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Wos woar mei Leistung?

Posted by on Dienstag, 1 November, 2011

4’834,98 Euro. Soviel Geld habe ich seit meiner Angelobung als Bezirksrat im Dezember 2010 von der Stadt Wien bekommen. 383,41 Euro verdiene ich jetzt, 14 mal Jährlich bis zur nächsten Wahl 2015. 26’838,7 Euro für die gesamte Periode. Das ist ein Batzen Geld. Und den muss ich vor meinen WählerInnen und auch allen anderen Steuerzahlenden rechtfertigen. Zumindest ist das mein Anspruch an mich als bezahlter Politiker.

Dort wo Steuergelder den Besitzer wechselt muss Transparenz herrschen. Geldflüsse und Leistungstäusche müssen genauso nachvollziehbar sein wie die Prozesse, die zu den zugrundeliegenden Entscheidungen geführt haben – wie sollen “die Leute” sonst verstehen, warum sie überhaupt Steuern zahlen müssen? Ich bekomme jeden Monat 383,41 Euro Steuergeld und auch wenn ich 130  davon als Parteisteuer abführe, ist es meine Pflicht zu zeigen, was ich dafür leiste. Am Papier ist die Sache einfach – die gesetzliche Gegenleistung, die ich als Bezirksrat zu erbringen habe ist es zu den vier oder fünf (zwei bis drei Stunden langen) Sitzungen des Bezirksparlaments pro Jahr zu erscheinen. Es gibt in Wien sicher einige Bezirksräte, deren Aufwand sich so auf unter 50 Stunden im Jahr beläuft – wer seine Aufgabe aber Ernst nimmt leistet ein Vielfaches. Wie viel genau konnte ich bisher aber selber nicht einschätzen. Ich merke zwar wie ich Stunden um Stunden diskutiere, Mails schreibe und in Sitzungen hocke, aber wie viele Stunden ich pro Woche aufwende, welchem Stundenlohn das im Endeffekt entspricht und ob dieser Lohn angemessen oder unangebracht ist konnte auch ich bisher nicht wirklich beantworten.

Ich habe lange darüber nachgedacht, wie ich Transparenz und Klarheit über meine Entlohnung schaffen kann – auch für mich. Seit Anfang Oktober protokolliere ich meine Arbeitszeiten und plane sie von nun an monatlich in der Kategorie Politische Transparenz hier auf meinem Blog zu veröffentlichen. Ich bin gespannt wie das ankommt, was die Zahlen sagen werden und ob vielleicht sogar andere MandatsträgerInnen in Bezirken, Ländern oder Bund meinem Beispiel folgen.

So ein Protokoll zu erstellen ist nicht so leicht. Nach langem Suchen und herumprobieren habe ich mich für das Programm “Time Tracker for Mac” entschieden und meine Aktivitäten in die Aufgaben “Sitzungen Intern”, “Sitzungen Extern”, “Recherche”, “Kommunikation Intern”, “Kommunikation Extern” und “Veranstaltungen” unterteilt. Leider ist das Programm etwas buggy – zwei mal habe ich schon Daten verloren. Leider sind alle anderen Programme die ich gesehen habe entweder nicht mächtig genug oder zu komplex (und teuer). Außerdem ist der Datenexport oft nicht möglich. Sollte jemand von euch andere Zeiterfassungsprogramme für Mac kennen, würde ich mich über Info in den Kommentaren freuen.

Oft ist es auch schwer abzugrenzen  - was ist Privatvergnügen und was politische Arbeit im Rahmen meiner Tätigkeit als Bezirksrat? Zählt ein Blogartikel zur Tarifreform? Eine lange Diskussione mit Freunden über die Perspektiven der Verkehrspolitik in Wien? Oder ein grüninterner Roundtable Netzpolitik? Das sind subjektive Fragen und ich habe nach meinem Ermessen entschieden. Für Kritik ist in den Kommentaren Platz. Als Richtsatz habe ich mir vorgenommen jene Zeiten “anzuschreiben”, die mir ohne mein Mandat als Bezirksrat (wahrscheinlich) nicht angefallen wären. Ich weiß, das ist eine großzügige Rechnung, die es mir erlaubt Wegzeiten und Diskussionen einzuberechen, aber ich finde sie ist fair. Ich bin nicht für die paar verpflichtenden Sitzungen gewählt worden sondern dafür Politik zu machen – vor allem im Bezirk aber nicht ausschließlich.

Ich war überrascht, als sich im Oktober 49 Stunden, 55 Minuten und 36 Sekunden angesammelt haben. Das war mehr als ich erwartet hatte, zeigt aber, dass meine Entlohnung von 253,41 nach Abzug der Parteisteuer zumindest für den Oktober ziemlich mieß war. 5 Euro und 6 Cent pro Stunde – da hätte ich in der Privatwirtschaft mehr verdient.

