wieder aufzunehmen.

1658/1/11

BzR Schrangl (FPÖ)

Die Bezirksvertretung möge beschließen und an die amtsführende Stadträtin der Geschäftsgruppe Umwelt, Frau Maga. Ulli Sima weiterleiten, dass an den Eingängen zu sämtlichen Spielplätzen des Bezirkes Währing die Nicht-Raucher-Zonen gemäß § 10 Grünanlagenverordnung ausgeschildert werden. Weiters wird die zuständige Stadträtin gebeten sich für die Einhaltung des Verbotes durch verstärkte Präsenz der „Waste-Watcher“ im 18. Bezirk einzutreten.

Volksverarsche, nicht Volksbefragung.

Posted by on Dienstag, 2 Februar, 2010

Zwischen 11. und 13. Februar dürfen alle WienerInnen mit ö Reisepass 5 Kreuzchen machen.  Mit Demokratie hat dies alles jedoch nichts zu tun. Die Fragen sind suggestiv und unklar.  »Sind Sie dafür, daß ihnen etwas abgeschnitten wird?« Ja was denn, Haare oder der Fuß? In den letzten Monaten wurde viel  geschrieben über eine »Volksbefragung« die eine Volksverarsche ist, hier eine Samm- lung. Read the rest of this entry »

Ich kandidierte – meine Rede

Posted by on Donnerstag, 26 November, 2009

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Ich kandidierte. Hier nun meine Rede bei der grünen Landesversammlung am 15. November 2009 bei der die Liste für die Gemeinderatswahl 2010 gewählt wurde auf deren stolzen 24. Listenplatz ich stehen werde. Mittlerweile gab es auch einige Reaktionen in der Bloggosphäre zu meiner Kandidatur, zusammengefasst in meinem Pressespiegel (ich suche noch nach einer besseren Bezeichung, Vorschläge erwünscht). Read the rest of this entry »

Nachbetrachtung: Ja, grün is’ es!

Posted by on Sonntag, 22 November, 2009

gruen_is_es

Ich komme zurück vom Zukunftskongress und bin überwältigt. Ich bin erfüllt mit Zuversicht, Hoffnung und Tatendrang. Und nein, ich bin nicht alleine! Diese rund 12 Stunden intensive Auseinandersetzung mit den Grünen, den Ideen und den vielen neuen Gesichtern vor Ort haben mir Kraft gegeben und endgültig JEDEN Zweifel zerstreut. Meine Energie ist hier gut angelegt. Heute ging es den Grünen, die aus ganz Österreich nach Wien strömten, darum die Zukunft zu diskutieren. Read the rest of this entry »

Lernen präsent zu sein.

Posted by on Samstag, 14 November, 2009

„Seit zwei Jahren hat es keine Wahl gegeben, bei der sich die FPÖ nicht mindestens verdoppelt hat.“ Den Satz habe ich am Medienkongress gehört. Im Gespräch mit einem FPÖler. Nicht nur Wähler sondern auch Mandatar. In Steyer sitzt er im Gemeinderat. 19 Jahre ist er jung. Und man glaubt es kaum – er ist ganz sympatisch. Er wirkt weder wie ein Faschist, ein Sexist, ein Antisemit, oder ein Antidemokrat, er hat keine Angst vor Homosexuellen und er ist sogar gegen Atomstrom. Was er sagt hat Hand und meistens Fuß. Er ist engagiert, rhetorisch abgeklärt und wirkt sehr bedacht. Wie das sein kann? Das soll er selbst erklären. Ich habe ihn eingeladen, hier, auf meinem Blog, einen Gastbeitrag zu veröffentlichen und zu erklären, warum er die FPÖ super findet. Vielleicht wird es dann verständlicher.

Ob seine Aussage wahr ist oder nicht, habe ich nicht überprüft. Im Grunde ist es auch nicht wichtig, ob 50, 70 oder 30 Prozent dazugewonnen wurden. Klar ist, dass die FPÖ gewinnt und gewinnt und gewinnt. Warum? In den letzten zwei Wochen sind mir dazu mehrere interessante Impulse über den Weg gelaufen. Ich möchte hier meine Überlegungen teilen und zur Diskussion stellen.

Analyse

Es ist ja nicht so, also ob die Blauen Lösungsansätze hätten. Zumindest sehe ich das so. Da war mein Freund natürlich anderer Meinung. Er bekommt die Möglichkeit hier zu erklären, warum die FPÖ nicht nur wählbar sondern die beste Wahl für jeden ist. Wir werden sehen, ob er das Angebot annimmt. Gehen wir aber einfach davon aus, dass die FPÖ nichts zu bieten hat. Warum aber wird der rechte Rand stärker, wenn er keine Lösungsansätze hat? Ich denke, man kann den Erfolg an einem Punkt festmachen, der sich in drei Unterpunkte unterteilen lässt.

