Beiträge mit dem Tag: Angst

Lebensplanung ist was für Loser!

Verfasst von Armin Soyka am Donnerstag, 4 Februar, 2010

Aus gegebenen Anlass mache ich mir Gedanken über “Lebensplanung”. Oder meine Gedanken schon fertig. Was rauskommt klingt möglicherweise sehr hart. Aber je provokanter formuliert, desto sicherer eine  Diskussion und die wäre mir gerade bei diesem Thema wichtig: Lebensplanung ist was für Loser, Optimisten brauchen sowas nicht. Komisch? Hier meine Erklärung. Weiterlesen »

Verhütung ist Frauensache, Orgasmus Männersache?

Verfasst von Armin Soyka am Montag, 25 Januar, 2010

Verhütung ist Frauensache, Orgasmus Männersache“ – wegen diesem provo- kanten Slogan schaute ich hin und griff zu und mittlerweile bin ich froh darüber. Die Broschüre „Mein Körper, meine Lust“ weist auf eine Thematik hin, die totgeschwiegen und verfälscht darge- stellt wird. Weibliche Sexualität wird nie sachlich und offen Behandelt. Weder Schule, noch Hollywood, Pornos oder Bravo beantworten die Fragen. Und am Ende leiden die Meisten darunter. Weiterlesen »

Ein Argument zu diesem Video

Verfasst von Armin Soyka am Montag, 12 Oktober, 2009

Herr Strache liefert seit kurzem auf seinem Facebookprofil in der Sendereihe “HC Strache – Ohne Maulkorb” etwa zwei mal pro Woche seine Ansichten zu allen möglichen Themen. Viel habe ich auf Facebook schon über diese Videos diskutiert, mehrere Kommentare zu dem untersten Video haben das Fass zum Überlaufen gebracht.

ich will jz ned wieder als rechts extrem genannt werden aber kein mensch dieser welt könnte mir ein gültiges gegen argument zu diesem video sagen. Ich vertseh auch nicht was an diesem video so org is, das es so is kann keiner leugnen. Mag sein das sich die FPÖ in anderen sachen deppat verhält aber das was in diesem video vorkommt triffts ziemlich genau…

Hat da ein Freund auf Facebook unter das Video “Integration von HC Strache” geschrieben (facebook/youtube). Die Argumente will ich hier bringen. Ich weiß, dass ich Herrn Strache damit mehr Raum gebe, seine Ideen an den Mann/Frau zu bringen, aber ich kann nicht anders! Er macht Angst, er hetzt, er lügt. Das muss einmal eingehend belegt werden.

Eines noch. Ich sage nicht, dass Herr Strache ein Nazi ist, ich sage nicht, dass alle FPÖ-Wahler (oder Mandatare) Faschisten sind und ich sage auch nicht, dass die FPÖ grundsätzlich lügt. Ich schwinge nicht mit der Faschismuskeule sondern versuche zu zeigen, was alles falsch ist an dem, was in diesem Video gesagt wird.

“Wien ist eine der sichersten Städte der Welt” – richtig!

“Dieser Ruf ist ernsthaft in Gefahr, es vergeht kaum ein Tag an dem die großen Tagesmedien nicht von Einbrüchen, Überfällen und auch Mordanschlägen berichten” – Falsch! Geht man auf standard.at, diepresse.com, orf.at oder kurier.at (das sind, denke ich, die großen Tagesmedien) findet man auf den Startseiten genau 4 Artikel bzgl Sicherheit in Österreich (Wien: Polizei entfernt Hausbesetzer in Favoriten, Kriminalität: Aufklärung steigt kaum, Massenschlägerei in Traiskirchen und Österreich für Schlepper “goldenes Land”), einer davon hat etwas mit Wien zu tun, keiner mit Einbruch, Überfall oder gar Mordanschlag – schon gar nicht im Plural! Man kann auch auf news.google.at gehen und dort versuchen, Herrn Straches Aussagen zu verifizieren. Googelt man dort nach den Schlagwörtern Wien und Sicherheit und sucht nach Meldungen des letzten Monats, findet man 32 Artikel zu dem geplanten Ausbau des slowakischen Atomkraftwerks Mochove oder 24 Artikel zu Herrn Häupels Schweigetaktik. Artikel zu Überfällen, Einbrüchen und Mordanschlägen sucht man auch hier vergebens. Ja, die Zahl der Anzeigen steigt stetig in Wien (Die Gesamtanzahl der angezeigten Fälle stieg in Wien im Vergleich zum Vorjahr  von 157.553 auf 173.024 an. Dies bedeutet einen Anstieg um +9,82 % im Jahresvergleich zu Jänner bis September 2008) – um wieviel die Kriminalität steigt, kann man daraus nicht ablesen, kann auch sein, dass früher eben weniger angezeigt wurde.

“Ein besonderes Problem stellte in den vergangenen Monaten die extrem ansteigende Jugendkriminalität dar” -  Worauf diese Aussage beruht, weiß ich nicht. Jugendkriminalität ist nicht im Steigen, schon gar nicht extrem. Zumindest sagt das die Kinder- und Jungendanwalschaft Wien.  Die Aussage im ORF ist zwar schon etwas veraltet, ich hatte aber vor drei Wochen das Vergnügen mit besagtem Dr. Anton Schmid im Rahmen einer Podiumsdiskussion zu sprechen – dort hat er mir das bestätigt. Immer wieder betonte er auch im Zuge der Diskussion bezüglich den Vorfällen im Kremser Supermarkt, dass es keine Radikalisierung der Jugend gebe (weder Richtung “rechts” noch Richtung Gewaltbereitschaft). Claudia Smolik (Grüne Gemeinderätin in Wien) weist hingegen hier darauf hin, dass die Daten der Jugendkriminalität seit 2001 anders erhoben würden. In der monatliche Kriminalstatistik des Bundesministerium für Inneres für den September (Achtung: pdf) wird extra auf den österreichweiten Rückgang der Kinder- und Jugendkriminalität hingewiesen:

Rückgang der Kinder- und Jugendkriminalität setzt sich fort

Die Daten der Septemberstatistik zeigen auch weiterhin einen deutlichen Rückgang im Bereich der Kinder- und Jugendkriminalität. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres ist bei den 10- bis 14-Jährigen ein Minus von 15,1 Prozent und bei den Jugendlichen unter 18 Jahren ein Minus von 10,2 Prozent zu verzeichnen.