Aber das ist ok, ich “mach den Bezirksrat” ja nicht wegen dem Geld. Aber – und so ehrlich muss ich sein – ich glaube nicht, dass ich ihn ohne Bezahlung machen würde.1

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  1. Genau deswegen finde ist es auch wichtig, dass Menschen, die politische Mandate innehalten, für ihre Arbeit gut bezahlt werden. Es geht dabei nicht darum – gerade bei hauptberuflichen Politikern – mit “der Privatwirtschaft” zu konkurrieren. Als (guter) Politiker versucht man nicht soviel wie möglich zu verdienen. Ganz im Gegenteil, man verzichtet bewusst auf den maximalen persönlichen Profit um den Kopf frei zu haben für Entscheidungen, die im Interesse der Allgemeinheit liegen. Genau dieser Verzicht schlägt sich auch in Unbestechlichkeit nieder. Korruption kann man nicht durch höhere Gehälter oder strengere Gesetze abschaffen. Saubere Politik braucht diesen bewussten Verzicht. []

Verantwortung: Guten Morgen liebe Sorgen

Posted by on Sonntag, 8 November, 2009

Immer dieses Geschwafle vom bösen Kapitalismus, der Menschen angeblich dazu bringt einander auszubeuten anstatt einander zu umarmen. Immer dieses Gerede von diesen egoistischen Managern, deren Interesse nicht das Gemeinwohl sondern möglichst niedrige Lohnkosten sind. Immer diese Hetzerei, gegen die Wirtschaftsform, die uns unseren Wohlstand sichert.  Hirnlose Linke, die zu blöd sind, zu verstehen, dass der Mensch ein Egoist ist, dass es dem Mensch, ja den Menschen am besten geht, wenn sie sich miteinander vergleichen, einander übertreffen. Hirnlose Linke, die ebenso hirnloses Systembashing betreiben.

Leider nein.

Wie schön wäre es, wenn das stimmte. Wenn es in Wirklichkeit allen gut ginge, der Mensch tatsächlich nach Material und Vergleich strebte und sich wahrhaftig daran ergötzte dem Nächsten auch das letzte Hemd zu nehmen. Und wenn es nur ein paar Geisteskranke gebe, die gemeinhin als “Linke” bezeichnet würden (ich mag diese Einteilung nicht, darüber werde ich bald bloggen), die die Realität verkennten und als einziges Interesse die Störung des Friedens wären. Wie schön wäre es. Ja, in der Tat. Schön wär’s. Das ist auch der Grund, warum so viele Menschen dieser Wunschvorstellung erliegen. In links und rechts unterteilen und behaupten die Welt sei wunderbar.

Aufwachen.

Schade. Aufwachen muss nicht unangenehm sein. Es kann auch eine Herausforderung sein. Es kann Vision werden. Es kann Hoffnung geben und Erfüllung. Wach auf, wenn du in einer Traumwelt lebst. Mach dir bewusst, was schief läuft und nimm die Aufgabe an. Stelle dich. Trage Verantwortung. Und genieße deine gestalterische Kraft. Es macht überraschend viel Spaß!

Wecker. ring. ring.

Und für die, die weiterhin nicht aufwachen wollen, ein kleiner Weckruf am Beispiel des ach so erfolgreichen Weltkonzerns Nestlé

Nestlé ist der größte Nahrungsmittelproduzent der Welt und Europas achtgrößtes Unternehmen.
Im Jahr 2003 hat Nestlé über 6 Milliarden Schweizer Franken (2005 einen Reingewinn von knapp 8 Milliarden Franken.) Gewinn gemacht. Nun plant Nestlé aber, bis zum Jahr 2006 Sparmaßnahmen in Höhe von 6 Milliarden Schweizer Franken, die sich insbesondere im Abbau von Hunderten von Arbeitsplätzen äußern werden, davon nahezu 1500 in Frankreich.
Man kann an der Schließung der Fabrik von Saint-Menet und den Rationalisierungsmaßnahmen in den verschiedenen im Besitz von Nestlé befindlichen Wasserquellen die ersten Auswirkungen dieses Plans beobachten. Beispiele aus Russland, Korea und Kolumbien zeigen, wie Nestlé systematisch Politik gegen die Gewerkschaften und die Rechte der ArbeitnehmerInnen betreibt.

Doch was ist die Praxis in den Ländern des Südens? Was läuft in und um die Werke auf den Philippinen? Seit fast vier Jahren sind über 600 ArbeiterInnen des größten Nestléwerks auf den Philippinen im Streik, weil Nestlé nicht gewillt war, den Altersvorsorgeplan in die Tarifverhandlungen aufzunehmen. Nestlé hat mit harter Repression auf den Streik reagiert und weigert sich, mit den streikenden ArbeiterInnen zu verhandeln. Am 22. September 2005 wurde der Präsident der Nestlé-Gewerkschaft brutal ermordet. Die ArbeiterInnen machen die Nestlé-Direktion, die Nationale Polizei und Präsidentin Macapagal-Arroyo für den Mord verantworlich.

Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern hat in der Stadt São Lourenço (Brasilien) im großen Stil Wasser abgepumpt und damit Schäden an der Umwelt verursacht Tatsächlich kauft der Schweizer Multi seit Jahren überall auf der Welt Wasserquellen auf (SPÖ Wahlslogan: die ÖVP verkauft unser Wasser! – vsstö wofür steht ihr?), um sie auszubeuten.
Längst geht es nicht mehr nur um das klassische Mineralwassergeschäft. Nestlé hat sich auch dem Verkauf von gewöhnlichem Trinkwasser verschrieben – für Gegenden dieser Welt, wo das Leitungswasser schwer nach Chlor riecht oder gänzlich fehlt. Im brasilianischen São Lourenço hat Nestlé 1992 mit dem Kauf der Firma Perrier auch einen ganzen Park erworben, in dem es verschiedene Heil- und Mineralquellen gibt. Dort wurde schon seit längerer Zeit Mineralwasser produziert. 1998 ließ Nestlé jedoch eine neue Fabrik auf dem Gelände erstellen, um fortan im großen Stil die Quelle Primavera auszubeuten. Seit 1999 ließ die Firma dieses sehr eisenhaltige Wasser illegalerweise entmineralisieren und fügte ihm anschließend einige Mineralien wieder zu.
Verkauft wurde das Wasser unter dem Etikett «Pure Life». Nestlé, der weltweit größte Anbieter von Säuglingsnahrung, behindert und verdrängt massiv die natürlichste Ernährungsform für Kleinkinder – das Stillen – durch aggressive und subtile Vermarktungspraktiken für seine Flaschennahrung. Die Weltgesundheitsorganisation WHO und UNICEF sprechen von jährlich mehr als 1,5 Millionen Säuglingen, die sterben, weil sie nicht gestillt werden.

Der Monitoring-Bericht der IBFAN-Gruppe Zhan Sabi aus Kasachstan, der mit der Unterstützung von UNICEF, dem Gesundheitsministerium und der Gesellschaft für Ernährung in Kasachstan verfasst wurde, zeigt dass Schwangere von Hipp Werbematerial erhalten, das Kindertees ab der 1. Woche anpreist.
Diese Werbemaßnahmen erhöhen das Risiko für Infektionen. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich zu stillen. Gesundheitsaktivisten fordern die deutsche Bundesregierung auf, gegen Hipp und seinen Vorstand, Klaus Hipp, vorzugehen, denn dieser Mann ist für die Verletzungen der Menschenrechte durch diese Firma verantwortlich.
In Lettland erhalten Mütter auf Wochenstationen Gratisproben Instanttees ab der 1. Woche. Änliche Vorgänge sind in anderen Ländern festgestellt worden. Hipp verteilt ‘Informationen’ an Mütter in Krankenhäusern, Geschäften und mit der Post. Artikel 5.1 des Internationalen Kodex verbietet Werbung für folgende Produkte:

  • Säuglingsanfangsnahrung
  • Folgemilch und Beikost vor vollendetem 6. Lebensmonat

Hipp verletzt Menschenrechte:

Wer Behauptungen über Babynahrung aufstellt, die absichtlich das Vertrauen von Frauen in ihre Stillfähigkeit unterminieren, den muss man nicht als cleveren Unternehmer ansehen, der nur seine Arbeit tut, sondern als Menschenrechtsverletzter der übelsten Sorte.” (Stephen Lewis,Deputy Executive Director, UNICEF, April 1999)

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Quellen:
WOZ – Wirtschaft – Nestlé klaut Wasser: Im Streit mit UmweltaktivistInnen in Brasilien hat der Weltkonzern klein beigeben müssen.
ATTAC – Schweiz | Fragen an Nestlé
Greenpeace
Aktionsgruppe Babynahrung e.V.

Gefunden habe ich diesen Artikle auf der Seite der GRAS.

Livebericht: it’s becoming “european” style

Posted by on Montag, 5 Oktober, 2009

A friend went to Cambodia. She send me a message from back there. It made me think a lot. It made me sad. Here is what she wrote:

I just wanted to tell you a little bit about my Cambodian experience before answering what you told me. It was great ! I really enjoyed my time there : we first stayed a few days in Phnom-Penh (capital city) and then we went to small villages in the North of the country. These places are not very picturesque, we were the only tourists there, but maybe that was the best part of the stay because we really had the opportunity to share Cambodian people’s life ! I think that during my experiences over the world, I have rarely met such friendly and caring people : they were welcoming us so well… I liked it because they weren’t doing it to get money from us and it wasn’t submission either : i guess it’s just the way they are ! One day a monk asked us to enter his English class (he was the teacher) and to start talking with his students. I also appreciated monks because they were very kind and tolerant (in fact I think that it’s the buddhist religion who is really open-minded and tolerant… but that’s another story !). At the end of the stay we went to Angkor, THE famous monument of the country, everyone who goes to Cambodia visits it. It was beautiful but I also realized the bad consequences of tourism : Siem Reap, the city which is next to this famous site suffers a lot from tourism and is loosing its identity : pubs and clubs everywhere and it’s becoming “european” style…

Does this have to be the consequence of tourism? Does money really just produce superficial wealth but really destroys culture and human? Do we want this to happen? What can we do against it? Are we aware of what we are doing? Do we try to? Do we want at all? Are we changing anything?