Die FPÖ ist präsent. Sie ist in den Köpfen und ja, auch in den Herzen der Menschen. Egal ob mit Positivem oder Negativem verknüpft, die FPÖ macht Schlagzeilen. Was sie stark macht ist, dass…

… sie an die Orte geht, an denen „die Menschen“ sind. Seit der Nationalratswahl 2008 im September habe ich über 10 Stände gesehen und dort durchaus stundenlang mit Menschen diskutiert. Die haben sich freiwillig hin gestellt, um für die Sache, von der sie überzeugt waren und sind, einzustehen und ein „gutes“ Wahlergebnis zu erreichen. Das Prinzip Brot und Spiele haben sie verstanden auf die heutige Zeit umzulegen. Bier und Würstel, dazu Musik. Das sind „Wahlveranstaltungen“ zu denen „man“ gerne geht. Die FPÖ ist präsent.

… sie persönliches Marketing macht. Von der FPÖ bekommt man keine Massenaussendungen à la „am xx.xx. uns wählen. Wir für sie“, da bekommt jedeR einen auf die Person zugeschnittenen Brief. Jugendliche zwischen 16 und 23 bekommen einen Comic, der in einer einfachen Sprache und plakativ erklärt, warum der HC Man die Welt retten kann und wird. Frauen zwischen 27 und 43 bekommen einen hoch feministischen Brief, in dem Herr Strache erklärt, dass die FPÖ DIE Frauenpartei Österreich ist. Menschen mit “ausländischklingendem” Namen bekommen eine Aussendung, in der Heinz-Christian erklärt, dass sie eh die guten „Ausländer“ sind, gegen die er eh nichts hat. Auch PensionistInnen bekommen eine Wahlempfehlung: FPÖ wählen, denn wir wollen höhere Mindestpensionen. Die Jugendlichen werden zusätzlich von StracheRap und professionellen Facebook und Youtubeaccounts angesprochen. Die FPÖ ist präsent.

… sie verständlich ist. Die FPÖ spricht eine klare Sprache. „Daham statt Islam“ versteht man einfach. Es ist eine Frage der Kommunikation. B versteht, was A meint. Aus einem Gespräch mit einem niederländischen Freund ging hervor, dass er mit seinen mäßigen Deutschkenntnissen in TV Konfrontationen nur Herr Strache durchgehend folgen kann. Die FPÖ ist verständlich. Die FPÖ ist präsent.

All diese drei Punkte machen die FPÖ stark. Aber in Wirklichkeit ist es ja nicht die Stärke der FPÖ, die sie Wahlen gewinnen lässt. In dem Blogbeitrag Man kam mir zuvor habe ich bereits zitiert: „Wer nicht möchte, dass die Jugend Rechts wählt, muss eine bessere Alterntive bieten!“ Das gilt nicht nur für die Jugend, sondern trifft auf alle Altersstufen zu. Der Grund warum die FPÖ „so“ stark ist, ist nicht sie selbst, sondern die Inkompetenz der anderen Parteien diese drei Dinge zu tun.

  1. Menschen auf der Straße anzusprechen, präsent zu sein
  2. Menschen mit Werbung anzusprechen und für die eigene Idee zu gewinnen, präsent zu sein.
  3. Sich verständlich auszudrücken, präsent zu sein.

Was wir daraus lernen können.

Silivia Nossek hat letztens gesagt: „Das, was Herr Strache tut, kann man nicht nachmachen.“ Und natürlich können und werden wir Grünen seinen (Schein-) Inhalt nicht nachahmen. Aber wir haben es ja auch gar nicht nötig zu hetzen und zu lügen, Stereotypen zu stärken und Angst zu verbreiten. Wir haben unseren eigenen Inhalt. Ich habe diesen Sommer das Grundsatzprogramm der Grünen ziemlich eingehend studiert und bin seitdem überzeugt, dass wir zu jeder Problemstellung eine ernstzunehmende und überlegte Alternative anzubieten haben. Egal ob Zuwanderung, Drogen, Arbeits- oder Finanzmarkt. Wir haben gut gewählte Standpunkte zu Pensions- und Bildungssystem, zu Außen- wie Sicherheitspolitik. Es liegt nicht an unseren Ideen. Wir können. Aber wir haben Angst anzuerkennen, dass die FPÖ es am besten schafft mit ihren Aussagen – wie falsch die auch sein mögen – durchzukommen.

Haben wir keine Angst. Lernen wir von ihnen, wie man ankommt. Transportieren wir unsere großartige Ideen und setzen wir sie so um, dass auch klar ist, dass wir es waren. In den letzten 20 Jahren wurde vieles von uns abgeschrieben. Dass die ÖVP die Nachhaltigkeit in ihrem Grundsatzprogramm als zentrales Ziel präsentiert, ist unser Verdienst. Genauso treiben wir die SPÖ in Wien seit Jahren vor uns her. Dass sie soviel umsetzt, liegt zu einem großen Teil an unseren Initiativen. Aber was unter der Oberfläche, in unseren Gremien und Sitzungen, passiert sieht niemand. Genausowenig wie gesehen wird, dass die FPÖ keine Lösungen zu bieten hat, genausowenig sieht man, was wir alles erreichen, umsetzten und wollen. Wir müssen präsent sein.