Tabelle 3: Statistik Kinder und Jugendkriminalität Vergleich Jänner bis September 2008*/2009²

10 bis unter 14 J.                5.091*                4.324²   -15,1%  (Rückgang)
14 bis unter 18 J.               26.631*               23.909²   -10,2% (Rückgang)

Zahlen für die Entwicklung der Jugendkriminalität in Wien konnte ich trotz intensiver Recherche NICHT finden! Herr Straches Aussage entbehrt jeglicher Grundlage!

“Hier zeigt sich ganz deutlich die verfehlte und aus allen Ufern laufende Zuwanderungsproblematik in Wien” - abgesehen davon, dass die Jugendkriminalität nicht steigt sondern massiv sinkt, halte ich die Verbindung von angeblicher Jugendkriminalität mit Zuwanderungsproblematik für bedenklich. Hier werden Vorurteile geschaffen, Ängste geschürt und Kriminalität mit Migration/Zuwanderung gleich gesetzt.

“Türkische, kurdische und tschetschenische Jugendbanden bekämpfen sich oft gegenseitig selbst!”- Es gibt Jugendbanden. Keine Frage. Aber Berichte wie dieser gehen selten auf Nationalitäten ein. Sucht man gezielt nach Jugendbande, Wien, Türkisch findet man sehr vereinzelt Berichte, teils Jahre zurück. Dasselbe gilt für Kurdische Jugendbanden (Wien), wie für Tschetschenische Banden. Liest man sich so die Schlagzeilen durch, sieht man sehr schnell, dass es sich in den wenigsten Fällen um tatsächliche Bandendelikte handelt. Schaut man sich die Googlenews Analyse für die Begriffe Jugendbande und Wien, Jugendbande oder Jugendkriminalität Wien an und vergleicht diese mit den tatsächlichen Zahlen des Innenministeriums, sieht man, dass die Berichterstattung deutlich stärker ansteigt als die tatsächliche Zahl der Anzeigen (um von Verurteilungen gar nicht erstzu sprechen).

2008 gab es vom Nationalratsabgeordneten Christian Hörbart (FPÖ) eine parlamentarische Anfrage bezüglich Jugendkriminalität an Innenministerin Fekter  (mit 12 sehr spannenden Fragen). Dank Auskunftspflicht antwortete die Innenministerin auch umgehend (hier die Antwort). Sehr spannend fand ich, dass “die soziale Herkunft der ermittelten Tatverdächtigen in der polizeilichen Kriminalstatistik nicht erfasst” wird. Die Behauptung, dass türkische, kurdische und tschetschenische Jugendbanden einander die Köpfe einschlagen würden, ist weder mit Medien noch mit Zahlen des Innenministeriums zu belegen! Herr Strache versucht Angst zu machen!

Ich weiß, ich bin erst bei Minute 1 angelangt. Es fehlen noch drei Minuten, aber meine Zeit ist abgelaufen. Aber da waren einfach zuviele Unwahrheiten drinnen.

Eines habe ich hoffentlich gezeigt: Die letzte Aussage des Videos “Daher aus für Häupl -  HC Strache kann es besser!” ist ebenso falsch wie die vorangehenden 4 Minuten.

Isabella erzählt

Verfasst von Armin Soyka am Montag, 14 September, 2009

Ich bin wieder zurück in meinem Beruf. 32 Stunde pro Woche drücke ich die Schulbank. Zum 12 mal bin ich nach 2-monatiger Pause meine Ausbildungsstätte(, die leider nur sehr teilweise auch als Bildungsstätte fungiert) zurückgekehrt und wie jedes Jahr habe ich wichtige und tolle neue Vorsätze mitgenommen. Seit 8 Tagen beobachte ich den Unterricht und alles was sonst noch in dem Lehr- (leider kaum Lern- und Lebens-) Raum vorgeht sehr genau. Und es brennt mir schon ganz gehörig unter den Fingernägeln. Mindestens 10 verschiedene Dinge, die mir auffallen wollen dokumentiert, kritisiert und anschließend hoffentlich (via Kommentare) diskutiert werden.

Also ich habe vor dieses, mein letztes Schuljahr kritischer als sonst zu betrachten und regelmäßig und oft darüber zu bloggen. Aber die Zeit. Ja, die macht einem leider öfter einen Strich durch die Rechnung, aber daraus lasse ich mir keinen Strick drehen und beginne jetzt einfach.

Und zwar mit der Isabella. Sie habe ich heute beim Nachhausefahren mit der Straßenbahn interviewed. Wie ihr die neue Schule gefällt? Was es auszusetzen gibt. Wo man etwas verbessern könnte und wie das denn vielleicht ginge.

Es waren nur ein paar Sätze, die wir gewechselt haben, aber die sind umso wertvoller. Wie’s ihr gefällt? Na gut natürlich, es ist schon spannend. Alles neu, alles anders, alles interessant. Kurzum, sie freut sich über die Herausforderung, ja sogar die Hausaufgaben, die die meisten (etwas) älteren Schüler und Schülerinnen als nervige Pflicht sehen. Auf die Frage, was ihr nicht sogut gefällt denkt sie etwas nach und antwortet dann aber bestimmt, mit einem schmunzelnden, verschmitzten Grinser, der etwas von Scheu, etwas von Angst, etwas von Verlegenheit hatte und sehr viel über die Art des Umgangs mit Kritik in unserer Gesellschaft aussagt: “Die Lehrer”

Warum denn? Was sei denn falsch mit denen? “Naja, die könnten schon etwas freundlicher sein!”

