Neujahrsvorsätze für 2010

Geschrieben von Armin Soyka am Dienstag, 12 Januar, 2010 um 0:32

Brücken bauen...

Vorsätze sind Sätze, die man sich vorsagt. Neujahrsvorsätze zu Silvester. Oft sind es konkrete Dinge. Manchmal ganz abstrakte. Wünsche. Hoffnungen. Ideen. Träume. Vorhaben. Pläne. Wir malen uns unsere Welt aus, haben ein Bild im Kopf, von dem wir überzeugt sind, dass es gut ist. Fassen uns ein Herz und sagen: Das will ich im nächsten Jahr machen, erreichen, versuchen, erfahren, lernen, lassen. Alleine wäre ich nicht auf die Idee gekommen. Aber man sprach mich darauf an: „Armin, was wünschst du dir von 2010?“ Dann habe ich nachgedacht. Jetzt habe ich drei Dinge, die 2010 in meinem Zentrum stehen sollen. Ich möchte sie hier festhalten.

Junge Menschen mit der Begeisterung für Politik anstecken und Gestaltungsmöglichkeiten schaffen, um so abstrakte Dinge wie Demokratie, Partizipation, Gesellschaft oder Transparenz erlebbar, spürbar, lebbar zu machen.

Politik ist eines der bereicherndsten, erfüllendsten, vielfältigsten und spaßigsten Dinge in meinem Leben. Dinge  gestalten, teilhaben, sich einbringen. Eine Meinung haben – und wenn nicht, einen Standpunkt finden. Gemeinsam nach „der richtigen“ Entscheidung suchen. Verantwortung übernehmen. Politik ist mehr, als „Politikblabla“. Politik heißt wissen wollen, was abgeht in der Polis. Mitreden wollen. Ein Teil des komplexen Komplexes Wien, Österreich, Europa, Welt sein. Fragen stellen. Antworten erwarten. Zu Weihnachten bekam ich einen wunderschönen Aufkleber von einer Freundin. Auf ihm steht: „Wenn es einen Weg gibt, etwas besser zu machen, finde ihn.“ (Thomas A. Edison) – auch das ist Politik. Und all das macht Spaß. Im letzten Jahr durfte ich das ganz intensiv zu spüren bekommen. Wie viel Energie in einem/einer frei wird, wenn man sein Bestes tut, um das Beste für das „große Ganze“, das Gemeinwohl zu tun. Wie unglaublich großartig es sein kann, sich zu bilden und auch auf manche Fragen nicht so schnell eine Antwort zu finden. Sich das Hirn zu zermartern, wie es denn anders gehen könnte – den Weg zu finden. Auf meinem Weg habe ich mich entschlossen, bei den Grünen zu kandidieren. Besonders hier gehen im neuen Jahr Türen auf. Ganz viele. Ich freue mich auf alle, die mitmachen wollen. Vielleicht bekomme ich ja das ein oder andere Mail von ein paar Jungen oder Junggebliebenen, die sich dafür interessieren, was man da machen könnte (an arminsoyka@gmail.com)?

Menschen glücklich machen.

Im letzten Jahr habe ich viel über den Sinn des Lebens nachgedacht. Über Ziele, die man sich selber steckt und Bedürfnisse, die man hat. Aufgaben, die einem/einer gestellt werden und Möglichkeiten damit umzugehen. Ich habe für mich gute Antworten gefunden. Ich konnte sie nicht vermitteln. Sie herunterbrechen auf einen Satz oder eine Weisheit. Dafür war im letzten Jahr das Internet zuständig. Es gab mir immer die Antworten, Impulse und Ideen. Ein Video hier, ein Gedicht da, ein Zeitungsartikel dort, ein Tweet, ein Facebookstatus. Überall haben mich Informationen gefunden, die ich gebraucht habe. So auch in diesem von knallgrau.tv empfohlenen Video. “What can I do for you?” ist die Frage, die Guy Kawasaki stellt und damit meine Ideen in eine Frage gießt. Im Leben geht es darum, für andere da zu sein. Ihnen die Hand zu reichen und das zu tun, was sie alleine nicht schaffen. Gemeinsam, zusammen, miteinander. Das habe ich im letzten Jahr gelernt, seitdem wende ich es an. Mit offenen Augen durchs Leben gehen und helfen, helfen, helfen. Wann immer, wo immer, warum auch immer. Keine Fragen stellen, sondern anpacken. Wer es ausprobiert, wird merken, wie viel Kraft und Lebensfreude in einem/einer frei wird. Es gibt nichts Schöneres.

Lieben.

Fragt man Google, was Liebe ist, erhält man innerhalb von 0,14 Sekunden 63.800.000 Antworten, aber keine Antwort. Liebe kann man nicht verstehen. Man kann sie nur leben. Sie ist so vielfältig, bunt, durcheinander, verwirrend und schön. Ich möchte in (mindestens) drei Bereiche unterteilen:

  • „Liebe deine(n) Nächste(n) wie dich selbst“ soll mir ein Leitsatz 2010 sein. Diese Idee und der Gedanke, der dahinter steht: Immerwährende Vergebung, Wärme, Hoffnung, Liebe zum/zur Nächsten erhellt meine Welt.
  • Irgendwann spät nächtens hörte ich auf Ö1 ein Zitat, das den Nagel einmal mehr auf den Kopf traf: „Es gibt nichts Schöneres als einen Menschen, der liebt. Aber nicht nur irgendetwas oder irgendjemanden, sondern das Leben.“ Die Liebe zum Leben, mit Lust und Freude all das zu tun, was mir wichtig ist, soll mir meine Maxime 2010 sein.
  • Als ich mich selbst zu lieben begann!“ war eines meiner Highlights im letzten Jahr. Da schreibt einer 2069 Zeichen auf und drückt damit so vieles aus, was mir im Kopf herumgeistert. Mit Respekt betrachte ich Charlie Chaplins Werk, mit Bewunderung und Freude möchte ich es dieses Jahr und bis ans Ende meiner Tage (?) umsetzen. Mich selber lieben. Ich will vertrauen. Ich will authentisch sein. Ich will reif sein. Ich will Ehrlichkeit leben. Ich will gesunden Egoismus an den Tag legen. Ich will Demut und Bewusstheit leben. Ich will Herzensweisheit erlangen. Und ich will beobachten, wie Sterne aneinanderprallen und neue Universen bilden. Ja, ja, ich will.

In diesem Sinne wünsche ich dir, der/die du bis hierher gelesen hast, ein wunderwunderwunderschönes Jahr 2010. Möge es voll sein mit allem, was du dir wünschst. Wenn du dir bisher noch keine Gedanken darüber gemacht hast, wovon du träumst, dann wünsche ich dir, dass du es schaffst, die Überwindung, Zeit und Kraft zusammenzuraufen und dir Gedanken darüber zu machen. Wenn meine Ideen – aktives Leben in Politik und anderswo, freiwilliges und lustvolles Geben und die Nächsten, das Leben und dich selbst lieben – dir ein Denkanstoß sein können, dann freue ich mich.

I got a feelin’ – 2010 is gonna be a good one!

PS: Das Bild habe ich selber gemacht, die Brücke steht irgendwo in Schottland. Sie ist eine der schönsten Brücken, die ich je gesehen habe, und als Symbol stellt sie für mich den Zusammenhang und -halt zwischen meinen drei Punkten her. Hat was mit Vertrauen zu tun. Und mit Beständigkeit. Mit Gemeinschaft und gemeinsam. Kann’s schlecht erklären.


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