Ich schlage vor, dass wir…

… vermehrt dort sind, wo die Menschen sind. Im letzten Jahr habe ich keinen einzigen grünen Straßenstand gesehen. Mag sein, dass ich einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort war. Oder die Augen einfach zu hatte, aber ich bin nicht der einzige, der das Gefühl hat, die Grünen seien unterrepräsentiert. Unsere grünen Ideen unter die Leute zu bringen braucht Zeit und Motivation. Wenn wir wachsen wollen (und das ist unbestritten), dann müssen wir diese Ressourcen aufbringen.

… neue Gesichter zu den Grünen holen und zwar in Scharen. Wenn wir Menschen vor dem Supermarkt, nach dem Arzt, in der Schule und neben der Arbeit erreichen wollen, dann kann der Weg nur über eine deutlich dynamischere, größere und vor allem komplexere Freiwilligenstruktur führen. Wachsen tut man nicht von heute auf morgen. Wahlkampf ist fünf Jahre lang sagt man und das stimmt. Aber vor allem müssen wir neue Konzepte ausarbeiten. Das könnte so aussehen: Pro Bezirk / Land / Gemeinde gibt es einen Pool an Freiwilligen. Er enthält alle, die in ihrem Kreis irgendetwas mit den Grünen zu tun haben. Aus diesem Pool bilden sich immer wieder Gruppen mit acht bis 13 Freiwilligen, die Projekte aller Art (Gesundheit, Homosexualität,…) umsetzen. Die wichtigste Aufgabe dieses Pools wäre es, den Pool weiter zu füllen. Funktionieren wird das nur, wenn wir den Spaß in der Politik (wieder-) finden. Wir werden nur präsent sein, wenn wir viele sind.

… den Spaß an der Politik und den Dienst an der Gemeinschaft, den wir empfinden, wahrnehmbar machen. Etwas zu gestalten. Sich einzubringen. Zu diskutieren und zu sehen, wie aus Visionen Ideen, aus Ideen Projekte und aus Projekten Veränderung, Verbesserung wird, dass ist etwas erfüllendes. Wir werden nur präsent sein, wenn wir bei dem was wir tun Spaß haben und zeigen.

… jeden Menschen einzeln ansprechen. Mit ihm das Gespräch suchen und auf seine Bedürfnisse und Ängste individuell eingehen. Hier kommen wir wieder zum ersten Punkt. Dafür braucht es (viele) motivierte und engagierte Freiwillige. Wir werden nur präsent sein, wenn wir jeden einzelenen ernst nehmen.

… den Mut aufbringen eine Sprache zu sprechen, die verstanden wird. Worte dienen der Kommunikation. Es bringt weder uns noch unserer Sache etwas, wenn wir politisch korrekt sprechen, aber nicht gehört, nicht verstanden werden. Das Wort AusländerIn ist falsch, aber es zu verwenden, macht uns nicht zu schlechten Menschen. Wir werden nur präsent sein, wenn unsere Kommunikation funktioniert.

Es gibt viel zu tun. Bei zehn Prozent ist lange nicht Schluss. Aber wir müssen eben ein paar Dinge besser machen, einiges lernen. Solange wir uns das bewusst machen und an uns arbeiten, werden wir präsenter – von Tag zu Tag. Weil die Zukunft grün sein muss.

Der nicht mehr Grüne Pirat

Posted by on Donnerstag, 5 November, 2009

Ich habe aufgehört die Stunden zu zählen. 50 sind es mindestens gewesen, die ich jetzt hier bin. Und #unsereruni brennt immer noch. Seit heute haben wir auch einen englischen Slogan: “Our Uni is still on fire.” Und ich brenne mit Feuer und Flamme mit. Die letzten zwei Nächte habe ich im zweitgrößten Hörsaal der Haupt Uni, dem C1 zugebracht. Das ist eine lange Zeit und das Schöne ist, dass man eine Menge Leute trifft und eine Menge Erfahrungen sammelt. Ich möchte hier nicht von aufmerksamen Abwäschern berichten. Ich möchte nicht von hilfreichen Technikern berichten. Ich möchte nicht hinweisen auf rücksichtsvolle Raucher, kreative Buttonstanzer, schlaflose Programmierer, auf köstlich Kochende, engagierte Arbeitsgruppendiskutierende, auf die gründlich Putzenden oder auf versammlungsfreudige Mitprotestierende. Ich möchte nicht von Medienerfahrungen, Putzeindrücken oder Basisdemokratie erzählen (dafür ist später hoffentlich noch viel Raum und Zeit) sondern über ein Gespräch berichten, das mich in einigen meiner Überlegungen bestärkt hat. Das ich sehr wichtig fand. Und das gezeigt hat, dass wir Grüne noch viel zu lernen haben.