Über die genauen Umstände kann ich nur Vermutungen anstellen, aber anscheinend fühlt sie sich nicht (wert)geschätzt, nicht geliebt, nicht unterstützt oder zumindest nicht genug von alle dem. Anscheinend fehlt ihr Vertrautheit (die in 8 Tagen zugegebener Maßen schwer aufzubauen ist).  Anscheinend fehlt etwas, das fragt man Hirnwissenschaftler für das Lernen durch Spaß statt Angst grundlegend ist: die Sympathie.

Nur über den Religionslehrer hat sie sich positiv geäußert. “An dem hab’ ich eh nichts auszusetzten.”

Was will ich bezwecken mit diesem Post?

  • hinterfragen wir dem Umgang mit Kritik! Sie ist Voraussetzung für persönliche und gesellschaftliche Weiterentwicklung und nicht nerviges Geschwatz von Menschen, die keine Ahnung haben. Dieses 10 Jährige Mädchen beobachtet. Ganz genau. Die ist sowas von blitzgescheid. Die Frage ist: Nutzen wir dieses Potenzial oder lassen wir es vertrocknen.
  • hinterfragen wir den Umgang zwischen Lehrern und Schülern. Warum muss es einen mächtigen Lehrkörper und einen unwissenden Schüler geben? Warum steht nicht das gemeinsame lustvolle Lernen im Fordergrund (geleitet und moderiert von Pädagogen). Warum muss man Sie sagen? Warum wird der Respekt nicht erarbeitet sondern erzwungen? Führen durch Vorbild oder durch Angst, das sind denke ich die zwei Optionen!
  • denken wir nach, sind wir selber (selbst)kritisch, hinterfragen wir uns und machen das was richtig ist, nicht das was andere von uns erwarten
  • hören wir einander zu, anstatt einander zu überbrüllen

Die Zukunft (der Jugend) ist zu wichtig um sie zu verschlafen oder zu überhören!

Controversial facebook groups

Verfasst von Armin Soyka am Samstag, 8 August, 2009

I was just invited to join the facebook group “Petition to remove “Soldiers are not heroes” from facebook“. I found interesting what I found, when I checked out the group.  In its description it says that the group is an answer to this group – “Soldiers are not heroes“. I just want to ask all of you to check out these two groups and figure out what you think.

I will try to hold back my own opinion and just give you the facts I found, for you to consider and decide yourself.

These are quotes from the descriptions of these two groups. All people who joined each group agreed on what it says on there. By now, 633,277 people joined the first group (“Petition to remove “Soldiers are not heroes” from facebook“) and 4,411 people joined the other group (“Soldiers are not heroes“)

There is a sick group on facebook called “Soldiers are not heroes”. – 633,277 people agreed

We also find it amusing how so many of those who claim to “protect our freedoms of speech” tell us to shut up, or be duffed up. - 4,411 people agreed

Our brave troops fighting for our freedom do not deserve this kind of abuse. Anybody who doesn’t support them should be removed from this country and facebook. – 633,277 people agreed

Soldiers are not heroes. They can be heroes, they can act heroically, they can do heroic things – but the act of putting on a uniform and agreeing to put your conscience in a lockbox for the next so many years does not make your life more important than others, it does not make your opinions and insights more worthy of respect than others, it does not exempt you from moral judgement. It does not make you a hero. - 4,411 people agreed

Also very interesting are the wall entries and the messages on the discussion boards – eventhough you have to keep in mind, that these comments are individually posted and not common belief of all the members.

Also check out the pictures people postet: Group 1 and Group 2

If you have anything to critisize please go ahead and leave a comment!

Prävention statt Angst und Hetze

Verfasst von Armin Soyka am Freitag, 10 Juli, 2009

Der Kriminaltourismus wird immer öfter als riesiges Sicherheitsproblem, als Ursache allen Übels dargestellt. Das ist zwar nur teilweise richtig, „to point fingers“ ist aber angenehmer, als Reformen in Angriff zu nehmen. Wie auch immer, es wird schon stimmen, dass es diese bulgarischen, polnischen und rumänischen Banden gibt, die Österreich mit Aldi verwechseln. Mir ist jetzt eine Idee gekommen, wie man diese Verwechslung aufkären und die Verbrecherbanden stoppen oder reduzieren könnte:

Wenn solche Banden kommen, kommen sie meistens aus einer Region, oft einem Dorf, und in den meisten Fällen kommen sie (denke ich zumindest), weil sie keine Entwicklungschancen in ihrer Heimat sehen. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Arbeitslosigkeit in diesen Gebieten, Kriminalität und Aussichtslosigkeit (?) etwas sehr Alltägliches sind. Jetzt ist es logisch, dass all diese Punkte eng mit dem Faktor Bildung zusammenhängen. Je mehr Bildung, desto weniger Kriminalität, je mehr Bildung, desto mehr Kreativität, desto mehr Jobs, je mehr Jobs desto weniger Aussichtslosigkeit (kannst du folgen?).

Was wäre jetzt, wenn man diesen Gemeinden anbieten würde, eng mit ihnen zu kooperieren – „Entwicklungshilfe“ zu leisten. Man könnte Schulen bauen (Christoph Chorherr hat mit seinem Projekt Ithuba gezeigt, wie großartig das mit Lowbudget geht!), Kredite nicht nur an Großunternehmen, sondern an Familien, Bauern, Selbstständige (Mikrokreditsystem) ausgeben, Erwachsenenbildung fördern und Tourismuskompetenzen entwickeln. Wir könnten Schüleraustausch betreiben und Werbung machen, dorthin auf Urlaub zu fahren (ja, die Idee hab ich von hier geklaut!). Wir könnten etwas von unserem österreichischen Know-How exportieren und das würde sich sogar auszahlen, weil unsere Lehrer, Professoren und „Entwicklungshelfer“ dadurch selbst natürlich auch verwertbare Informationen sammeln würden.

Ich bin überzeugt, dass keiner von diesen Menschen von Grund auf böse ist. Fehlt ihnen der Grund als “Langfinger” zu kommen, werden sie das auch nicht mehr tun. Was denkst du? Könnte das klappen? Ist das eine Idee, die es wert ist weitergedacht und geführt zu werden?

Natürlich müsste man sich genau die Zahlen anschauen: wer kommt von wo, wie sind dort die wirtschaftlichen Bedingungen, was könnten wir wirklich verbessern und so weiter. Das hier ist nur die rohe Idee, die mir gesern Abend beim Verfassen dieses (Bloghistory/ Alles Blödsinn. Rechtstaatlichkeit? …von wegen!) Beitrags gekommen ist.

Bitte kommentiert fleißig, damit ich (wir?) weitere Schritte setzen können, falls ihr die Idee für gut haltet (ich freu mich auch über kritische Rückmeldungen – nur so kann ich heraus finden, wenn die Idee schlecht ist!).

10. Juli 2009

Die Frage nach der Gerechtigkei

Alles Blödsinn. Rechtstaatlichkeit? …von wegen!

Verfasst von Armin Soyka am Freitag, 10 Juli, 2009

Die Frage nach der Gerechtigkeit…

… ist ja schon ein große. Gerne wird in Österreich ja über die bösen Kriminellen geredet, geschrieben und auch oft gehetzt. Folgt man den Medien aufmerksam (besonders hervorzuheben sind hier die Qualitätsblätter „Österreich“ und „Krone“ sowie die Bildungszeitschrift „der blaue Planet“) merkt man, es gibt in Österreich drei große Gruppen von Verbrechern.

Da gibt es die Ausländer. Wenn von diesen Ausländern die Rede ist, dann sind meistens Türken gemeint. Ausländer sind sie deswegen, weil ihre Familie vor zwei, drei oder vier Generationen mal im Ausland gelebt hat! Sie sind übrigens meistens arbeitslos. Die zweite Gruppe umfasst die Asylanten. Sie sind meist SAs. Das steht für Schwarzafrikaner und ist, wie Florian Klenk hier (Wenn der „SA“ zuerst wegduckt und dann aufbegehrt) berichtet, die bei der Wiener Polizei gängige Abkürzung. Das man das als Identitätsdiebstahl sehen könnte scheint egal. Diese SAs kommen zwar meistens aus Konfliktgebieten (Kongo,…), “missbrauchen” die UN-Flüchtlingskonvention trotzdem fast ausschließlich um sich einen persönlichen (wirtschaftlichen) Vorteil zu verschaffen – von Flucht kann bei diesen SAs keine Rede sein, „die sind ja nur zu faul sich selber was aufzubauen“! Auch sie sind neben ihren kriminellen Tätigkeiten arbeitslos, denn sie dürfen zum Glück (noch) nicht arbeiten. Und dann gibt es noch die Einbrecherbanden, Trickdiebe und Bettelmafias. Sie kommen, treiben ihr Unwesen und fahren wieder heim. Ihre Heimat ist in der Regel entweder Polen, Bulgarien oder Rumänien. Dazu fällt mir gleich ein Witz ein: „Was ist ein polnischer Triathlon?“ – „Zu Fuß zur (österreichischen) Grenze, mit dem Rad nach Wien, mit dem Auto zurück.“ Oder ein anderer – Werbung für Polen: „Machen Sie Urlaub in Polen… ihr Auto ist auch schon da!“. Man kann sie durchaus als Kriminaltouristen bezeichnen.

Was sie tun ist unfair, was sie tun ist stehlen. Sie nehmen von uns fleißigen Österreichern und behalten es sich. Einfach so!

Aber zum Glück gibt es die österreichische Rechtsstaatlichkeit. Eine Exekutive, die Verbrechen aufklärt. Und zum Glück gibt es eine Jurisdikative, die die Exekutive kontrolliert. Und zum Glück gibt es eine demokratisch gewählte Legislative (Parlament), die die Gesetze richtungsweisend progressiv im Sinne seiner BürgerInnen ändert. Alles Blödsinn. Die Grenzen zwischen Legislative und Exekutive verschwimmen weiter, die Grenzen zwischen Jurisdikative und Exekutive auch. Der Bundeskanzler entscheidet – dank Klubzwang und Koalitionsabkommen hat die Demokratie Sommerpause – seit Jahrzehnten. Der/die JustizministerIn kann nervige Staatsanwälte abberufen, das Anfüttern von Parlamentariern ist weiter erlaubt (oder zumindest nicht verboten). Resultat? Politikverdrossenheit und jedeR Fünfte wünscht sich die Diktatur (zurück). Gewaltentrennung? Direktdemokratie? Partizipation? Alles Blödsinn – und trotzdem. Uns geht es gut. Wenn die bösen Bulgaren kommen, dann stellen wir zwei oder drei Soldaten an die burgenländische Grenze, verärgern die Ungarn, steigern dafür aber das „subjektive Sicherheitsgefühl“ der Österreicher. Bei uns funktioniert die Rechtsstaatlichkeit mehr oder weniger, aber eben nur in kleinem Rahmen.

Betrachten wir das ganze doch mal im größeren Kontext. Wo ist die Rechtsstaatlichkeit, wenn Shell im Kongo für Krieg sorgt, damit sie weiter Erdöl schlürfen können? Wo ist die Rechtsstaatlichkeit, wenn die WTO wieder gegen kleine, unabhängige Länder Handelsembargos erlässt? Wo ist die Rechtsstaatlichkeit, wenn die Weltbank dringend benötigte Kredite für bedürftige Länder an schreckliche Bedingungen knüpft? Wo ist die Rechtsstaatlichkeit, wenn Deutschland sich China in Sachen Internetpolitik zum Vorbild nimmt und die freie Meinungsäußerung zu untergraben beginnt? Wo ist die Rechtsstaatlichkeit, wenn die USA ohne UNO Mandat einen Krieg beginnen? Wo ist die Rechtsstaatlichkeit, wenn die grenzenlose Globalisierung Jahr um Jahr mehr Menschen in die Armut reißt, wenn unser westlicher Konsum Kinder in die Kinderarbeit zwingt, wenn unsere Nachfrage bezahlt wird mit dem Leben anderer. Wir subventionieren unser Getreide, damit wir es am afrikanischen Markt zu Dumpingpreisen verkaufen können… und damit unweigerlich jeden eigenständigen afrikanischen Binnenmarkt im Kein ersticken. Wir erklären uns zum Export(überschuss)weltmeister und sind tatsächlich stolz darauf, an den Merkantilimus Ludwig des XVI anzuschließen. Wo ist die Rechtsstaatlichkeit, oder zumindest Ansätze daran, wenn wir mit unserer Klimapolitik 10 Prozent der Weltbevölkerung in ihrer Existenz gefährden? Wo ist sie? Ich kann sie nicht sehen. Siehst du sie?