Das, was wir – in meinen Augen – noch verbessern können, möchte ich gesondert in einem Blogbeitrag bearbeiten, den ich schon in Arbeit habe. Hier nur kurz zu den Eindrücken, die ich aus dem Gespräch mit einem aktiven österreichischen Piraten gewann. Von denen gibt es übrigens mittlerweile über 300 in ganz Österreich – tendenz stark steigend (verdreifacht in den letzten Monaten). Er war über 12 Jahre Grünwähler. Überzeugter und Überzeugender. Und jetzt ist er weg. Verloren. Als Wähler, als Aktivist, als Ideenliferant. Für uns, für die grüne Idee, und eine grüne Gesellschaft. Nur kurz die Gründe, die er nannte:

  1. “Seit Van der Bellen weg ist, kommt nichts mehr von den Grünen. Aber kann auch sein, dass ich einfach ein Sympathieproblem mit Eva Glawischnig habe.”
  2. “Seit über einem Jahr ist von den Grünen nichts mehr bezüglich Ökologie gekommen. Früher waren die Grünen wirklich grün. Das Gefühl habe ich einfach nicht mehr.”
  3. “Auch für die Grundrechte machen die Grünen kaum mehr was. Und dann passieren solche Dinge wie in Oberösterreich (Verleihung des Big Brother Awards) und niemand reagiert. Das geht so einfach nicht.” (Andreas Lindinger hat die Thematik hier gut erklärt, zusammengefasst und die Redaktion der Grünen kritisiert)
  4. “Gentechnik scheint aus der Agenda der Grünen verschwunden zu sein. Da waren die Grünen auch einmal Vorreiter.”

Alle vier Gründe schreien eine Message: “Macht euch verständlich! Erklärt euch! Kommt auf mich zu und erzählt mir von euren Ideen, weil ihr habt etwas zu bieten zu Ökologie und Umweltschutz, zu Menschen- und Grundrechten und zu Gentechnik und Gesundheit! Ich weiß, eure Vorstellungen sind durchdacht, aber ich muss sie sehen, um sie glauben zu können!” Wir müssen präsent sein. Wir müssen auf Menschen wie diesen jungen Piraten zugehen und ihn einbinden. Was und wie wir lernen sollten sollte dann im nächsten Blogpost stehen.

Grüner Konvent

Posted by on Montag, 19 Oktober, 2009

Gestern fand der Grüne Konvent statt. In der Einladung hieß es, es gehe darum, “Partizipationsmöglichkeiten in Parteien und demokratischen Systemen” zu erkunden und weiterzuentwickeln.

Die Erwartung war für mich, viele neue Grüne FunktionäreInnen, SympathisantInnen, VorwählerInnen und AktivistInnen kennen zu lernen, meine Impulse für ein offenes, partizipativeres, stärkeres und fröhlicheres Grün einbringen und diskutieren zu können und selbst von neuen Ideen anderer inspiriert zu werden.

Der Event. Beim Eingang wurde in drei Gruppen unterteilt. Grün (FunktionärInnen), Rot (AktivistInnen) und Gelb (Interessenten). Zu sechst nahm man an einem Tisch Platz, wobei darauf zu achten war, dass sich 2 pro Farbe  und einander möglichst unbekannte an einem Tisch zusammenfünden. Nach einer Einführung durch die Moderatorin (Name vergessen…) und der Begrüßung durch Maria Vassilakou, begann das Programm mit dem ersten 20-minütigen Impulsreferat von Monika Mokre (Politikwissenschaftlerin), die uns Fragen der Demokratie und Partizipation von einer relativ theoretischen (aber hoch interessanten) Seite näher brachte. Die Präsentation sollte hier eingebunden sein.

Anschließend gab es eine 20-minütige Diskussion. Spannende Ideen sind da aufgekommen, obwohl die Zeit zum Diskutieren leider viel zu knapp bemessen war.

Unser Tisch beschäftigte sich vor allem mit der Frage: Wie kann man Partizipation zwischen den (Vor-) Wahlen ermöglichen und auch neue Gesichter erreichen. Unsere Antworten: Spaß – ich sollte mit Motivation, Freude und Elan offen sein für neue Menschen und Ideen. Netzwerke – wir müssen die vorhandenen Netzwerke (Bezirksgruppen, Teilorganisationen, Grüne Vorwahlen?) nutzen und ständig ausbauen. Kommunikation – die Kommunikation Innen wie Außen muss besser klappen. Kleine Gruppen – das geht besonders, wenn die Gruppen, die zusammenarbeiten, kleiner sind. Rausgehen – Um neue Leute in die Partei integrieren zu können, müssen wir im Straßenbild präsenter sein.

Nach 10 Minuten Pause (die Nusskipferln waren köstlich!) ging es weiter mit dem zweiten Impulsreferat. Die Tische wurden gewechselt. Silvia Nossek, Landessprecherin der Wiener Grünen, erzählte von ihrem grünen Werdegang. Sie lieferte ihre 8 Thesen zu Politik und Gesellschaft, über die Markus Ratmayr schon gebloggt hat und ich livegetwittet habe. Hier die Präsentation:

Sehr bewegend fand ich ihre Erzählung, wie sie dazu gekommen ist, Politik zu machen / sich zu engagieren. Sie hatte wohl ihre Großeltern gefragt, was die damals (unter diktatorischen Umständen) gegen das Regime gemacht hätten. Wie sie dafür gesorgt hätten, dass diese Schreckensherrschaft beendet würde. Und sie bekam keine Antwort. Irgendwann stellte sie sich die Frage, was sie wohl ihren Enkeln erzählen würde, was sie getan hätte, damit sich die Zustände wie sie sind verändern. Ein guter Impuls wie ich denke. Besonders spannend finde ich These 6: “Parteien brauchen sowohl inneren Zusammenhalt wie äußere Irritation”.