Ich weiß, dass Menschen Rechte haben. Ich weiß auch, wann diese festgeschrieben wurden. Nach dem zweiten Weltkrieg. Ein Krieg der 60.000.000 Menschen das Leben gekostet hat. So viele verhungern jetzt weltweit in zwei Jahren (die Zahl hab ich im Kopf und sie kann falsch sein, aber wenn man ein bisschen googlet findet man Infos: http://www.wfp.org/, http://www.fao.org/, hier, hier). Wie groß muss also der nächste Krieg sein, wie tief der Schock sitzen, wie Schmerzhaft die Erfahrung sein, bis wir realisieren, dass Menschen nicht nur Rechte haben, sondern dass es dem Individum – dir und mir – auf Dauer, nachhaltig nur gut gehen kann, wenn (fast) alle diese Rechte auch einfordern (können)?

Wir regen uns auf über Kriminaltouristen, dabei ist es erst wieviele Jahre her, dass Frankreich seine letzte Kolonie aufgegeben hat? Die USA ist immer noch der weltweit größte Kriminaltourist!

„It’s easy to point fingers“ hat Obama gesagt – oh wie verdammt recht hat dieser Mann. Die Moslems, die Türken, die Polen, dir Rumänen, die SAs… und immer waren’s die anderen. Beginnen wir doch mal nachzudenken. Nachzudenken in einem größeren Rahmen. Beginnen wir zu sehen, was wir nur mit unserer Konsumgeilheit anrichten, wem wir schaden und wie effektiv wir groß von Menschenrechten reden und original nichts tun, um sie auch weltweit umzusetzen. Peinlich ist das. Peinlich, traurig, deprimierend, schmerzhaft, widerlich, unmenschlich und uns unwürdig! Schauen wir hin – bevor es zu einem dritten Weltkrieg kommt, bevor es zu einer Klimakatastrophe kommt! Wir haben noch Zeit. Ich weiß nicht ob drei, fünf oder zwanzig Jahre, aber ich will lieber gestern anfangen als heute!

Der erste, kleinste Ansatz, Anfang, den jedeR von uns leisten kann ist nachzudenken bevor wir konsumieren. Jedes mal wenn du etwas kaufst, wenn ich etwas kaufe, ist es eine Aufforderung an den Produzenten das Produkt genau so wieder zu produzieren. Genau so! Achte auf Nachhaltigkeit, achte auf Energieeffizienz, achten wir auf regional&sessional, achten wir auf wenig Verpackung, achten wir auf Bio, achten wir auf fairtrade, achten wir auf fairwork – es ist so leicht geworden. Mit geringem Aufwand kann jedeR von uns beginnen beizutragen! So easy!

http://www.bread.org/learn/hunger-basics/hunger-facts-international.html

Es muss nicht so schwer sein

Verfasst von Armin Soyka am Donnerstag, 9 Juli, 2009

Dies ist der zweite Teil zu diesem Blogeintrag (Bloghistory/Potenzial und die nötige Wertschätzung)

Der zweite Teil des einprägsamen Abends fand von 1:33 bis 3:54 des nächsten Morgens statt. Ich kam ins Gespräch mit einer jungen Dame (Alter ist ja immer relativ, sie war 22). Ins Gespräch kamen wir, weil mir höflicherweise ein Bier angeboten wurde. Dass mich die Aussicht auf ein gratis Heineken nicht erregte und ich keine Anstalten machte das Angebot anzunehmen, schien sie nachdenklich zu stimmen. Nach ein paar Minuten fragte sie: „So you don’t drink?“ – „No.“ Stille. Wenig später: „So do you smoke?“ – „No.“ Stille. Irgendwann brach das Eis und wir begannen über Vor- und vor allem Nachteile von Sucht, Drogen und Alkohol zu diskutieren. Aber in Wirklichkeit lief das Gespräch in eine ganz andere Richtung. Über die Frage, woher kommt eigentlich das Bedürfnis nach Drogen und danach, sich selber vergessen zu wollen, kamen wir sehr schnell von Drogen weg, hin zu der Frage „Wer bin ich?“. Die Frage nach dem „Wo ist mein Platz in der Welt?“. Diese Frage, die jeden mal quält und die nur von den wenigsten wirklich nach einer lebenslangen, eingehenden Suche beantwortet wird.

Lange Rede kurzer Sinn. Warum mir der Abend in Erinnerung bleiben wird:

  • Ich habe ein weiteres Mal gesehen, wie sensibel, verletzlich und desorientiert ein junger Mensch durch die visionsleere Sphaere schweben kann und gesehen wie wichtig Visionen, Ideen, Wünsche, Träume, Hoffnungen und das Vertrauen auf und Wissen um die Erfüllung eben dieser ist.
  • Ich habe ein weiteres Mal gesehen, wie Gesellschafts- sowie harte Drogen als Lösung angesehen werden und auf den Schneepflugeffekt (= vor dir herschieben) vergessen wird.
  • Ich habe ein weiteres Mal gesehen, wie schwierig es machen Menschen fällt, trotz besserem Wissen aus diesem Teufelskreis des Selbstbetrugs auszubrechen und sich auf die Suche nach dem eigenen Platz zu machen, anstatt die Frage weiterhin zu verdrängen.
  • Ich habe ein weiteres Mal gesehen, wie groß die Angst mancher Menschen vor sich selbst, vor ihrer Selbsfindung ist. Ich habe ein weiteres Mal gesehen, wie meine Ideen zur Erleichterung dieses Schrittes zur Selbstfindung zwar als gut – sogar großartig – befunden wurden,
  • ich habe aber auch ein weiteres Mal gesehen, wie mir die Umsetzung dieser Ideen aber nicht zugetraut wird.
  • Ich habe ein weiteres Mal gesehen, wie dringend es Vorbilder braucht, die bereit sind die Hand zu reichen, wo eine Hand von Nöten ist und offen, verständnisvoll und einfühlsam vorzugehen und neue Wege gemeinsam zu beschreiten.