Es wurde wieder 20 Minuten diskutiert. Allerdings musste ich während der Diskussion gehen. Ich bekam also weder das dritte Impulsreferat von Doron Rabinovici mit, noch die nachfolgende Diskussion.

Der Rückblick. Es war ein sehr spannendes Event. Meine Erwartungen haben sich erfüllt, wobei ich das Gefühl hatte, es waren sehr wenige Grüne VorwählerInnen da. Verständlich, dass einige sehr verärgert sind, aber ändern wird sich nur, was verändert wird. Überrascht war ich von der positiven und offenen Stimmung. Die im Netz vielfach gepriesenen “Betonierer” durfte ich (noch?) nicht kennen lernen. Im Gegenteil. “Alle Grünen VorwählerInnen, die ich bis jetzt getroffen habe, waren mit tiefgrüner Wolle gewaschen. Ich geniere mich dafür, was da gelaufen ist. Ich würde den Landesvorstand am Liebsten abwählen und ich bin nicht alleine.” war eine Aussage bezüglich der VorwählerInnen. Von allen Seiten hörte ich Stimmen, die es bedauerten, dass nicht mehr VorwählerInnen aufgenommen wurden. Maria Vassilakou hob in der Einführung hervor, dass immerhin über 200 neue UnterstützerInnen aufgenommen wurden und mit ihnen (hoffentlich) am 15. November das erste Mal die Tausendermarke an Wahlberechtigten überschritten wird.

Overall. Ein spannendes Event, mit brennend aktuellen Themen und einem klar visionären Blickwinkel. Was sich aus den Protokollen der einzelnen Diskussionen, den Ideen, die auf einer Pinnwand veröffentlicht und bewertet werden konnten, dem Videomitschnitt und den Eindrücken in den Köpfen der Anwesenden entwickeln wird, kann niemand sagen, die Zukunft wird es weisen. Ich bin optimistisch – weil grün größer werden muss.

Wochenende.

Posted by on Montag, 19 Oktober, 2009

Dieses Wochenende war hochproduktiv. Vom einen zum anderen und zwischendrin auch vieles erledigt. Hier eine “kurze” Zusammenfassung der Highlights: Die Tante, Herr Lehrer, Consulting Agent, Psychotante, ichkandidiere, arminsoyka, #grünerkonvent, Schülerin und Maslow.

Die Tante. Aus Kindergarten Zeiten werden sich die meisten noch erinnern. Da gab’s immer diese netten Tanten. Die waren total lieb, außer wenn sie was verboten haben. Am Freitag hatte ich die Chance mit so einer “Tante” zu reden. Mittlerweile gibt es übrigens keine Tanten mehr. Die heißen jetzt KleinkindpädagogInnen. Und ab und zu gibt es sogar männliche Exemplare, die heißen dann Kleinkindpädagogen. Die hatte so einiges zu berichten. Sie verdient in etwa 1200 Euro netto. Das ist nicht mehr als man beim Billa kassiert. Genaugenommen weniger. Die Anstrengung wird wohl in etwa gleich sein. Beim Billa arbeitet man erfahrungsgemäß wohl eher etwas über 40 Stunden, dafür hat man keinen durchschnittlichen Lärmpegel von 60 dB. Schaut man sich aber die Verantwortung an, die so eine Kleinkindpädagogin trägt, ist die Entlohnung eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. Die ersten drei Jahre sind die prägendsten für ein Kind und legen den Grundstein für seine weitere Entwicklung. Die folgenden drei sind in etwa nochmal so wichtig. Die meisten Kinder gehen im Alter von 3 – 6, einige schon früher, in den Kindergarten. Hier kann man sehr vieles falsch machen, aber auch vieles richtig. Für das Geld von 1200 Euro monatlich wird man (trotz jeder Begeisterung für Kinder und Erziehung) nur wenige junge Menschen für diesen anstrengenden Beruf begeistern. Dazu kommt die unzureichende Ausbildung. Ja, in der Kindergartenschule hat man Didaktik. Und auch Pädagogik. Man macht Praktika und überhaupt viel mehr als Volksschullehrer oder gar Gymnasiallehrer. Auf die Frage, ob man auf 13 Kinder vorbereitet ist, wenn man aus der Schule kommt, gibt es eine klare Antwort: Nein. Neben der schlechten, ja lächerlichen Entlohnung sind auch die Arbeitsbedingungen einfach schlecht. Zu viele Kinder auf zu wenige PädagogInnen und schlechte Ausbildung motiviert nur wenige sich diese Hacken anzutun. Ein Beispiel kann ich auch noch bringen: Die Interviewte hatte zu zweit mit einer Praktikantin 23 Kinder zu betreuen – davon 2 ohne jegliche Deutschkenntnisse (einmal Russisch, einmal Türkisch) und drei Kinder mit Wahrnehmungsstörungen (können nicht alleine Essen, spielen drei Spiele gleichzeitig…). Zur Ausbildung ließe sich noch so einiges sagen. Aber ich belasse es bei diesem Input: “In Schweden beispielsweise sehen sich Erzieher als Lehrer. Das Personal hat Abitur, die meisten auch ein Lehramtsstudium mit dem Schwerpunkt Kindergarten/Vorschule.” “Für Kindergärten in Finnland gilt beispielsweise folgendes: Die leitenden ErzieherInnen haben Abitur und ein Hochschulstudium.” “Kindergartenpädagogik in Ungarn ist seit Jahrzehnten ein Hochschulstudium.” Wir haben in Österreich flächendeckende 15 Pädagogische Hochschulen – warum lassen wir unsere KleinkindpädagogInnen nicht dort ausbilden (nachdem wir sichergestellt haben, dass die Lehrinhalte passen), zusammen mit Volks-, Haupt- und SonderschullehrerInnen? Sind uns unsere Kinder und unsere Zukunft das nicht wert?

Herr Lehrer. Die heißen auch immer noch so. Und auch so einen habe ich am Freitagabend getroffen und ausgefragt. Er geht auf die Kirchliche Pädagogische Hochschule der Diözese St. Pölten in Krems und lässt sich dort zum Volksschullehrer ausbilden. Impuls, den er hatte: Von etwa (wenn ich mich recht erinnere) 200 Studierenden sind in etwa 4 – 10 männlich. Scheint als ob wir es noch immer nicht schaffen für mehr (50 Prozent?) attraktive Angebote zu machen.  Auf die Frage, warum Männer anscheinend nicht zu begeistern sind, antwortete er: “Männern geht es mehr ums Geld. Die wollen die Karriereleiter hinaufsteigen und Ruhm und Ehre.” Was steht dahinter? Unsere gesellschaftlichen Werte! Was vermitteln wir? Was ist uns wichtig? Und wem geben wir Anerkennung? Den karriere-, macht- und geldgeilen Papas, die nie zuhause sind? (Und was wollen die Söhne dann werden?) Oder wollen wir Sozialberufe anerkennend loben und den Dienst am, für und mit dem Menschen in das Zentrum stellen. Das sind Fragen, die die Politik zu klären hat. Tut sie aber nicht! Eins ist klar: Auch Jungen im Volksschulalter brauchen (männliche) Vorbilder. Die Frage ist, welche geben wir ihnen?

Consulting Agent. Die Krise ist vorbei (bevor sie richtig begonnen hat). Optimistische Stimmen regen sich. Spannende Gegenstimmen (eigentlich Singular) durfte ich den Aussagen eines Firmenberaters, mit dem ich am selben Abend sprechen durfte, entnehmen. Er macht regelmäßig 300.000 Euro Projekte und fliegt durch ganz Europa. Als Gegenleistung spricht er mit Firmenvorständen und schwört sie auf harte Zeiten ein. “Vergesst was die so genannten Experten sagen, vergesst was die Politik sagt. Was passiert, wenn ihr nächstes Jahr 30 Prozent Umsatzeinbußen habt?” Die Frage hat er in den letzten Monaten mehrfach gestellt. Und herunterfallende Kiefer und schiefgelegte Köpfe gesehen. Damit rechnet keiner. Die Krise ist – seiner Meinung nach – aber noch lange nicht vorbei. Sie hat noch nicht mal richtig begonnen. Da ist Sparen angesagt (!?!) (nachdem die Milliarden für Bankenrettungssysteme aufgewendet wurden).

Psychotante. Auch mit einer solchen durfte ich mich unterhalten. Mit ihr habe ich über Maslows Bedürfnispyramide gesprochen. Interessiert hat mich das, weil ich diese Woche wieder mit der Argumentation zu kämpfen hatte, dass es einfach Menschen gäbe, die einfach faul seien und keine Lust hätten zu arbeiten / etwas zu tun / etwas anderes zu tun als vor dem Fernseher herum zu gammeln.  Herr Malsows Theorie, habe ich weiter unten ausgeführt, außerdem ist die Ausführung von glücksarchiv.de sehr verständlich, auch Wikipedia ist gewohnt interessant. Die Frage, die ich in meinem Gespräch klären durfte: Gilt die Theorie immer noch?  Die Antwort fiel sehr eindeutig aus. Ja, sie ist nach wie vor eine der grundlegendsten Theorien in der Psychologie. Sie wurde in den letzten Jahren von verschiedenen Richtungen (Wirtschaftspsychologie, Entwicklunspsychologie) aufgefasst und erweitert (genauere Unterteilungen usw.), nicht aber grundlegend verändert. Warum es Menschen gibt, die trotzdem “nichts aus sich machen”? Zwei mögliche Antworten: 1.) Erlernte Hilflosigkeit (bitte lesen, hoch spannend und einfach erklärt!), 2.) Sie machen eh etwas aus sich, nur nicht in meiner/deiner Wertungsskala. Ersteres ist eine Aufforderung an Politik wie Gesellschaft Rahmenbedingungen (in Schule, Beruf wie Freizeit) zu schaffen, die das Erlernen von Hilflosigkeit erschweren. Hier gibt es sehr viel zu tun. Schule zum Beispiel lehrt vieles Wichtige nicht, dafür Hilf- und Machtlosigkeit. Generell hat unsere Gesellschaft hier viel zu tun. Stichwort Depressionen.