Aus diesen zwei Stunden nehme ich vieles mit. Aber vor allem: Ich möchte versuchen ein solches Vorbild zu sein. Ich möchte den Mut aufbringen, neue Wege zu beschreiten und den Menschen in meiner Umgebung, wo immer ich sie finden kann, meine Hand entgegenzustrecken und Halt zu geben und natürlich auch selbst Halt zu finden. Visionen zu haben und sie nicht nur zu träumen, sondern zu leben. Nicht blind Ideen nachlaufen, sondern klug auch mich selbst regelmäßig hinterfragen und prüfen, ob meine Wünsche noch wünschenswert sind. Ich möchte all jene, die mir nicht zutrauen, dass ich meine Ziele erreiche, beweisen, dass „change happens“ – Veränderung passiert.

When I die, I will have changed the world.
Because change happens if you live your visions, dreams & desires!
I have visions, I have dreams and I have desires – they will have come true!
What about yours?

Für die, die sich jetzt fragen, was diese Ideen sind, wie man es (jungen) Menschen leichter machen kann, sich selbst zu finden, hier kurz ein paar skizziert (vielleicht in einem späteren Blogpost eingehender):

  • Es braucht einen gesellschaftlichen Wandel dahingehend, dass Fehler endlich als das anerkannt werden, was sie sind: Unsere größten Lehrmeister, unsere Chancen zu sehen, was wir besser machen können. Fehler müssen gemacht werden, eine makellos fehlerfreie Gesellschaft, oder eine, die danach strebt, ist ein Fehler in sich (Stichwort 90-60-90, Stichwort Six-pack,…).
  • Es braucht einen Wandel zu einer Gesellschaft, die kritisches Denken und Handeln fordert und fördert, damit alte Krustzustände aufgebrochen und kritisiert werden (können).
  • Es braucht einen gesellschaftlichen Wandel dahingehend, dass man wieder träumen darf. Träumen tut man aber nur, wenn man auf sich selbst vertraut, deshalb:
  • Es braucht einen gesellschaftlichen Wandel dahingehend, dass man als junger Durchschnittsmensch stolz auf sich sein und ein gesundes Selbstvertrauen entwickeln kann. In unserer autoritären Top-to-Bottom Gesellschaft ist das leider nur schwer möglich. Wenn Jugendliche in 18 Jahren über 150.000 mal hören, dass sie etwas nicht können, dann ist es logisch, dass junge Menschen auch nicht auf sich selbst und ihren individuellen Weg vertrauen – sondern ihre tollen Fähigkeiten darauf verwenden, sich dem Diskurs, welches denn nun ihre Fähigkeiten sind, verwehren.
  • Es braucht einen gesellschaftlichen Wandel dahingehend, dass Verantwortung wieder Spaß macht, weil sie gesellschaftlich gutiert, anerkannt und gelobt wird und damit wieder (?) als wertvolles Ziel gesehen wird. Damit Gemeinwohl auch im Kopf des Einzelnen Platz findet. Denn Gemeinschaft ist was unser aller Leben bestimmt. Wir leben in einer Fremdversorgergesellschaft in der jeder für den anderen arbeitet und jeder damit auch eine große Verantwortung übernehmen muss.

Wenn es uns gelingt, diese Werte in unserer Gesellschaft zu installieren bzw. zu stärken bin ich überzeugt, dass vielen (jungen) Menschen eine Menge Leid erspart bleiben wird. Und das ist ein Ziel, für das ich finde, dass es sich zu arbeiten lohnt!

Urlaub mit Freunden

Verfasst von Armin Soyka am Dienstag, 7 Juli, 2009

“Seit wann werden eigentlich Asylwerber mit Kriminellen gleichgesetzt?”

fragt sich Gerald Bäck in seinem Blogpost “Urlaub mir Freunden”. Und diese Frage ist berechtigt. Asylwerber sind Menschen, die in einem fremden Land um Asyl, das heißt um Aufnahme und Schutz vor politischer oder sonstiger Verfolgung ersuchen. Die Gründe für Asyl sind in der Genfer Flüchtlingskonvention (die von fast allen Staaten der Welt anerkannt ist!) detailliertest geregelt . Beispiele gefällig? Gefahren für Leib und Leben, Gefahr der Folter, drohende Todesstrafe, die Liste ist endlos. Kein Spaß!

Anders drückt es Gerald Bäck aus :

“Asylwerber kommen nicht aus Jux und Tollerei zu uns nach Österreich, sondern weil sie unsere Hilfe benötigen. Es ist besonders schade, dass diese von der Öffentlichkeit nur als Gefahr oder Ärgernis wahrgenommen werden und nicht als Bereicherung.”

Dabei ist es vollkommen logisch, dass die Weisheit der vielen (andersdenkenden) ein gesellschaftlich unschätzbarerer Wert ist und unweigerlich zusammen mit Kreativität, Innovationskraft und Motivation kommt. So weist Christoph Chorherr zum Beispiel in seinen 24x Grundsätzliches vollkommen zu Recht darauf hin, dass “ein Drittel aller in Silikon Valley gegründeten Unternehmen von ‘Ausländern’ stammen”.

Schrecklich ist in diesem Zusammenhang zu sehen, dass unsere geliebte Innenministerin Fekter sich diesem Flüchtlingsbashing (in diesem Fall von Seiten des BZÖ) anschließt. In der Beantwortung der Parlamentarischen Anfrage 358/J von Sonnengott Petzner spricht sie von einem “Asyldruck” dem sie mit einem “umfassenden Konzept” entgegentritt.

Auf die Frage 6: “Welche Initiativen werden Sie auf EU-Ebene setzen, um die Belastung Österreichs durch Asylwerber spürbar zu reduzieren?” antwortet sie allen ernstes:

“Insbesondere werden Maßnahmen zur Bekämpfung der organisierten Schlepperkriminalität, zur Stärkung der EU-Außengrenzen und zur Verhinderung illegaler Migration auf europäischer Ebene forciert.”

Frau Ministerin, ist ihnen eigetlich klar, dass Sie Macht haben und dass das was Sie sagen und vor allem wie Sie es sagen zur Meinungsbildung der Öffentlichkeit einen erheblichen Anteil beiträgt?

Wie kann man dieser Frau klar machen, dass nicht die organisierte Schlepperkriminalität das Problem ist, sondern die wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen unfassbaren Ungerechtigkeiten, die Menschen dazu bringen – oft sogar zwingen – ihr Land (ihre geliebte Heimat, inklusive ihres sozialen Netzwerks und sogut wie sämtliches Hab und Gut!) zu verlassen.

Frau Ministerin, wenn es in ihrem Interesse ist, die Zahl der Asylansuchenden (und in weiterer Folge Asylansuchen) zu verringern, wieso setzen Sie sich dann nicht dafür ein, dass Österreich endlich seinen Beitrag leistet und zum Beispiel die Milleniumsziele endlich umsetzt? Die Erhöhung der Entwicklungszusammenarbeit auf 0.7 Prozent des österreichischen BIP wäre dringend angebracht!

Natürlich müssen Menschen, die sich nicht an unsere Rechtsordnung halten im Rahmen unseres Rechtsstaates nach einem fairen Verfahren die Konsequenzen für ihre Taten tragen. Aber hier liegt eine grundlegende Verwechslung vor: Nicht Asylanten (ich betrachte dieses Wort nicht als abwertend!) sind das Problem, sondern die sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Ungerechtigkeiten. Diese gilt es nachhaltig zu bekämpfen, nicht Menschen, die oft um ihr Leben rennen.

Und was bitte hat illegale Migration mit Asylanten zu tun?

Aber gut, von Frau Ministerin Fekter sind wir schon einiges gewohnt (Onlinedurchsuchung, Fall Haidinger, Fall Israilov, Bleiberecht, auch diese Liste ließe sich sehr lange fortsetzen!), da fällt das nicht so ins Gewicht.

Kommen wir zu einem Anderen, auch von ihm sind wir einiges gewohnt. Herr Petzner schreibt in eben dieser Anfrage überraschend kluge Dinge:

Es müsste eigentlich Ziel der Bundesregierung sein, sowohl den Zustrom neuer Asylwerber massiv zu drosseln als auch die Verfahren und damit die Aufenthaltsdauer von Personen, die zu unrecht Asyl in Anspruch nehmen, massiv zu verkürzen. Allen derartigen Beteuerungen, die im Regierungsprogramm aufscheinen, kann man aber wenig Glauben schenken, wenn gleichzeitig jedenfalls ein zusätzliches Erstaufnahmezentrum errichtet werden soll. (358/J)

Nur hat er anscheinend noch ein paar Kleinigkeiten nicht überrissen:

  • Der Zustrom neuer Asylwerber kann nur durch nachhaltige Entwicklungspolitik gedrosselt werden (oder durch Austritt aus der Genfer Flüchtlingskonvention - keine Option!)
  • Die Aufenthaltsdauer von Personen, die Asyl missbrauchen kann nur durch gute Infrastruktur verringert werden, gerade deswegen ist ja ein weiteres Erstaufnahmezentrum (dringend) von Nöten.

In seiner zugehörigen Rede vor dem Nationalrat berichtet Herr Petzner dann neben Wichtigkeiten wie:

In der Zeitung „Österreich“ vom 18.1.2009, wurde darüber berichtet, dass es zwischen Tschetschenen und Afghanen schon fast täglich Schlägereien gibt.

auch noch:

Eine Erstaufnahmestelle bringt – und das zeigt das Beispiel Traiskirchen – keine wirt­schaftlichen Vorteile, keine kommunalpolitischen Vorteile. Im Gegenteil: Es bedeutet weniger Sicherheit, mehr Straftaten, mehr Kriminalität, mehr Schlägereien, mehr Ein­bruchsdelikte! Und das wollen wir weder in Kärnten noch in der Steiermark noch in Osttirol haben. Das sage ich Ihnen von dieser Stelle aus noch einmal ganz, ganz klar.

und

So etwas wollen Sie, Frau Ministerin, nach Kärnten beziehungsweise in den Süden Österreichs importieren? – Das ist eine Sauerei! Wir lassen das ganz, ganz sicher nicht zu, Frau Innenminister!

Außerdem sagt er (in der Parlamentarischen Anfrage):

“In Kärnten, aber auch bei der Bevölkerung der Steiermark gibt es kein Verständnis für das angedrohte zusätzliche Erstaufnahmezentrum.”

Das scheint nicht ganz zu stimmen. Immerhin haben sich zwei Gemeinden gefunden, die öffentlich Interesse gezeigt haben.

Bekanntlich haben die Bürgermeister Franz Josef Smrtnik (Einheitsliste) für Bad Eisenkappel und Gerhard Visotschnig (SPÖ) für Neuhaus Interesse deponiert. (Kleine Zeitung, vom 3.7.09)

Abgesehen von den verfassungstechnisch bedenklichen Vorhaben des Uwe Scheuch (siehe Kleine Zeitung), gibt es Bedenken aufgrund eines möglichen Tourismuseinbruchs. Hier setzt die Initiative “Urlaub bei Freunden” an.