ichkandidiere. Der Samstag brachte viele Stunden vor dem Computer mit sich. Ich habe endlich meine Kandidaturseite auf ichkandidiere.at fertiggestellt. Ich freue mich dort auf Fragen! (ganz leicht via facebook, openid oder gruene.at)

arminsoyka.at – Auch meine Webseite ist endlich fertig. Überschlagsmäßig sind 150 Stunden mindestens hineingeflossen. Das Ergebnis kann sich meiner Einschätzung nach sehen lassen. Diese Erkenntnis deckt sich mit erstem Feedback. Hiermit also eine weitere Aufforderung, zu kommentieren und kritisieren. Der Feedbackbutton funktioniert! Über beides habe ich auch schon gebloggt.

#gruenerkonvent. Am Sonntag war ich beim Grünen Konvent. Ich habe von dort 13 Livetweets abgesetzt und werde auch noch weiter darüber bloggen. Mein Eindruck war sehr sehr positiv. Auch wenn die Diskussionsrunden mit 20 Minuten leider zu kurz waren, waren viele interessante Leute da. Themen gab es genug. Hervorzuheben ist meiner Meinung nach die Wärme und Offenheit, die alle ausgestrahlt haben, mit denen ich zu tun hatte. Nichts von der über #gruenevw oft kommunizierten Kälte, Ablehnung oder Vorurteilen.

Schülerin. Ein hochspannendes Gespräch durfte ich gestern Abend mit einer Freundin führen. “Sag mal Armin, du bist doch gerade dabei in die Politik zu gehen. Hast du nicht Lust mir das zu erklären?” “Ja, was denn?” – “Na alles!”. So begann das Gespräch, das extrem interessant und eine gute Wiederholung meines Wissen über unsere Staatsfunktionen war. Wir haben uns von der Verfassung als Urregelwerk zu den fünf Staatsprinzipien (Demokratie, Republik, Bundesstattlichkeit, Gewaltentrennung und das letzt vergesse ich immer), zu den drei Ästen der Verwaltung (Exekutive, Legislative, Judikative), zu den Kontrollinstanzen und -möglichkeiten gearbeitet. Haben über Kompetenzverteilung zwischen Bund, Ländern und Gemeinden gesprochen und haben Probleme, wie das Verschwimmen der Grenzen zwischen Exekutive und Legislative (Klubzwang, EU) angerissen. Weiter sind wir nicht gekommen. Wahlrecht (aktives, passives, mehrheits, relatives,…), EU, Menschenrechte, Erlässe und vieles, vieles mehr haben wir nicht angerissen. Dazu fehlte die Zeit. Aber das war auch gar nicht, obwohl sehr spannend, das Wichtige. Wichtig war es einmal mehr zu sehen:

  1. Es gibt ein Problem: Viele junge (und auch ältere) Menschen wissen nicht, wie unser politisches System funktioniert.
  2. Anstatt, wie sie, nachzufragen, behaupten viele, es würde sie nicht interessieren.

Diese zwei Probleme müssen wir, wenn uns unsere Demokratie etwas wert ist, lösen. Und hier geht es in keinster Weise um Schuldzuweisungen! Es gibt ein Problem. Das Problem muss gelöst werden. Schnell! Junge Menschen müssen für Politik begeistert werden. Nicht (nur) weil die Demokratie auf der Partizipation aufbaut und wer sagt “Politik interessiert mich nicht”, damit unser System kaputt macht. Sondern weil es spannend ist! Weil es wichtig ist! Weil es lehrreich ist!  Also ein Lockruf an all jene, die meinen, sie seien nicht in der Lage etwas zu bewegen: das stimmt nicht. Veränderung passiert in dem Moment, in dem man etwas tut! “Because change happens if you live your visions dreams & desires!” Ein Aufruf an all jene, die meinen, das System sei zu komplex: Trau dich fragen. Informier dich. Halt dich am Laufenden. Nerv deine Lehrer. Deine Freunde. Deine Bekannten. Es gibt zahlreiche Quellen, sich ein Bild zu machen! Ein Zuruf denen, die das System heute machen: Wir brauchen mehr Politische Bildung in der Schule. Wir brauchen projektorientiertes Arbeiten. Wir brauchen Lehrer, die sich mit den Themen auskennen! Ein Aufruf an all jene, die das politische Bild prägen, an die PolitikerInnen und Partein: Geht auf Menschen zu. Bindet sie ein. Seid offen. Fordert Unterstützung ein. Diskutiert. Argumentiert. Und hört auf, Volksverarsche zu betreiben. Lasst eure politischen Spielchen sein. Macht partizipative, zukunftsorientierte Politik – egal welche Farbe! Und ein Ruf den Eltern entgegen: Bringt euren Kindern Fragen bei. Ja, das ist anstrengend. Aber wie, wie sollen sie es lernen, wenn sie es nicht früh üben?