Genau bei diesem Argument setzt unsere Initiative urlaubmitfreunden.at an. Michaela Amort, Nicky Baeck, Christoph Chorherr, Max Kossatz, Martin Schimak und ich haben eine Intitiative ins Leben gerufen, die jener Kärtner Gemeinde, die letztlich das Asylerstaufnahmezentrum baut, mehr Tourismus bringen soll als vorher. Zu diesem Zweck soll jeder, der auf urlaubmitfreunden.at unterzeichnet, garantieren in eben dieser Gemeinde mindestens zwei Tage Urlaub zu machen, wenn das Erstaufnahmezentrum errichtet ist. Ich denke die Aktion setzt einen sehr positiven Kontrapunkt zur derzeitigen Stimmung und Debatte. Es geht nicht darum, sich gegenseitig irgendwelcher Grauslichkeiten zu bezichtigen, sondern ein positives Signal sowohl für Asylwerber als auch für den Kärntner Fremdenverkehr zu setzen. (hier)

schreibt Gerald Bäck über die Idee und Christoph Chorherr meldet (hier):

Einige Kärntner Gemeinden überlegen nun, dieses in ihrem Ortsgebiet errichten zu lassen.
Denn es bringt auch wirtschaftliche Vorteile: Absicherung der durch Abwanderung bedrohten Schulen und v.a. zusätzliche Arbeitsplätze.
In manchen dieser Gemeinden wird jedoch die Sorge geäußert, ein Asylzentrum könnte den Fremdenverkehr gefährden.
Vertragen sich Asylwerber und Urlauber?
Hier setzt nun unsere Initiative an.
Warum nicht – als Unterstützung – Urlaub in einer Gemeinde, die den Mut aufbringt, sich für ein derartiges Haus zu entscheiden.

Ich finde das einen richtungsweisenden Schritt. Hier wird aktive Integrationspolitik betrieben, Angst genommen und mit Zivilcourage für eine zukunfsweisende Politik Stimmung gemacht. Solche Konzepte haben Zukunft! In diesem Sinne danke an die Initiatoren, ich bin mit Begeisterung dabei!

Was du für das Projekt tun kannst?

“Bitte hier unterschreiben, mit dem Hashtag #UmF darüber twittern und der Facebook-Gruppe beitreten.”

PS: “Wie kriminell sind Asylsuchende tatsächlich?” – dieser Frage ist Philipp Sonderegger nachgegangen und kommt zu dem überraschenden Schluss, dass in etwas 5 Prozent der Asylwerber kriminell sind. Wer einen Vergleich zur österreichischen Bevölkerung hat, bitte posten!

http://chorherr.twoday.net/

ANGST – oder wie die FPÖ das macht

Verfasst von Administrator am Donnerstag, 28 Mai, 2009
Ich habe gestern eine tolle Message mit einer spannenden Frage bekommen! Der Inhalt steht hier (der Name wurde auf Wunsch der Autorin zensiert!):
“sag mal Armin, du kennst dich doch mit sowas aus. Warum tut niemand was gegen die Fpö?? warum können sie unsere Jugend mit diesen hc-comics manipulieren??? ich bekomme langsam wirklich angst!”

Hier meine Antwort! Ich freue mich sehr auf ganz viele Komentare und Kritik!

verdammt gute frage! ich kenne mich aus – und dann auch wieder gar nicht. ich denke mal ein problem ist, dass die fpö zum einen zum “herschen” legitimiert wurde (20% der Österreicher haben sie vor 7 Monaten gewählt, jetzt wären es vermutlich mehr sein!), außerdem hat haider den rechtspopulismus (rechts heißt für mich treten nach unten (sozial schlechter gestellte), populismus definiere ich als dem volk das erzählen was es hören möchte ohne konzepte in der tasche zu haben) in österreich über die letzten 20 jahre gesellschaftstauglich gemacht! das geht so langsam. und da schließen strache und graf gleich an. dort ein stückchen hetze, dort ein bisschen “lausbubenstreich”, hier ein bisschen abendland in christenhand, da ein bisschen asylmissbrauch usw usw. (schönes video dazu – 2 min lang: http://www.youtube.com/watch?v=Diq6TAtSECg )und das schürt angst und hass, gerade in der krise ist der mensch sehr anfällig darauf. und was er braucht wenn er angst hat ist ein starker führer – einer, der aufsteht und auf den tisch haut und die missstande beendet und da kommt ein hcman gerade recht. der dritte punkt, den ich sehe, warum die fpö so stark ist, ist, die anbiederung der anbiederungen der ÖVP, BZÖ (sowieso) und tw auch SPÖ (billiger populismus!). es ist eine tatsache, dass das wählerpotenzial der fpö bei ca 60 – 70 % liegt (stimmt das, denkst du?). anstatt diese siechende verrechtung österreichs aufs schärfste zu verurteilen wollen övp und spö im wählerteich mitfischen (bzö kann man wohl ausblenden – sowieso fast tod!) (dazu habe ich 2 facebooknotes geschrieben: http://www.facebook.com/note.php?note_id=92437541274 & http://www.facebook.com/note.php?note_id=82482726274). dabei wäre es sehr dringend notwendig hier eine ernstzunehmende alternative zu schaffen, die aufzeigt, dass es auch anders geht! ich glaube 4 schlagworte sind hier der schlüssel zum erfolg: hoffnung, zuversicht, vertrauen & liebe!

und der letzte punkt den ich sehe ist, dass durch immer schlechter werdende zukunftschancen und schlechte politische bildung (politik? interessiert mi ned!) dazu beitragen, dass dieses wählerpotenzial der fpö weiter und weiter ausgeschöpft wird!

ich bin mir nciht sicher, ob das deine frage war, ich glaub eigentlich wolltest du wissen, wie die fpö zu deiner adresse kommt und ob das rechtlich in ordnung ist! ich muss sagen, ich habe keine ahnung, aber ich bin dabei zu prüfen ob ich den strache verklagen kann wegen stalking! ich weiß nicht ob das in ordnung ist, ich finde es auf jedenfall schrecklich wenn eine partei (genauso wenn das die grünen, die schwarzen oder die roten tun (die schwarzen machen das tw auch!)) mir ohne meinen ausdrücklichen wunsch briefe zuschicken (die katholische kirche macht das auch – find ich auch daneben! ich werde auf jedenfall prüfen inwieweit das in ordnung ist! wenn rechtliche mittel möglich sind, werde mir gut überlegen ob ich das nicht tun mag – da lernt man viel dabei! =)

Nachtrag: misik – wahlkampf für hinramputierte: http://www.youtube.com/watch?v=R_qb-qqaz0I

Auch veröffentlicht auf Facebook (http://www.facebook.com/note.php?note_id=93102366274)