Maslow. Herr Maslow hat 1962, vor über 45 Jahren, eine Theorie aufgestellt. Er meinte, dass Menschen verschiedene Schichten von Bedürfnissen hätten. Die unterste und elementarste Stufe sind die Körperlichen Bedürfnisse wie Durst, Hunger, Sexualität, Schlaf, Bedürfnis nach Bewegung / Anregung / Erregung / Ruhe, Schutz vor Witterung. Maslow meinte, dass wenn jeweils eine Stufe der Bedürfnisse befriedigt sei, wende sich der Mensch der Nächsten zu. Die zweite Stufe sah Maslow in den Sicherheitsbedürfnissen. Menschen wollen Dinge wie Stabilität, Zuverlässigkeit, Regeln, Ordnung, Gesetze und Grenzen, Freiheit von Angst / Bedrohung / Chaos, Schutz der Existenz, des Arbeitsplatzes und Eigentums, Altersvorsorge, Gesundheit. Ist auch das sichergestellt legt ein gesunder Mensch sich Maslow zufolge aber nicht vor den Fernseher. Er möchte mehr. Er versucht Soziale Bedürfnisse zu befriedigen. Er möchte Zuneigung, Kommunikation, Kontakt, sucht nach Akzeptanz der eigenen Person, will Liebe, Geborgenheit und “dazu gehören”. Er hat eine Abneigung gegen Einsamkeit / Ablehnung / Fehlen von Freunden und versucht solche Zustände zu beenden. Aber auch dann – so Maslow – lehnt sich das berechenbare Wesen Mensch nicht zurück. Es will mehr. Denn es hat ein Bedürfnis nach Achtung. Stärke, Erfolg, Tüchtigkeit, Macht und Wissen, Anerkennung, Prestige, Status, Aufmerksamkeit, Bedeutung, Respekt, Selbstbestätigung, „differenziert sein von anderen” ist das nächste Ziel, das er anstrebt. Hat man diese vier Grundstufen an Bedürfnissen befriedigt, könnte man meinen, der Mensch hat alles erreicht, was es so zu erreichen gibt. Man ist reich, stark, individuell und eigenständig. Hat Essen, Sex und ein Dach über dem Kopf. Ist abgesichert für die Zukunft und hat ein (starkes) soziales Netz. Aber Maslow sagte nein, da gibt es noch etwas anderes. Dieses “mehr” nennt sich Selbstverwirklichung: Volle Ausschöpfung und Entfaltung des im Menschen angelegten Potentials und das Ausleben der Einzigartigkeit. Weltverständnis, Spontanität, Natürlichkeit, Zielorientiertheit, Wunsch nach Alleinsein, Autonomie, Aufgeschlossenheit, Gemeinschaftsgefühl, Kreativität, Individualität, Selbstentfaltung, Selbstwertgefühl, Gestaltung des eigenen Lebens und der Umwelt, Ausschöpfung des eigenen Potentials. Für mich klingt dieses Modell soweit nachvollziehbar, logisch und richtig. Maslow bringt die verschiedenen Bedürfnisse in eine hierarchische Anordnung (die Maslowsche “Bedürfnispyramide”). Die höheren Bedürfnisse innerhalb der Hierarchie werden erst dann wichtig bzw. verhaltenswirksam, wenn die darunterliegenden Bedürfnisse befriedigt sind. Die physiologischen und Sicherheitsbedürfnisse (auf den untersten beiden Stufen der Bedürfnis-Hierarchie) haben Priorität und höchste Motivationskraft, solange sie unbefriedigt bleiben. Die Bedürfnisse einer höheren Ebene können nicht motivieren, solange Bedürfnisse der unteren Schichten nicht angemessen befriedigt sind. Soweit zu Maslows Theorie. (Ich habe mich bei der Auformulierung der Ausführung von glücksarchiv.de bedient, die überhaupt eine sehr empfehlenswerte Seite ist, auch Wikipedia hat nicht wesentlich mehr zu dem Thema zu bieten.)

Jetzt kandidiere auch ich!

Posted by on Sonntag, 18 Oktober, 2009

ichkandidiere

Jetzt kandidiere auch ich und bin damit bis dato der jüngste Bewerber um einen Platz auf der grünen Liste für die Wiener Gemeinderatswahl 2010. Auf ichkandidiere.at gibt es dazu mehr Infos.

arminsoyka.atAußerdem darf ich ehrlich und stolz meine Webseite präsentieren, die nun in einem Stadium angelangt ist, in dem sie öffentlich zugänglich gemacht werden kann. Außerdem soll sie als erweiterte Informationsbasis für alle Wahlberechtigten der 63. Wiener Landesversammlung dienen, denen ich dort einen tieferen Einblick in meine Persönlichkeit und meine grünen Ideen geben möchte.

Eine Webprojekt ist niemals fertig. Wachsen kann es auch nur mit Feedback. Nutze die gegeben Möglichkeiten um mir zu sagen, was gut, was schlecht und was ok ist. Es hilft mir!

Das Selbe gilt für ichkandidiere.at. Die Option Fragen zu stellen sollte wahrgenommen werden!

Für Anmerkungen, Rückmeldungen und Fragen stehe ich im Blog, auf Facebook, Twitter und per Email natürlich gerne zur Verfügung. Auch persönliche Treffen lassen sich – so gewünscht – meistens vereinbaren.